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Richtig lüften: Mit Stoßlüftung gegen Aerosole, Schimmel und Schadstoffe

Gaby Scheib

Wenn es draußen kühler wird, bleiben die Fenster meistens eher zu – schließlich wollen wir nicht frieren. Dabei ist es nicht nur wegen Corona sehr wichtig, regelmäßig und richtig zu lüften. Warum sollte man regelmäßig das Fenster öffnen? Wie lüftet man überhaupt richtig? Und können Lüftungsanlagen eine Hilfe sein? 

Geöffnetes Fenster von innen, Blick auf Winterlandschaft
Auch im Winter sollte man richtig lüften, um Aerosole und Schadstoffe raus- und frische Luft reinzulassen Foto:  iStock-172751025 kodachrome25
Inhalt
  1. Corona-Viren rauslüften
  2. Richtig lüften sorgt für Sauerstoff und beugt Schimmel vor 
  3. Fenster kippen oder stoßlüften: Wie lüftet man richtig?
  4. Richtiges Heizen unterstützt die Lüftungswirkung
  5. Lüftungsanlagen als Alternative
 

Corona-Viren rauslüften

Richtiges Lüften muss sein – vor allem im Winter und wegen Corona: Die verbrauchte Luft, in der eventuell mit Viren beladene Tröpfchen oder Aerosole schweben, muss raus und frische, sauerstoffhaltige Luft rein. Aerosole, also feinste Partikel, können sich sogar mehrere Stunden in geschlossenen Räumen halten und Menschen infizieren. Die Gefahr wird immer größer, je kleiner das Zimmer ist, je mehr Leute sich dort aufhalten – und je länger sie zusammentreffen. Wird von draußen frische Luft reingelassen, sinkt der Gehalt an Aerosolen im Raum und damit auch die Infektionsgefahr.

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Richtig lüften sorgt für Sauerstoff und beugt Schimmel vor 

Und es gibt noch weitere Gründe, die für gutes Lüften sprechen: In der Raumluft sammeln sich zum Beispiel Kohlendioxid durchs Ausatmen, Gerüche vom Kochen sowie Schadstoffe aus Möbeln oder vom Rauchen. Parallel dazu steigt auch die Luftfeuchtigkeit, etwa durchs Waschen oder Baden, aber auch durch Körperausdünstungen und Zimmerpflanzen. 

Deshalb sollte die verbrauchte Luft regelmäßig gegen frische, sauerstoffhaltige ausgetauscht werden. Die brauchen wir einerseits, um gesund und leistungsfähig zu bleiben. Ein anderer Grund für regelmäßiges Lüften: Durch die erhöhte Luftfeuchtigkeit kann sich Schimmel in der Wohnung bilden, auch im Schlafzimmer. Insbesondere eine gute Wärmedämmung und neue, dichtschließende Fenster sorgen dafür, dass kaum noch ein Luftaustausch stattfindet – deshalb sollten wir regelmäßig lüften.

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Fenster kippen oder stoßlüften: Wie lüftet man richtig?

Um möglichst viel frische Luft reinzulassen ohne die Räume auszukühlen, sollte man diese Tipps beherzigen:

• Kurzes Stoßlüften mit weit geöffneten Fenstern statt die Fenster längere Zeit zu kippen
Querlüften mit Durchzug zum schnelleren Luftaustausch
• Im Winter fünf bis zehn Minuten lüften, im Sommer 20 bis 30 Minuten
Drei- bis viermal täglich für einen Luftaustausch sorgen
• Im Winter die Heizung während des Lüftens abdrehen
• Bei Wasserdampf sofort lüften, um Schimmel im Bad oder in der Küche zu vermeiden
• Im Schlafzimmer nach dem Aufstehen intensiv durchlüften
• Bei Heuschnupfen und Allergie in Städten morgens und auf dem Land abends stoßlüften

Auch Kellerräume sollten übrigens nicht vergessen werden: Weil die Außenwände meist relativ kalt sind, hat Schimmel leichtes Spiel. Daher ist es ratsam, hier regelmäßig für frische Luft zu sorgen – im Sommer allerdings wegen des Temperaturunterschieds nur nachts oder frühmorgens, im Winter zu jeder Tageszeit.

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Richtiges Heizen unterstützt die Lüftungswirkung

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) empfiehlt, parallel zum Lüften auch ausreichend zu heizen. Demnach sollte die Temperatur tagsüber in allen Räumen im Haushalt konstant bei mindestens 17 Grad bzw. im Flur bei 15 Grad liegen. Nachts kann sie gedrosselt werden. Die Türen zu weniger beheizten Räumen sollten geschlossen bleiben. 

 

Lüftungsanlagen als Alternative

Wer sich nicht ums Lüften kümmern möchte, kann auch eine Lüftungsanlage einbauen lassen. Versorgt sie die ganze Wohnung, müssen die Fenster nicht mehr geöffnet werden. Werden nur einzelne Räume, zum Beispiel mit einem dezentralen Gerät, belüftet, sollte der Luftaustausch in der restliche Wohnung wie oben beschrieben durchgeführt werden.

Weiterer Vorteil von Lüftungsanlagen: Man kann sie an die individuellen Gewohnheiten und Vorlieben anpassen. Dagegen spricht, dass die Anlagen regelmäßig von Fachleuten gewartet, gereinigt und die Filter ausgetauscht werden müssen. Richtig lüften ist da die kostengünstigere Alternative, die auf einfache Weise für ein gesundes Raumklima sorgt – auch in Zeiten von Corona. 

 

Quellen:

Richtig lüften, Schimmelbildung vermeiden in: umweltbundesamt.de
Richtiges Lüften und Heizen in: bmu.de
Richtig lüften: Alles, was Sie wissen müssen in: co2online.de

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