Reperfusionsschaden – so kann ein Salz schützen

Folgeschäden nach Behandlung eines Herzinfarktes
Die sogenannten Reperfusionsschäden verringern die Überlebenschancen bei einem Herzinfarkt – US-amerikanische Forscher haben jetzt nach einem Mittel gesucht, um das zu verhindern © Fotolia

Bei der Behandlung eines Herzinfarkts kommt es häufig zu Folgeschäden, die chronische Herzerkrankungen auslösen können. Mediziner suchen seit Jahrzehnten nach einer Lösung für dieses Problem. US-amerikanischen Forschern ist jetzt ein Durchbruch gelungen. Erfahren Sie hier, welche Heilmittel sie gefunden haben.

Bei einem Herzinfarkt blockiert eine verstopfte Arterie den Blutfluss und der Herzmuskel bekommt zu wenig Sauerstoff. Ziel der Ärzte ist dann die sogenannte Reperfusion, das heißt die Wiederherstellung der Durchblutung des Herzens. Dazu wird die verstopfte Arterie geöffnet. Ist das geschehen, entsteht häufig ein neues Problem: Das frische Blut, das jetzt wieder durch das Gefäß fließen kann, beschädigt das Herzgewebe – Mediziner nennen dieses Phänomen Reperfusionsschaden. Es kann die Überlebenschancen bei einem Herzinfarkt verringern und zu bleibenden Schäden wie einer Herzinsuffizienz führen.

 

Natriumiod beugt Herzverletzungen vor

Diese Problematik beschäftigt Mediziner bereits seit Jahrzehnten. Bei der Suche nach einer Lösung sind US-amerikanische Forscher jetzt einen entscheidenden Schritt vorangekommen.

Die Wissenschaftler verabreichten Mäusen mit Herzinfarkt fünf Minuten vor der Reperfusion eine Infusion mit Natriumiodid, einem Salz, das auch zur Behandlung von Iodmangel eingesetzt wird. Das Ergebnis: Das Risiko eines Reperfusionsschadens verringerte sich um 75 Prozent. Wenn die Mäuse für zwei Tage vor der Prozedur mit Natriumiodid versetztes Trinkwasser bekamen, zeigte sich derselbe Effekt.

Als Erklärung vermuten die Forscher, dass das Natriumiodid die Produktion von Schilddrüsenhormonen hemmt. Deren Aufgabe ist es, den Herzstoffwechsel zu regulieren – dieser wiederum ist am Entstehen von Reperfusionsschäden beteiligt. Zur Überprüfung dieser These sind weitere Versuchsreihen geplant.

Wenn sich in Versuchen am Menschen dieselben Effekte beobachten lassen, könnte das die Behandlung von Herzinfarkten revolutionieren, so die Studienleiter.

Hamburg, 11. September 2014

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