„Goldenes Blut“: Die seltenste Blutgruppe der Welt

Redaktion PraxisVITA

Nur etwa 40 Menschen weltweit haben die Blutgruppe Rhesus Null. Sie wird als „Universalblut“ oder „Goldenes Blut“ bezeichnet, da sie unglaublich selten und daher kostbar ist.

Inhalt
  1. Diese Blutgruppen sind am häufigsten
  2. Blutspenden mit Universalblut: Das "goldene Blut"
  3. Seltene Blutgruppe Rhesus-Null

Kennen Sie ihre Blutgruppe? Diese Frage stellt sich, wenn zum Beispiel eine Operation fällig ist, bei der eine Bluttransfusion benötigt wird. Denn nicht jedes Blut verträgt sich mit jedem Spenderblut. Bei der falschen Blutgruppe kommt es zu massiven Problemen, das Blut verklumpt. Eine Transfusion könnte schlimmstenfalls tödlich enden. Das wissen Wissenschaftler seit etwa 100 Jahren.

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Diese Blutgruppen sind am häufigsten

Aber welche Blutgruppen existieren eigentlich? Es gibt acht verschiedene Hauptblutgruppen O, A, B und AB sowie den positiven und negativen Rhesusfaktor, hinzukommen zahllose Untergruppen, die so verschieden sind wie unser genetischer Fingerabdruck. Manche dieser Blutgruppen treten sehr häufig auf, andere sind sehr selten. Blutgruppe A/ rhesus positiv (37 Prozent) und 0/ rhesus positiv (35 Prozent) gibt es am häufigsten. Nur 15 Prozent der Bevölkerung tragen das Blutgruppenmerkmal Rhesus negativ. Das ist aber nichts im Vergleich zu einer Blutgruppe, die extrem selten ist: Die Blutgruppe Rhesus-Null haben nur etwa 45 Menschen weltweit

 

Blutspenden mit Universalblut: Das "goldene Blut"

Blutgruppe Rhesus-Null kann als sogenanntes Universalblut bei allen, auch sehr seltenen Blutgruppen, als Spenderblut eingesetzt werden und wird daher als „Goldenes Blut“ bezeichnet. Rein statistisch hat nur einer von sechs Millionen Menschen diese Blutgruppe. Diesem Blut fehlen die Antigene gegen andere Blutgruppen, es kommt also zu keiner Abwehrreaktion bei der Bluttransfusion. Im Notfall kann es Leben retten, um Menschen mit sehr seltenen oder unbestimmten Blutgruppen zu retten.

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Seltene Blutgruppe Rhesus-Null

Erst 1961 hat man eine Frau gefunden, eine australische Ureinwohnerin, die Rhesus-Null-Blut hatte. Vorher hatte man es für unmöglich gehalten, dass jemand mit dieser Blutgruppe überleben könne, weil man die Antigene für lebensnotwendig erachtete. Seitdem konnten 43 Menschen identifiziert werden, neun von ihnen sind als aktive Blutspender verzeichnet. Sie spenden aber nicht nur für andere, sondern auch für sich selbst, für den Fall, dass sie selbst eine Blutspende brauchen, denn sie vertragen nur Blut ihrer eigenen Blutgruppe.

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Es gibt etwa 35 Systeme zu Eingruppierung der Blutgruppen. Am bekanntesten ist neben dem AB0-System das Rhesus-System. Es unterscheidet circa 50 Blutgruppen anhand der Antigene, der Eiweißkörper, die sich auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen befinden. Diese Antigene sorgen dafür, dass im Blut entsprechende Antikörper produziert werden und es zu einer Abwehrreaktion gegen fremde Eiweiße kommt.​

Quellen:

www.blutspendedienst.com

Flegel, W. A. (2007). MEDIZIN-Genetik des Rhesus-Blutgruppensystems. Deutsches Arzteblatt-Arztliche Mitteilungen-Ausgabe A, 104(10), 651-657.

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