Rheumatische Erkrankungen haben viele Gesichter

Frau mit chronischen Rückenschmerzen
Chronische Rückenschmerzen? Schätzungsweise rund 200 000 Menschen hierzulande sind von der sogenannten axialen Spondyloarthritis betroffen © Fotolia

Wenn Rückenschmerzen nicht nach wenigen Tagen wieder abklingen, sondern Wochen und Monate andauern, könnte dahinter eine chronische Entzündung stecken. Erfahren Sie hier, warum Sie dann dringend einen Arzt konsultieren sollten.

Rheuma ist nicht gleich Rheuma und betrifft längst nicht nur ältere Menschen. Neben der rheumatoiden Arthritis gibt es auch die axiale Spondyloarthritis, zu der Morbus Bechterew und die nichtröntgenologische axiale Spondyloarthritis zählen. Hierbei handelt es sich um eine Autoimmunerkrankung, bei der das Immunsystem fälschlicherweise gesundes, körpereigenes Gewebe angreift – die Folge: schmerzhafte Entzündungen und eine Versteifung der betroffenen Gelenke. Ein Hauptsymptom dabei sind Schmerzen im unteren Bereich des Rückens. Die Schmerzen entwickeln sich langsam und verschlimmern sich im Ruhezustand. Dauern diese länger als 3 Monate an, treten oftmals in der zweiten Nachthälfte auf und bessern sich durch Bewegung, kann die Rheumaerkrankung axiale Spondyloarthritis dahinter stecken. Die Beschwerden sind nach dem Aufwachen am stärksten und erschweren den Betroffenen das Aufstehen. Zur Risikogruppe dieser Erkrankung gehören junge Frauen und Männer im Alter zwischen 20 und 30 Jahren.

 

Weitere Symptome der axialen Spondyloarthritis

Mediziner unterscheiden zwei Stadien dieser Krankheit: die nichtröntgenologische axiale Spondyloarthritis und die ankylosierende Spondylitis (Morbus Bechterew). Neben Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule können auch andere Gelenke von der Krankheit betroffen sein. So sind neben Schwellungen im Bereich der Achillessehne auch Entzündungen von Fingern und Zehen möglich. In einigen Fällen werden auch andere Organe in Mitleidenschaft gezogen. Zu den häufigsten Erkrankungen zählen die Regenbogenhautentzündung, die Schuppenflechte und die Darmerkrankung Morbus Crohn. Bei schwerem Krankheitsverlauf können Komplikationen an Lunge, Herz oder Nieren auftreten.

 

Eine axiale Spondyloarthritis ist schwer zu erkennen

Da das Krankheitsbild schwer von anderen Rückenschmerzen abzugrenzen ist, werden entzündliche Rückenschmerzen oftmals nicht als solche erkannt und folglich nicht richtig behandelt. Auch wenn die axiale Spondyloarthritis bisher nicht heilbar ist, können gezielte Therapiemaßnahmen die Beschwerden lindern und die Lebensqualität der Patienten verbessern. Das Problem: Bis zu zehn Jahre können vergehen, bevor die richtige Diagnose gestellt wird. Die Gefahr, dass irreversible Schäden an der Wirbelsäule entstehen, steigt mit der Zeit, die es braucht, die richtige Diagnose zu stellen. Mit Hilfe eines sogenannten „Symptom-Check“, können mögliche Betroffene vor ihrem Arztbesuch durch Beantwortung von nur fünf gezielten Fragen testen, ob ihr Rückenschmerz entzündlich bedingt sein könnte. Sobald die Diagnose steht, kann die Therapie begonnen und der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden. Bei entzündlich bedingten Rückenschmerzen ist neben der adäquaten medikamentösen Behandlung Bewegung ein möglicher Schlüssel zur Schmerzlinderung.

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