Robert-Koch-Institut: Neue Impfempfehlungen

Impfausweis
Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut hat neue Impfempfehlungen veröffentlicht © Fotolia

Für Säuglinge, vor Fernreisen und zur Auffrischung im Erwachsenenalter: Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut gibt Impfempfehlungen für jede Personen- und Altersklasse. Jetzt hat sie ihre Richtlinien aktualisiert.

Zwei Spritzen weniger – so lassen sich die Hauptänderungen bei den Empfehlungen der STIKO zusammenfassen. Sie betreffen die Impfungen von Säuglingen, Fernreisenden und Patienten mit Vorerkrankungen.

 

Änderungen bei der Pneumokokken-Impfung

Pneumokokken sind Bakterien, die unter anderem Hirnhautentzündungen, Lungenentzündungen, Mittelohr- und Nasennebenhöhlenentzündungen auslösen können. Die teilweise lebensbedrohliche Infektion mit Pneumokokken kommt in den ersten zwei Lebensjahren am häufigsten vor – deshalb ist es besonders wichtig, dass Kinder schon früh dagegen geimpft werden. Bisher empfahl die STIKO vier Impfstoffdosen gegen Pneumokokken für Säuglinge – die aktualisierte Empfehlung lautet drei Impfungen. Sie stützt sich auf neue Daten zur Wirksamkeit des Impfstoffs. Wichtig ist laut STIKO, dass die Impfungen zu festgelegten Zeitpunkten verabreicht werden, und zwar im Alter von zwei, vier und 11-14 Monaten. Für Frühgeborene gilt weiterhin die bisherige Impfempfehlung: Sie bekommen eine zusätzliche Impfung im Alter von drei Monaten.

 

Neue Empfehlung zur Gelbfieber-Impfung

Gelbfieber ist eine hauptsächlich in tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas und Südamerikas auftretende Viruserkrankung. Sie wird durch Mücken übertragen und kann in schweren Fällen lebensbedrohlich verlaufen. Die STIKO empfiehlt Gelbfieber-Impfungen für Reisende in entsprechende Risikogebiete. Bisher lautete die Empfehlung, die Impfung nach zehn Jahren aufzufrischen – das hat die STIKO jetzt geändert und empfiehlt keine Auffrischung mehr. Hintergrund sind Änderungen in den internationalen Gesundheitsvorschriften (IGV), nachdem in den vergangenen Jahren mehrere Studien auf einen lebenslangen Impfschutz nach einmaliger Gelbfieber-Impfung hingewiesen hatten.

 

Neue Impfung gegen Meningokokken

Meningokokken können gefährliche Hirnhautentzündungen auslösen. Es gibt verschiedene Varianten dieser Bakterien, sogenannte Serogruppen. Für die meisten Krankheitsfälle in Deutschland sind Meningokokken der Serogruppe B verantwortlich. Seit Dezember 2013 gibt es einen Impfstoff gegen diese Variante. Die STIKO empfiehlt die Impfung künftig Personen mit bestimmten Grunderkrankungen. Für eine generelle Impfempfehlung hält die Kommission die bisherigen Studienergebnisse nicht für ausreichend. Ob geimpft wird, sollte laut STIKO im individuellen Fall vom behandelnden Arzt entschieden werden.

Hamburg, 25. August 2015

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