Resonanztherapie lindert Nervenschmerzen

Resonanztherapie hilft bei Muskelzuckungen
Bei der sogenannten Resonanztherapie, steht man auf zwei Platten, die durch leichtes Ruckeln verschiedene Muskelpartien beanspruchen. Dadurch werden Botenstoffe im Gehirn aktiviert und an die Muskeln gesendet © Fotolia

Praxisvita erklärt, wie bei einer Polyneuropathie durch die Resonanztherapie Muskelschmerzen und -zuckungen gelindert werden.

Silvia S. (34) erzählt von Ihren Erfahrungen mit der Resonanztherapie.

Zugegeben: Besonders freundlich habe ich nicht reagiert, als mein Orthopäde mir vor einem Jahr die Resonanztherapie empfahl. „So ein neumodisches Zeug", habe ich gesagt. „Das bringt doch sowieso alles nichts!" Zu meiner Entschuldigung muss ich sagen, dass es mir damals sehr schlecht ging. Denn ich hatte ständige Schmerzen in den Beinen, nachts noch schlimmer als am Tag. Die Ärzte hatten wenige Monate zuvor eine Polyneuropathie diagnostiziert. Als Folge meiner Diabetes-Erkrankung hatten die Nervenenden in meinen Beinen Schaden genommen. Daher die Schmerzen und auch immer wieder Taubheitsgefühle in den Beinen.

 

Wie funktioniert die Stochastische Resonanztherapie?

Nun also die „Stochastische Resonanztherapie". Bei dem Verfahren, so erklärte mir der Arzt, würden die Selbstheilungskräfte des Körpers aktiviert. Ich war skeptisch, aber was hatte ich schon zu verlieren? Schlimmer konnte es ja nicht mehr werden. Also ließ ich mich zu Regina Bicker überweisen – einer Ergotherapeutin, die ihre Patienten schon lange mit der sogenannten SRT behandelt.

Als ich das Therapie-Gerät sah, lachte ich. „Das sieht ja aus wie in einem Fitness-Studio", sagte ich. Tatsächlich stand dort so etwas wie ein Laufband. Rechts und links waren Haltegriffe angebracht und in der Mitte gab es zwei Fußplatten, auf die ich mich stellen sollte.

„Die Platten werden nun ganz leicht ruckeln", erklärte mir Regina Bicker, die Ergotherapeutin. „Mal vor, mal zurück, dann wieder zur Seite. Sie selbst müssen gar nichts tun, einfach nur ruhig und locker stehen." Für den Körper bedeutet die Behandlung trotzdem schwere Arbeit. Denn bei jeder der vielen kleinen Plattenbewegungen muss er sich wieder ins Gleichgewicht bringen. Dafür braucht er sämtliche Muskeln und Nerven, die dadurch ununterbrochen bewegt und aktiviert werden. Auch in den Körperpartien, die ich wegen der ständigen Schmerzen über Monate geschont und somit vernachlässigt hatte.

„Die Bewegungen gaukeln dem Gehirn einen flotten Spaziergang vor", erklärte mir Regina Bicker.

„Daraufhin werden Botenstoffe ausgeschüttet, die direkt in den Nervenzellen wirken." Die Folge: Funktionierende Zellen werden gestärkt und geschädigte wieder aufgebaut. Das Verfahren, so erfuhr ich, hat sich deshalb auch bei anderen Erkrankungen als wirksam erwiesen. So hilft es auch bei Parkinson, Knochenschwund (Osteoporose) und nach einem Schlaganfall.

Anders als ich es befürchtet hatte, war die Behandlung vollkommen schmerzfrei – eigentlich sogar sehr angenehm. Am Anfang hielt ich mich noch an den Haltegriffen fest. Doch schon nach wenigen Minuten merkte ich, dass mein Körper sein Gleichgewicht ganz von allein fand. 20 Minuten stand ich so da, dann konnte ich wieder nach Hause gehen.

Polyneuropathie

Die Krankheit bewirkt, dass Nervensignale nicht richtig weitergeleitet werden. Insbesondere in den Beinen entstehen dadurch Schmerzen und Missempfindungen.

Zweimal pro Woche besuchte ich von nun an die Praxis. Und dann passierte das, was ich niemals für möglich gehalten hätte: Die Schmerzen nahmen ab! Schon nach der dritten Sitzung schlief ich eine Nacht durch und musste mich am Morgen nicht mehr aus dem Bett quälen.

Die Therapie ist nun abgeschlossen. Ganz verschwunden sind die Schmerzen nicht – ich weiß, dass sie mich ein Leben lang begleiten werden. Aber ich weiß auch: Sollten sie wieder stärker werden, kann ich sie beherrschen.

Das Gerät fordert den Körper, indem es ihn durch kleine Rüttelbewegungen aus dem Gleichgewicht bringt. Dem Gehirn wird dadurch Bewegung vorgegaukelt.

Praxis: Regina Bicker, Unna

Telefon: 02 303/30 37 77

Kosten: meist von den Kassen getragen. Privat: 15 Euro/Sitzung

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