Richtiger Takt fürs Herz

Richtiger Takt fürs Herz
Eine Operation mit einem sogenannten Hitze-Katheter korrigiert Herzrhythmusstörungen innerhalb von anderthalb Stunden © Fotolia

Frida L. (66) litt unter Vorhofflimmern. Medikamente halfen nicht mehr – doch dann beendete ein Hitze-Katheter ihre Herzrhythmusstörungen. Praxisvita erzählt ihre Geschichte.

Wer denkt im Alltag schon an sein Herz? Unbemerkt verrichtet der Motor unseres Lebens seinen Dienst, pumpt rund 100 000-mal am Tag Blut durch unseren Körper. Nur manchmal spüren wir das Pochen. Wenn wir uns besonders anstrengen, aufgeregt sind – oder wenn das Herz ins Stolpern oder Rasen gerät. So war es bei Rentnerin Frida L. aus Dresden. Sie hatte Vorhofflimmern – die häufigste aller Herzrhythmusstörungen. Medikamente nutzten nichts, erst moderne Medizin-Technik half. Und heute sagt sie: „Eine winzige Sonde brachte mein Herz wieder in den richtigen Takt."

Völlig unvermittelt hatten sich die Beschwerden bei ihr vor zwei Jahren eingestellt. Frida L.: „Ich wollte nachmittags spazieren gehen, da schlug mir das Herz plötzlich bis zum Hals. Es war, als ob der ganze Körper vibrierte, und es hörte einfach nicht auf. Mir wurde angst und bange."

Als gelernte Krankenschwester dachte sie sofort an eine Herzrhythmusstörung. Und tatsächlich: Die Untersuchung ergab, dass Frida L. unter Vorhofflimmern litt. Dabei verliert der Taktgeber des Herzens, der sogenannte Sinusknoten, die Kontrolle über die elektrischen Signale im Muskel. Wie ein Wirbelsturm rasen die Impulse durch die vorderen Herzkammern, bringen die Muskelzellen zum wilden, unkontrollierten Zucken – das Herz schlägt schneller. Das Vorhofflimmern ist zwar nicht akut lebensbedrohlich. Aber die linke Herzkammer wird schlechter mit Blut gefüllt, was sich bei Anstrengungen bemerkbar machen kann. Vor allem jedoch erhöht die Krankheit das Risiko, einen Schlaganfall zu bekommen.

Frida musste zuerst Medikamente einnehmen, aber die schlugen bei ihr nicht richtig an. Sie berichtet: „Trotz der Mittel bekam ich immer wieder Attacken, und mein Herz raste dann zwei bis drei Stunden lang. Man lebt ständig in Sorge, dass es jederzeit losgehen kann. Deshalb traute ich mich auch nicht mehr zu verreisen. Schließlich wollte ich nicht im Ausland von einem gefährlichen Anfall überrascht werden."

Durch einen Bekannten hörte sie dann von einem Verfahren, das das Vorhofflimmern auf Dauer beseitigen kann: die Katheterablation. Frida L. wandte sich an das Herzzentrum Leipzig, das dieses Verfahren ebenfalls einsetzt.

Dr. Christopher Piorkowski (35), Leitender Oberarzt der Abteilung Rhythmologie, erklärt die Methode: „Über einen Einstich in der Leiste schieben wir dünne Elektrokabel mit Sonden ins Herz. Ein Diagnose-Katheter liefert Bilder, sodass wir den Eingriff auf dem Monitor genau verfolgen können. Mit einem Hitze-Katheter werden dann gezielt kleine Stellen im Vorhof verschmort. Dadurch entsteht eine Barriere von Narben, die von den unerwünschten elektrischen Impulsen nicht mehr überwunden werden kann.“

Während des Eingriffs wurde Frida L. medikamentös in den Schlaf versetzt. Nach gut anderthalb Stunden hatte sie es überstanden. Schon ein paar Tage später konnte sie die Klinik wieder verlassen.

Seitdem ist ihr Herz nicht mehr aus dem Takt geraten. Frida L.: „Endlich brauche ich keine Angst mehr vor Herzrasen zu haben und kann wieder verreisen. Anfang des Jahres habe ich drei unbeschwerte Wochen auf Lanzarote genossen."

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