RKI stuft Gefahrenlage herunter: Wann fallen weitere Corona-Maßnahmen?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Chef Lothar H. Wieler schätzen die Gefahrenlage in Deutschland neu ein. Um weitere Corona-Maßnahmen zu erlassen, gibt es jedoch weitere Bedingungen – die an einen Zeitpunkt geknüpft sind.

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Wann fallen weitere Corona-Maßnahmen in Deutschland? Diese Frage stellen sich angesichts sinkender Fallzahlen in Deutschland viele. Der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar H. Wieler haben die Corona-Lage neu eingeschätzt. Und stellen eine durchaus optimistische Prognose

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RKI: Gefahrenlage in Deutschland auf "hoch" heruntergestuft

Das Robert Koch-Institut wird heute die Gefahrenlage von „sehr hoch“ auf „hoch“ herunterstufen, erklärt Gesundheitsminister Jens Spahn zu Beginn der heutigen (1.06.) Bundespressekonferenz. „Angesichts der Entwicklung in Deutschland können wir zu dieser anderen Einschätzung kommen“, erläutert Spahn und macht weiter Hoffnung.

Man sehe erste Effekte. Das hänge vor allem damit zusammen, dass man zuerst Risikogruppen geimpft habe. 80 Prozent der über 60-Jährigen sind bereits geimpft. Im Juli und August erhalte man zudem weitere 50 Millionen Impfstoffdosen vom Hersteller Biontech/Pfizer. Gute Aussichten, aber wie gut sind sie wirklich? 

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Robert Koch-Institut: Öffnungsschritte nur kontrolliert gehen

„Das Wetter ist besser, die Zahlen sind niedrig – vieles wird wieder möglich“, so Spahn. Nur wie viel, fragen sich derzeit sicherlich viele – angesichts der Lockerungen, die mehr oder weniger flächendeckend in Deutschland in den kommenden Tagen kommen.

Darauf hat der Präsident des Robert Koch-Instituts Lothar H. Wieler eine klare Antwort: „Wir alle wünschen uns Normalität. Aber die Pandemie ist noch nicht vorbei“. Man müsse den Erfolg nutzen, um die Infektionszahlen weiter zu senken. Öffnungsschritte sollen daher nur kontrolliert und verantwortungsvoll erfolgen

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Eine Bedingung für Wegfall der Maskenpflicht und Co.

„Dass sich die Situation so gut entwickelt, haben wir allen zu verdanken, die sich an die Maßnahmen halten“, betont Wieler noch einmal. Und diese müssen auch zukünftig weiter eingehalten werden. Denn um weitgehend auf Maßnahmen verzichten zu können, müssen in Deutschland mehr als 80 Prozent der Menschen einen Immunschutz haben. Eine einmalige Impfung biete dabei nicht genügend Schutz. 

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RKI: Positive Prognose für den Sommer

Auf der Basis der verschiedenen Parameter des „Control COVID-Prinzips“ prognostiziert das RKI gute Aussichten für den Sommer: „Mit kontrollierten Öffnungen erwarten wir kein weiteres, exponentielles Wachstum. Auch die Intensiv-Bettenbelegung wird weiter sinken", erklärt Lothar Wieler.

 

Jens Spahn: Blick weiten und andere Länder einbeziehen

Dennoch gilt es, nicht nur auf die Situation in Deutschland zu schauen. „Keiner ist sicher, bevor nicht alle auf der Welt sicher vor dem Virus sind“, betont der Bundesgesundheitsminister noch einmal nachdrücklich. Es sei wichtig, dass wir unseren Blick weiten und andere Länder dieser Welt in die Impfkampagne mit einbeziehen. 

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Ein durchaus schwieriges Unterfangen, angesichts des Impfstoffmangels, den es allein in Deutschland gibt. Man gehe dennoch davon aus, dass hierzulande jeder bis Ende September ein Impfangebot erhält – auch Kinder und Jugendliche zwischen 12 bis 18 Jahren, die nun auch bei Bedarf mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer immunisiert werden können. Was das Impfen angeht, hängt es demnach sowohl weltweit als auch hierzulande nicht von der Bereitschaft, sondern von den Kapazitäten ab. Eins steht jedenfalls fest: Es ist noch ein weiter Weg, bis weitere Corona-Maßnahmen bundesweit endlich fallen.

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