Richtiges Sonnenbaden - so wird ein Sonnenbrand vermieden

Rieke Heinze

In der Sonne liegen, die Wärme genießen und dabei braun werden: Sonnenbaden in seiner Idealform. Mit den richtigen Sicherheitsvorkehrungen können Sie das Sonnenbad entspannt genießen.

Frau sonnt sich auf weißer Decke
Foto:  iStock/Enes Evren
Inhalt
  1. Sonnenbaden - wie lange darf ich in der Sonne bleiben? 
  2. Wann darf ich mich sonnen? 
  3. Ist Sonnenbaden eigentlich gesund?
  4. Sonnenbaden mit oder ohne Sonnenschutz?
  5. Sonnenschutz für die Augen 
  6. Sonnen während der Schwangerschaft? 
  7. Sonnenbaden mit Tattoos - ist das möglich? 
  8. Hautirritationen und Pigmentflecken nach dem Sonnenbad
 

Sonnenbaden - wie lange darf ich in der Sonne bleiben? 

Wie lange wir uns dem UV-Licht ohne Schutz maximal aussetzen sollten, hängt vor allem von unserem Hauttyp und der damit verbundenen Eigenschutzzeit ab. Im Zweifelsfall gilt aber, dass der Schutz besser ein bisschen zu hoch ist als zu niedrig. Mit roten Haaren, heller Haut und Sommersprossen sollten wir zum Beispiel nicht länger als 10 Minuten in der Sonne verweilen. Haben wir dagegen hell- bis dunkelbraune Haut sowie dunkle Haare und Augen, benötigen wir erst nach 30 Minuten einen Lichtschutz. Spätestens wenn sich unsere Haut leicht rötet, kann sie sich nicht mehr selbst vor den UV-Strahlen schützen – dann sollten wir in den Schatten gehen und Kleidung überziehen. 

 

Wann darf ich mich sonnen? 

Wichtig ist auch die Tageszeit, zu welcher Sie sich in die Sonne legen. Mittagshitze und -sonne sollten Sie vermeiden. Die Sonneneinstrahlung ist zu dieser Zeit am intensivsten und die Gefahr, sich einen Sonnenbrand zuzuziehen besonders groß. Setzen Sie sich zu dieser Zeit lieber in den Schatten. Dort werden Sie ebenfalls braun, aber ohne die Haut unnötig zu reizen.  

 

Ist Sonnenbaden eigentlich gesund?

Keine Frage: Die Sonne ist wichtig für uns! Denn treffen ihre Strahlen auf unsere Haut, sind wir in der Lage, lebensnotwendiges Vitamin D zu bilden, das ansonsten künstlich zugeführt werden müsste. Das Sonnenhormon ist für zahlreiche Stoffwechselvorgänge in unserem Köper wichtig und stärkt unser Immunsystem. Bei einem Mangel steigt hingegen unser Risiko für Infekte und Erkrankungen wie Diabetes, Osteoporose, Depressionen, Alzheimer und sogar Krebs. Die Kehrseite: Die UV-A- und UV-B-Strahlen der Sonne dringen tief in das Gewebe ein. Sie zerstören dort nicht nur das Kollagen und verursachen dadurch Falten – sie führen auch zu Zellschäden. Diese können zwar durch körpereigene Reparaturmechanismen behoben werden – doch ist der Schaden zu groß oder unsere Immunabwehr geschwächt, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass dabei Fehler passieren. Durch einen Sonnenbrand kommt es zu besonders vielen Schäden in den Zellen – das Risiko, dass diese mit der Zeit entarten und Hautkrebs entsteht, erhöht sich deutlich.

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Sonnenbaden mit oder ohne Sonnenschutz?

