Richtig Fieber messen: So geht's

Daphne Sekertzi

Richtig Fieber zu messen ist gar nicht so leicht, wie man denkt. Es gibt nicht nur verschiedene Arten von Thermometern, sondern auch unterschiedliche Messvarianten, bei man denen jeweils viel falsch machen kann. Wie man Anwendungsfehler meidet und welche Messmethode zuverlässige Ergebnisse liefert.

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Inhalt
  1. Richtwerte beim Fieber messen: Ab welchen Werten spricht man von Fieber?
  2. Welche Arten von Fieberthermometern gibt es?
  3. Richtig Fieber messen an verschiedenen Körperstellen

Das Gesicht ist heiß und gerötet, die Augen glasig und die Glieder schwach – wenn man solche Symptome an sich oder seinem Kind bemerkt, ist es wichtig, richtig Fieber zu messen und zuverlässige Ergebnisse zu erhalten. Aber an welcher Körperstelle macht man das am besten und wie vermeidet man Anwendungsfehler?

 

Richtwerte beim Fieber messen: Ab welchen Werten spricht man von Fieber?

Ab wann man von Fieber sprechen kann, hängt entscheidend von der Körperstelle ab, an der man das Fieber misst. Die rektale Messung liefert die genauesten Ergebnisse. Werte zwischen 38 und 39°C gelten als erhöht, ab 39°C spricht man von Fieber. Hohes Fieber hat man ab 40°C. Werte ab 38,5°C zeigen bei Messungen im Ohr und im Mund Fieber an.

Hingegen ist das Fiebermessen unter der Achsel am ungenauesten: Wird das Fieberthermometer in die Achselhöhle geführt, sind die Werte um rund einen Grad niedriger als bei der rektalen Messung. Bei dieser Messvariante muss man somit bereits bei Werten von über 38°C davon ausgehen, dass man Fieber hat. Beim Fieber messen im Mund und im Ohr liegen die Werte hingegen etwa 0,5° C niedriger als bei Messungen, die im Enddarm erfolgen. 

Was man jedoch bei der Messung immer mitbedenken sollte: Die Körpertemperatur unterliegt natürlichen Schwankungen im Bereich zwischen 36°C und 37,5° C. Zudem gelten für Babys und Kleinkinder beim Fiebermessen andere Richtwerte: Bei Kindern liegt bei einer rektalen Messung ab 38,5°C Fieber vor, bei Babys unter drei Jahren bereits ab 38°C.

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Welche Arten von Fieberthermometern gibt es?

Man unterscheidet zwischen Kontakt- und kontaktlosen Fieberthermometern. Als Kontaktthermometer werden all jene Temperaturmesser bezeichnet, die bei der Messung mit einem Körperteil in Berührung kommen – im Mund, unter der Achselhöhle und im Enddarm. Dabei handelt es sich meist um digitale Thermometer. Kontaktlose Fiebermesser werden hingegen einige Zentimeter über die betroffene Stelle platziert, wo über Infrarot die Werte ermittelt werden.

Welche Art von Thermometer verwendet wird, entscheidet auch darüber, wie lange das Fieber messen dauert. Kontaktlose Messgeräte sind meist schneller, zugleich aber auch ungenauer als klassische Kontaktthermometer.

 

Richtig Fieber messen an verschiedenen Körperstellen

Zwar liefert das rektale Fieber messen die genausten Werte, jedoch wird diese Art des Fiebermessens oft als unangenehm empfunden, insbesondere von Kindern. Kennt man zudem die Fieber-Richtwerte der einzelnen Messvarianten, spricht nichts dagegen, das Thermometer auch an anderen Körperstellen zu benutzen. Es gibt jedoch einige Anwendungsfehler, die die Werte verfälschen können – die sich aber leicht vermeiden lassen.

Fieber messen im rektalen Bereich

Bei einer rektalen Temperaturmessung sollte man die Spitze des digitalen Thermometers mit Vaseline einfetten und etwa 1 bis 2 cm einführen. Dies gelingt am besten seitlich oder auf dem Rücken liegend, mit angezogenen Beinen. Babys und Kleinkinder sollten über die gesamte Messdauer hinweg nicht unbeaufsichtigt gelassen werden, um Verletzungen zu vermeiden.

Fieber messen im Mund

Möchte man genaue Ergebnisse erhalten, sollte man 30 Minuten vorher nichts essen und trinken. Wichtig bei dieser Messvariante ist zudem die richtige Platzierung der Thermometerspitze im Mund – das Fieber messen erfolgt nämlich unter der Zunge. Was auch häufig vergessen wird: Während des Messvorgangs müssen die Lippen geschlossen bleiben. Da man mehrere Minuten lang nur über die Nase atmen kann, sind Fiebermessungen im Mund bei Atemproblemen und Nasennebenhöhlenentzündungen ungeeignet.

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Fieber messen unter der Achsel

Wird die Körpertemperatur unter dem Arm gemessen, sollte das Fieberthermometer tief in der Achselhöhle gelegt und vom Oberarm eng umschlossen werden. Außerdem sollte man sich nicht zu sehr bewegen, da die Werte ansonsten stark von der tatsächlichen Körpertemperatur abweichen können. Daher ist das Fieber messen unter dem Arm eher für Erwachsene als für Kinder geeignet.

Fieber messen auf der Stirn

Beim Fieber messen auf der Stirn kommen kontaktlose Thermometer zum Einsatz. Dabei richtet man den Infrarotsensor auf die Stirnmitte und bewegt ihn mit einer fließenden Bewegung über die Augenbrauen hin zur Schläfe. Weil sich zu Beginn einer Erkrankung die Gefäße erweitern können und dadurch die Haut abkühlt, sollte man die Messung nach 15 Minuten wiederholen. Auch Schweiß auf der Stirn kann das Ergebnis verfälschen, deswegen sollte man zudem vor der Messung die Stirn mit einem Tuch abtupfen.

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Fieber messen im Ohr – ideal für Babys und Kinder

Das Ohrthermometer gehört zu den unkompliziertesten Geräten, um Fieber zu messen, besonders bei Kleinkindern und Babys ab sechs Monaten. Die Wahrscheinlichkeit für Anwendungsfehler ist bei dieser Messmethode allerdings relativ hoch, da viele Dinge berücksichtigt werden müssen.

Eine Anleitung für die Anwendung eines Ohrthermometers:

  1. Vor dem Messen das Ohr gründlich reinigen. Denn zu viel Ohrenschmalz kann das Ergebnis verfälschen.
  2. Das Ohr ein wenig nach oben und in Richtung Nacken ziehen, um Platz im Gehörgang zu schaffen.
  3. Nachdem in einem Ohr gemessen wurde, die Messung im anderen Ohr wiederholen. Die Werte sollten nur minimal voneinander abweichen.

Achtung: Liegt eine Mittelohrentzündung vor, sollte man auf Fieber messen im Ohr verzichten – es liefert ungenaue Ergebnisse und kann auch Schmerzen verursachen.

Es gibt somit mehrere Methoden, doch alle eint, dass die Anwendung korrekt sein muss, um richtig Fieber zu messen.

Quelle:

Was ist Fieber? In: Internisten im Netz

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