Risiken und Nebenwirkungen: Der geheime Beipackzettel für Energy-Drinks

Energy-Drinks sind ungesund
Bereits ab einer Dosis von zwei Dosen am Tag können Energy-Drinks ernsthafte Gesundheitsschäden auslösen © Fotolia

Eine aktuelle Studie zeigt: Energy-Drinks sind sehr ungesund. Besonders gefährdet sind Kinder und Jugendliche. Trotzdem sind sie die Hauptzielgruppe der Hersteller. Praxisvita erklärt, was die Energie-Brausen so schädlich macht.

Tatsächlich sind die gesundheitlichen Risiken, die von Energy-Drinks ausgehen, so enorm, dass Forscher der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kürzlich im Fachjournal Frontiers in Public Health sogar vor „gesundheitlichen Gefahren für die öffentliche Gesundheit“ warnen.

Dennoch werden immer mehr davon verkauft – Tendenz steigend. Und da in Deutschland der Gesetzgeber in dieser Sache aber der Meinung ist, dass Aufklärung besser ist, als Verbote, haben wir hier für Sie den Beipackzettel für Energy-Drinks.

 

Energy-Drinks: Nebenwirkungen

Das Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlichte Anfang 2014 eine Untersuchung, bei der sie feststellte, dass bereits die Einnahme von 500 Millilitern eines Energy-Drinks in einem Zeitraum von 24 Stunden aus medizinischer Sicht als übermäßiger Konsum eingestuft werden muss und gesundheitliche Schäden – wie z.B. Herzrhythmusstörungen oder Nierenversagen – auslöst.

Studien zeigen, dass eine Koffein-Überdosierung z.B. zu Herzrhythmusstörungen, Bluthochdruck, Übelkeit, Erbrechen, Muskelkrämpfen, Psychosen und in seltenen Fällen auch zum Tod führen kann. In den USA, Schweden und Australien wurden mehrere Fälle bekannt, in denen Menschen nach einem übermäßigen Konsum von Energy-Drinks an Herzversagen starben oder mit schweren Krampfanfällen in Krankenhäuser eingeliefert wurden. Forscher der University of Miami hatten bereits im Jahr 2012 in einer Studie davor gewarnt, dass die in Energy-Drinks enthaltenen großen Mengen an Koffein und anderen aufputschenden Substanzen Herz- und Schlaganfälle verursachen.

Nach Aussagen von Experten der WHO entsteht durch Energy-Drinks nicht nur wegen der hohen Dosierungen und der Kombination von aufputschenden Substanzen ein gesundheitliches Risiko, sondern auch aufgrund der Tatsache, dass die belebenden Getränke erheblich schneller und in größeren Mengen getrunken werden, als z.B. heißer Kaffee.

 

Energy-Drinks: Wechselwirkungen

Wechselwirkungen ergeben sich, wenn Energy-Drinks mit anderen aufputschenden Medikamenten oder Drogen kombiniert werden. Aber auch das vor allem bei Jugendlichen sehr beliebte „Mixen“ mit alkoholischen Getränken gilt als gefährlich. Eine Untersuchung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat gezeigt, dass über 70% der jungen Erwachsenen – im Alter von 18 bis 29 Jahren – Energy-Drinks mit Alkohol mischen. Die dabei entstehenden Wechselwirkungen können vor allem Herz-Kreislaufprobleme verursachen. Zudem habe sich gezeigt, dass es durch den kombinierten Konsum von aufputschenden Getränken und Alkohol zu deutlich mehr Alkoholvergiftungen kommt.

Daten des US-amerikanischen Poison Data Systems zeigen zudem, dass jährlich rund 5.000 Notfallanrufe in den Giftinformationsstellen eingehen, die auf einen übermäßigen Konsum von Energy-Drinks zurückgehen – in beinahe der Hälfte der Fälle war Alkohol im Spiel.

Weitere Wechselwirkungen treten vor allem dann auf, wenn Energie-Getränke im Zusammengang mit intensivem Sport konsumiert werden.

 

Energy-Drinks: Besondere Vorsicht

Da durch die übermäßige Aufnahme von Koffein verschiedene gesundheitliche Risiken entstehen können, raten Experten, Energy-Drinks nur in einem gesunden körperlichen Zustand einzunehmen. Der Grund: Bei einem geschwächten Herz-Kreislaufsystem – z.B. aufgrund großer Müdigkeit oder Übermüdung – reagiert der Körper empfindlicher auf Koffein und es kommt schneller zu einer entsprechenden Überdosis.

 

Energy-Drinks: Inhaltsstoffe und Anwendung

Energie-Brausen sind in der Regel nicht-alkoholische Getränke, die künstlich versetzte Vitamine und aufputschende Substanzen – wie z.B. Taurin, Ginseng, Guarana, Inosit und natürlich Koffein enthalten. Vermarktet werden sie als Modegetränke, mit denen man zwar nicht fliegen, aber die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit – z.B. bei Müdigkeit oder Erschöpfung – steigern kann.

 

Energy-Drinks: Sonstiges

Energy-Drinks werden in Schweden in Apotheken vertrieben. In Ungarn wird seit 2012 auf aufputschende Getränke – ähnlich wie bei Zigaretten – eine spezielle Steuer erhoben, die dem Gesundheitssystem zugute kommen soll.

Hamburg, 17. Oktober 2014

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