Richtig Fieber messen: So funktioniert es am besten

Daphne Sekertzi

Richtig Fieber messen ist nicht so leicht, wie man denkt. Es gibt nicht nur verschiedene Arten von Messgeräten. Fieber lässt sich auch mehreren Körperstellen messen. Dabei unterscheiden sich die Methoden zur Fiebermessung hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit. 

Frau hält digitalen Thermometer in den Händen
Es gibt viele Methoden, um Fieber zu messen Foto:  istock_rclassenlayouts
Inhalt
  1. Ab wann spricht man von Fieber?
  2. Welche Fieberthermometer gibt es?
  3. Worauf man bei der rektalen Fiebermessung achten muss
  4. Korrekte Temperaturmessung im Mund
  5. Fieber unter den Achseln richtig messen
  6. Fiebermessen mit einem Stirnthermometer
  7. Wie wendet man ein Ohrthermometer an?

Das Gesicht ist heiß und gerötet, die Augen glasig und die Glieder schwach – wenn man solche Symptome an sich oder seinem Kind bemerkt, kann nur ein Thermometer Aufschluss darüber geben, ob Fieber vorliegt. Doch das Fiebermessen kann an verschiedenen Körperstellen erfolgen: An der Stirn, am Ohr, im Mund, am Gesäß und unter dem Arm. Da stellt sich die Frage: Wie kann ich richtig Fieber messen? Und: Welche Messmethode bringt die zuverlässigsten Ergebnisse?

 

Ab wann spricht man von Fieber?

Ab wann man von Fieber sprechen kann, hängt entscheidend von der Körperstelle ab, an der man das Fieber misst. Die rektale Messung im Enddarm liefert die genauesten Ergebnisse. Hingegen ist die Messung unter der Achsel am ungenauesten.

Daher gelten je nach Methode unterschiedliche Richtwerte. Bei Messungen im Mund und im Ohr liegen die Werte rund 0,5° C niedriger als bei Messungen, die im Enddarm erfolgen. Wird das Fieberthermometer in die Achselhöhle geführt, sind die Werte um einen Grad niedriger.

Für die rektale Messung gelten Werte zwischen 38 und 39° C als erhöht, ab 39°C spricht man von Fieber. Hohes Fieber hat man ab 40°C. Werte ab 38,5°C zeigen bei Messungen im Ohr und im Mund Fieber an.

Die Körpertemperatur unterliegt jedoch natürlichen Schwankungen – sie schwankt zwischen 36 und 37,5° C. So liegt die Temperatur abends und nach dem Sport höher. Zudem gelten für Babys und Kleinkinder andere Richtwerte. Bei Kindern liegt ab 38,5°C Fieber vor, bei Babys unter drei Jahren bereits ab 38°C.

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Welche Fieberthermometer gibt es?

Man unterscheidet zwischen Kontakt- und kontaktlosen Fieberthermometern. Als Kontaktthermometer werden all jene Temperaturmesser bezeichnet, die bei der Messung mit einem Körperteil in Berührung kommen – im Mund, unter der Achselhöhle und im Enddarm. Dies sind meist digitale Thermometer. Fiebermesser, die keinen Kontakt mit dem Körper benötigen, funktionieren dagegen über Infrarot. Dazu zählen Ohr- und Stirnthermometer.

 

Worauf man bei der rektalen Fiebermessung achten muss

Bei einer rektalen Temperaturmessung sollte man die Spitze des digitalen Thermometers mit Vaseline einfetten und etwa 1 bis 2 cm einführen. Dies gelingt am besten seitlich oder auf dem Rücken liegend, mit angezogenen Beinen. Babys und Kleinkinder sollten über die gesamte Messdauer hinweg nicht unbeaufsichtigt gelassen werden, um Verletzungen zu vermeiden.

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Korrekte Temperaturmessung im Mund

Fiebermessungen im Mund zählen zu den genausten. Dabei sollte man beachten, dass 30 Minuten vorher nichts gegessen und getrunken werden darf. Für die Messung legt man die Thermometerspitze unter die Zunge. Währenddessen müssen die Lippen geschlossen bleiben. Da man mehrere Minuten lang nur über die Nase atmen darf, sind Fiebermessungen im Mund bei Atemproblemen und Nasennebenhöhlenentzündungen sowie speziell für Kleinkinder ungeeignet.

 

Fieber unter den Achseln richtig messen

Möchte man die Körpertemperatur unter dem Arm messen, sollte das digitale Fieberthermometer tief in der Achselhöhle liegen und vom Oberarm eng umschlossen werden. Bei der Messung sollte man sich nicht zu sehr bewegen, da die Werte ansonsten stark von der tatsächlichen Körpertemperatur abweichen können.

 

Fiebermessen mit einem Stirnthermometer

Die Messung erfolgt kontaktlos über die Schläfe. Man richtet den Infrarotsensor auf die Stirnmitte und bewegt ihn mit einer fließenden Bewegung 1 cm über die Augenbrauen hin zur Schläfe.

Weil sich zu Beginn einer Erkrankung die Gefäße erweitern können und so die Haut abkühlt, sollte man die Messung nach 15 Minuten wiederholen. Außerdem kann Schweiß auf der Stirn das Ergebnis verfälschen, wodurch das Fieberthermometer für die Stirn zu einem ungenauen Messgerät werden kann.

 

Wie wendet man ein Ohrthermometer an?

Das Ohrthermometer gehört zu den beliebtesten Geräten, um Fieber zu messen. Sie sind besonders für Babys und Kleinkinder geeignet, da sie als angenehmer empfunden werden als Thermometer, die am Gesäß messen. Gleichzeitig ist bei dieser Messmethode die Wahrscheinlichkeit für Anwendungsfehler hoch, da viele Dinge berücksichtigt werden müssen.

Eine Anleitung für die Anwendung eines Ohrthermometers:

  1. Vor dem Messen das Ohr gründlich reinigen. Zu viel Ohrenschmalz kann das Ergebnis verfälschen.
  2. Das Ohr ein wenig nach oben und in Richtung Nacken ziehen, um Platz im Gehörgang zu schaffen.
  3. Nachdem das eine Ohr gemessen wurde, die Messung auf dem anderen Ohr wiederholen. Die Werte sollten nur minimal voneinander abweichen.

Achtung: Liegt eine Mittelohrentzündung vor, sollte man auf Ohrthermometer verzichten – sie liefern dann ungenaue Werte und können Schmerzen verursachen. Außerdem ist zu beachten, dass diese Messmethode aufgrund der Größe des Gehörgangs erst bei Kindern ab sechs Monaten möglich ist. Richtig Fieber messen, lässt sich bei Babys unter sechs Monaten mit einem digitalen Thermometer, der rektal eingeführt wird.

Quelle:

Was ist Fieber? In: Internisten im Netz

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