Sonnenmilch schützt uns beim Sonnenbaden auch nach Ablauf unseres hauteigenen Schutzes vor den gefährlichen UV-Strahlen. Wählen wir etwa den Lichtschutzfaktor 30, müssen wir unsere Eigenschutzzeit einfach mit diesem Faktor multiplizieren. Bei 10 Minuten würde die maximale Aufenthaltsdauer beim Sonnenbaden also 300 Minuten betragen. Wichtig ist, dass wir in dieser Zeit regelmäßig nachcremen (spätestens alle zwei Stunden sowie nach dem Schwimmen und Abtrocknen). Wirklich gut geschützt sind wir allerdings erst dann, wenn wir auch genügend Creme benutzen: Ein Erwachsener sollte etwa vier Esslöffel Sonnencreme auf den ganzen Körper auftragen. Im Gesicht sollte ein Teelöffel voll verteilt werden. 

 

Sonnenschutz für die Augen 

Auch die Augen sollten bei einem ausgiebigen Sonnenbad vor UV-Licht geschützt werden. Mit Sonnencreme kommen Sie hier natürlich nicht weit; dafür aber mit einer Sonnenbrille. Diese sollte die UV-Strahlung filtern, bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern. Zu erkennen ist das meist an einem kleinen Aufkleber auf der Brille, zum Beispiel “UV 400”.  

 

Sonnen während der Schwangerschaft? 

Schwangere sind besonders hitzeempfindlich. Der Stoffwechsel und die Blutzirkulation sind erhöht und der Körper produziert mehr Wärme. In Kombination mit der äußeren Wärmeeinwirkung von der Sonne, kann es schnell zu Hitzewellen kommen. Durch die Schwangerschaftshormone ist die besonders lichtempfindlich. Wer bereits unter einer Sonnenallergie leidet, sollte jetzt besonders vorsichtig sein. Hautreizungen und Pigmentstörungen treten in dieser Zeit häufiger als gewöhnlich auf. 

Sonnenschutz in der Schwangerschaft - so geht’s

  1. Aktivitäten im Freien nicht während der Mittagshitze planen. Wählen Sie lieber den Vor- oder Nachmittag bzw. den frühen Abend aus. 
  2. Tragen Sie lockere und verdeckende Kleidung. Diese ist luftig und daher angenehm kühl und Ihre Haut ist vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt. 
  3. Sonnenpflege mit hohem UV-Schutz, den ganzen Tag. Schmieren Sie sich immer gründlich mit Sonnencreme ein, auch wenn Sie nur schnell in den Supermarkt gehen. 

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Sonnenbaden mit Tattoos - ist das möglich? 

Auf jeden Fall! Auch mit einer Tätowierung dürfen Sie dem Sonnenbaden nachgehen. Wichtig ist, dass Sie Ihr Tattoo mit einem ausreichend hohen Lichtschutzfaktor schützen. Mindesten LSF 30 sollten Sie verwenden, um ein Ausbleichen der Farbpigmente durch die direkte Sonneneinstrahlung zu vermeiden. Nach dem Sonnen sollte die Haut zusätzlich mit einer intensiven Feuchtigkeitspflege versorgt werden. Das kann eine After-Sun-Creme sein oder auch eine spezielle Tattoopflege. 

Sonnenbad bei Kortisonbehandlung? 

Hier ist Vorsicht geboten. Wenn Sie in einer Behandlung mit Kortisonpräparaten sind, dann ist Sonnen tabu. Dabei ist es egal, ob Sie das Kortison in Tabletten- oder Cremeform zu sich nehmen. Bei einer dauerhaften Einnahme des Wirkstoffes können Hautirritationen und Pigmentflecken entstehen.

 

Hautirritationen und Pigmentflecken nach dem Sonnenbad

Sonnen reizt die Haut. Neben leichten Rötungen, die in der Regel schnell wieder abklingen, kann die Haut aber auch dauerhaft gereizt auf UV-Strahlung reagieren. 

Typische Hautirritationen, die durch Sonnenbaden entstehen:

 

Quellen: GROB, J. J., et al. (1993): Study of sunbathing habits in children and adolescents: application to the prevention of melanoma. In: Dermatology. 

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