Warnung: Gefährliche Pflanze breitet sich in Deutschland aus!

Verena Elson Medizinredakteurin

Eine giftige Pflanze breitet sich in Deutschland immer weiter aus. Das Tückische: Die am Wegesrand wuchernden Stauden sehen harmlos aus – doch sie können schwere Verbrennungen und sogar Atemnot auslösen.

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„Riesenbärenklau“ – der Name klingt schon ein bisschen bedrohlich. Und tatsächlich hat diese Pflanze es wortwörtlich in sich: In ihrem Pflanzensaft stecken sogenannte Furocumarine – Substanzen, die den UV-Schutz der Haut stören. Das wird gefährlich, wenn die Haut im Sonnenlicht in Kontakt mit der Pflanze kommt, oder noch Tage nach dem Kontakt mit der Pflanze dem Sonnenlicht ausgesetzt ist.

Die Folgen können leichte bis schwere Verbrennungen sein, die teilweise Wochen brauchen, um zu verheilen. In vielen Fällen bleiben Narben zurück. Der Hautkontakt mit dem Riesenbärenklau sollte darum unbedingt vermieden werden.

Besonders an Bächen, Flüssen, in Parks und am Wegesrand ist der Riesenbärenklau (auch Herkulesstaude) anzutreffen, seine Samen lassen sich aber auch mit Vorliebe in heimischen Gärten nieder.

Riesenbaerenklau

Diese weit verbreitete Pflanze kann schwere Verbrennungen auslösen Foto:  iStock/lucentius

 

Riesenbärenklau: Verbrennung durch Berührung

Die Symptome treten in der Regel erst einige Zeit nach dem Kontakt mit dem Riesenbärenklau auf, was es teilweise schwierig macht, die Beschwerden richtig zuzuordnen. Folgende Symptome sind möglich:

  • Juckreiz (meist zu Beginn)
  • Rot- oder Schwarzfärbung der Haut
  • Quaddeln und Brandblasen (Verbrennungen ersten bis dritten Grades)
  • Fieber
  • Kreislaufprobleme
  • Schweißausbrüche

Sogar das Einatmen der giftigen Dämpfe des Riesenbärenklaus kann zu Vergiftungserscheinungen führen, besonders an heißen Tagen. Folgende Beschwerden können dann auftreten:

  • Übelkeit
  • Kreislaufprobleme
  • Atemnot  

Treten diese Symptome nach dem Aufenthalt in der Natur auf, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Ist jeder Bärenklau giftig?

Der Riesenbärenklau hat einen kleineren Verwandten, den Wiesenbärenklau, auch Gemeiner oder Echter Bärenklau genannt. Dieser enthält ebenfalls Furocumarineallerdings deutlich weniger als der Riesenbärenklau.

Die jungen Pflanzen des Wiesenbärenklaus sind noch nicht giftig und werden sogar als Wildgemüse und zur Tierfütterung genutzt.  

Doch der ausgewachsene Wiesenbärenklau kann ebenfalls Hautreizungen auslösen und sollte nicht ohne Handschuhe berührt werden.

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So können Sie den Riesenbärenklau erkennen

Wie kann man nun den Riesenbärenklau erkennen und von seinem „kleinen Bruder“, dem Wiesenbärenklau, unterscheiden? An folgenden Merkmalen lässt sich der Riesenbärenklau identifizieren:

  • Äußere Erscheinung: Der Riesenbärenklau hat bis zu einem Meter große, stark behaarte Blätter und einen im unteren Bereich purpurfarben gefleckten Stängel (diese Färbung kommt beim Wiesenbärenklau nicht vor), der am Boden bis zu 10 cm dick wird.
  • Größe: Der Riesenbärenklau kann bis zu fünf Metern groß werden; der Wiesenbärenklau nur bis zu zwei Metern. Die Größe ist das deutlichste Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Arten.
  • Blütezeit: Der Riesenbärenklau blüht im Juni und Juli – seine weiß bis rosafarben Dolden können einen Durchmesser von 80 cm erreichen. Die Blütezeit des Wiesenbärenklaus streckt sich dagegen vom Juni bis in den September.

Die beiden Pflanzen sehen sich insgesamt sehr ähnlich – ist der Riesenbärenklau noch nicht ausgewachsen, ist er kaum von seinem kleineren Verwandten zu unterscheiden. Da die Verwechslungsgefahr zwischen den beiden Arten sehr groß ist, sollten beide Pflanzen auf keinen Fall ohne Handschuhe berührt werden und Laien sollten auf die Verwendung der Pflanzen als Wildgemüse oder Tierfutter generell verzichten.

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Wie lässt sich der Riesenbärenklau entfernen?

Wer Riesenbärenklau in seinem Garten hat, sollte ihn entfernen, um Gesundheitsrisiken zu vermeiden und die weitere Ausbreitung der Giftpflanze einzudämmen.

Dazu gibt es laut Expert:innen der Landwirtschaftskammer Saarland verschiedene Möglichkeiten:

  • Pflanzen herausziehen: Diese Methode ist sehr effizient, aber aufwändig – darum ist sie vor allem für einzelne Pflanzen und kleine Bestände geeignet. Dafür wird die Wurzel mindestens 10 cm unter der Erdoberfläche durchstochen – sie treibt nur am oberen Teil aus, darum ist der untere Wurzelabschnitt unschädlich. Beim Entsorgen der Pflanze darauf achten, dass die Wurzel nach oben zeigt, um ein erneutes Austreiben zu vermeiden.
  • Mähen: Dieses Verfahren ist weit weniger aufwändig, lässt die Pflanze aber auch nicht ganz verschwinden, ihre Ausbreitung verlangsamt sich nur. Zu Beginn sollte das Mähen häufiger wiederholt werden, sonst wächst der Riesenbärenklau schnell wieder nach.
  • Fräsen oder Pflügen: 10-15 cm unterhalb der Erdoberfläche den Boden um die Pflanze herum wegfräsen- oder pflügen. Dieser Vorgang sollte einmal wiederholt werden – anschließend dicht wachsende Gräser einsähen, um den Samen des Riesenbärenklaus das Licht für die Keimung zu nehmen.
  • Blüten vernichten: Ist die Durchführung dieser Maßnahmen nicht möglich, werden ab Beginn der Blütezeit die Dolden entfernt, um die Bildung und Verbreitung der Samen zu unterbinden. Doch alle zwei bis drei Wochen muss kontrolliert werden, ob sich neue Dolden gebildet haben, die dann ebenfalls entfernt werden sollten.
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Schutzmaßnahmen bei der Bärenklau-Bekämpfung

Wegen der Verbrennungsgefahr empfehlen die Experten der Landwirtschaftskammer die Arbeiten möglichst bei bedecktem Himmel auszuführen und Schutzkleidung aus synthetischen, wasserabweisenden Materialien sowie Handschuhe, Schutzbrille und Mundschutz zu tragen.

Gerät bei der Entfernung des Bärenklaus dennoch Pflanzensaft an die Haut, sollte dieser umgehend mit Wasser und Seife abgewaschen werden und die betroffenen Hautstellen sollten in den folgenden Monaten durch Kleidung oder Sonnencreme geschützt werden.

Quelle:

Riesenbärenklau, in: lwk-saarland.de

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