RKI-Chef Wieler: Rückkehr dieser 4 exotischen Krankheiten

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, rechnet damit, dass exotische Krankheiten auch in Deutschland und Europa wieder auftreten könnten.

JW Video Platzhalter
Zustimmen & weiterlesen
Um diese Story zu erzählen, hat unsere Redaktion ein Video ausgewählt, das an dieser Stelle den Artikel ergänzt.

Für das Abspielen des Videos nutzen wir den JW Player der Firma Longtail Ad Solutions, Inc.. Weitere Informationen zum JW Player findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bevor wir das Video anzeigen, benötigen wir Deine Einwilligung. Die Einwilligung kannst Du jederzeit widerrufen, z.B. in unserem Datenschutzmanager.

Weitere Informationen dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Durch den Klimawandel kommt es auch in Europa und Deutschland zunehmend zu längeren Perioden mit hohen Temperaturen. Dies würde nach Aussage des RKI-Chefs die Rückkehr exotischer Krankheiten begünstigen. Worauf müssen sich die Menschen seiner Meinung nach einstellen?

Wieler: Verbreitung von diesen 4 Krankheiten

Die Vermehrung von Viren in Mücken sei temperaturabhängig, so dass mit höheren Temperaturen über längere Zeiträume die Wahrscheinlichkeit von Infektionen durch Mückenstiche steige, so der RKI-Präsident. „Viele Mücken- und Zeckenarten können virale, bakterielle und parasitäre Infektionserreger übertragen.“ Laut Wieler könnte dies zum Beispiel das Zika-, Dengue- oder das West-Nil-Virus und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) betreffen.

RKI-Chef: Rückkehr der Malaria möglich

Die Tropenkrankheit Malaria war schon früher in Europa verbreitet, galt aber seit den 1970er Jahren als ausgerottet. Sie wird durch Plasmodien – einzellige Parasiten – ausgelöst, diese Erreger wiederum werden von der Anopheles-Mücke auf den Menschen übertragen. Typische Malaria-Symptome sind

  • Kopf- oder Gliederschmerzen

  • Fieberschübe

  • Durchfall und Erbrechen

In schweren Fällen können Organschäden auftreten, die Malaria kann auch zum Tode führen,

Wieler hält es für möglich, dass die Tropenkrankheit durch die Verbreitung der Mücken wegen des Klimawandels nach Europa zurückkehren kann. Vor allem Reisende bringen die Insekten mit. In den letzten Jahren verzeichnete das RKI pro Jahr mehrere hundert Erkrankungen. Noch sind die Temperaturen in Deutschland nicht hoch genug – allerdings könnten sich die eingeschleppten Mücken mit der Zeit dem Klima anpassen, zumal es tsteig wärmer wird.

Rückkehr Malaria & Co.: Ärzte und Forschende gefordert

Der RKI-Chef plädiert daher dafür, die Ärzteschaft für derartige Krankheiten zu sensibilisieren. „Dies ist auch ein wichtiges Anliegen des RKI“, so Wieler. Andere Expert:innen wie der FDP-Gesundheitspolitiker Andrew Ullmann sind ebenfalls überzeugt, dass sich durch den Klimawandel Zecken- und Mückenarten in Europa und Deutschland verbreiten, „die in unseren klimatischen Regionen bisher unbekannt waren“.

Ullmann fordert nun, dass Forschungs- und Innovationsinitiativen eingerichtet werden. Ziel sei es, die Auswirkungen des Klimawandels auf die Ausbreitung von Krankheitserregern besser zu verstehen und wirkungsvolle Maßnahmen zu ergreifen, so der Mediziner.

Die Hoffnung ist dann, dass Deutschland auf die von RKI-Chef Wieler prognostizierte Rückkehr exotischer Krankheiten möglichst gut vorbereitet ist.

Quellen:

Wieler warnt vor exotischen Krankheiten in: tagesschau.de

Malaria in: tropeninstitut.de

RKI-Chef: "Rückkehr der Malaria ist möglich" in: t-online.de