Röteln-Infektion: Eine große Gefahr in der Schwangerschaft

Vor der Schwangerschaft gegen Röteln impfen lassen
Gerade für junge Frauen ist es wichtig, rechtzeitig vor einer Schwangerschaft die Immunisierung gegen Röteln nachzuholen, um so das Kind effektiv vor der Krankheit zu schützen © Corbis

Röteln sind meistens harmlos, können aber hochgefährlich werden, wenn eine schwangere Frau daran erkrankt. Hier erfahren Sie mehr über das Risiko und wie Sie sich vor der Infektionskrankheit schützen können.

Ein ungeborenes Baby kann schwere Schäden davontragen wenn die Mutter nicht gegen Röteln geimpft ist. Um die Gefahr zu bannen, haben Impf-Experten des Robert-Koch-Instituts Berlin ihre Strategie zur Bekämpfung der Röteln geändert. Denn die bisherigen Empfehlungen wurden längst nicht von allen Eltern befolgt. Der Berufsverband der Frauenärzte appelliert daher an alle Mädchen zwischen 10 und 15 Jahren, sich unbedingt gegen die Infektionskrankheit impfen zu lassen.

Seit 1981 wird Eltern geraten, alle Kinder, also Jungen und Mädchen gleichermaßen, schon bald nach dem ersten Geburtstag gegen Masern, Mumps sowie Röteln zu schützen (MMR-Impfung). Seit einigen Jahren steht eine zweite MMR-Impfung aller Kinder ab dem fünften Lebensjahr auf dem Plan.

Das bedeutet: Mädchen, die nach diesem Schema geschützt sind, brauchen künftig die empfohlene Röteln-Impfung zwischen dem 10. und 15. Geburtstag nicht mehr.

Nach den Erhebungen eines gynäkologischen Expertengremiums haben circa fünf Prozent der Frauen in den westlichen und zehn Prozent in den östlichen Bundesländern Deutschlands keine Immunität gegen Röteln. Das bedeutet eine große Gefahr für die ungeborenen Kinder.

Röteln in der Schwangerschaft

Infiziert sich eine Frau während der Schwangerschaft, dann kann es bei ihrem Kind zu schweren Schäden kommen, zum Beispiel Blindheit, Taubheit, Herzfehlern und sogar zu Hirnschäden.

Die Röteln-Erkrankung einer Frau während der Schwangerschaft gehört nach wie vor zu den größten Gefahren für das Ungeborene. Die gesundheitlichen Folgen, die dabei für das Kind entstehen können, sind Hirnschäden, Taubheit, Blindheit, Leberentzündungen, Herzfehler und Knochenveränderungen. Manchmal führt die Infektion auch zu einer Fehl- oder Totgeburt.

In Deutschland werden circa nur 70 bis 80 Prozent der Kinder gegen Mumps, Masern und Röteln geimpft. Weniger als 15 Prozent der Kinder haben eine zweite Impfung erhalten. Diese Lücken müssen geschlossen werden. Junge Mädchen sollten sich vergewissern, ob sie über einen ausreichenden Impfschutz verfügen – und wenn nötig, entsprechende Maßnahmen treffen. Gerade für junge Frauen ist es wichtig, rechtzeitig vor einer Schwangerschaft diese Immunisierung nachzuholen, damit keine Probleme auftreten, wenn sie ein Kind erwarten.

Da bei einigen Frauen der Impfschutz im Laufe der Jahre nachlässt und etwa vier Prozent auch nach der Impfung keine ausreichende Menge von Antikörpern bilden, sollte im Rahmen der Schwangerenvorsorge dem Röteln-Risiko auch künftig große Aufmerksamkeit gewidmet werden.

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