Rheuma bei Kindern – das unbekannte Leiden

Redaktion PraxisVITA
Viele Kinder leiden unter Rheuma
Rheuma bei Kindern führt dazu, dass sich die Kleinen oft nicht mehr trauen, richtig zu toben © Fotolia

Rheuma bei Kindern fasst verschiedene Erkrankungen des Bewegungsapparates zusammen. Am weitesten verbreitet ist die Arthritis, eine Entzündung der Gelenke. Das Gelenk schwillt an, schmerzt und ist meist überwärmt. Was gegen die Beschwerden hilft, erfahren Sie hier.

 

Rheuma bei Kindern bedeutet eine Bewegungseinschränkung

Rheuma bei Kindern bedeutet fast immer eine Einschränkung der Beweglichkeit von Händen, Füßen, Armen und Beinen oder der Wirbelsäule. Die Kinder und Jugendlichen trauen sich dadurch nicht mehr, richtig zu toben und zu spielen.

Man teilt die Erkrankung in zwei große Gruppen ein: die akute und die chronische (juvenile chronische Arthritis, JCA). Sie unterscheiden sich darin, dass bei den akuten Formen die Gelenkstrukturen erhalten bleiben, während bei der chronischen Entzündung die Gefahr einer Gelenkschädigung bis hin zur Zerstörung der betroffenen Gelenke besteht. Daneben kommen im Kindes- und Jugendalter noch zahlreiche andere rheumatische Erkrankungen vor, wie etwa Bindegewebskrankheiten oder die Borrelienarthritis, die durch Zecken übertragen wird. Besonders häufig gibt es die akuten rheumatischen Gelenkentzündungen. Sie werden durch die unterschiedlichsten Infektionen ausgelöst. Auslöser können Viren und Bakterien der Luftwege sowie des Magen-Darm-Kanals sein.

Rheuma bei Kindern
Rheuma bei Kindern sorgt für Schmerzen beim Bewegen. Viele Kinder trauen sich daher nicht mehr, herumzutoben© iStock /Branimir76
 

Rheuma bei Kindern behandeln

Behandelt wird Rheuma bei Kindern mit schmerz- und entzündungshemmenden Medikamenten, den nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Bei leichteren Verläufen reicht diese Therapie oft aus, um die Krankheit zur Ruhe zu bringen. Bei chronischen Prozessen müssen allerdings zusätzlich Basismedikamente eingesetzt werden, die regulierend ins Immunsystem eingreifen. Die medikamentöse Behandlung ist jedoch nur ein Teil des großen Therapiekonzepts. Rheuma bei Kindern kann auch mithilfe der lokalen Kälte- und Wärmebehandlung, Krankengymnastik, Ergotherapie sowie der psychosozialen Betreuung und Begleitung von Kind und Familie therapiert werden. Ausgesprochen wichtig ist ebenfalls, dass die Eltern und – so weit vom Alter her möglich – auch die Kinder über ihre Krankheit ausreichend informiert, geschult und richtig in die Behandlung mit einbezogen werden.

 

Rheuma bei Kindern wird spät entdeckt

Leider ist immer noch zu wenig bekannt, dass es Rheuma auch bei Kindern gibt. Aus diesem Grund kommt es vor, dass Kinder mit rheumatischen Erkrankungen viel zu spät, manchmal erst nach unzähligen Arztbesuchen richtig diagnostiziert werden. Beim geringsten Verdacht, vor allem wenn Rheuma in der Familie gehäuft vorkommt, sollten sich Eltern gleich an einen Rheuma-Arzt wenden.

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