Reizmagen-Behandlung richtet sich nach den Beschwerden

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Bei einem Reizmagen (funktionelle Dyspepsie) gestaltet sich die Behandlung schwierig, da keine organische Ursache erkennbar ist. Dafür spricht ein Reizmagen meist gut auf eine Therapie mit allgemeinen Maßnahmen an.

 

Die Reizmagen-Behandlung können Sie zu einem großen Teil selbst in die Hand nehmen

  • Verzichten Sie auf Kaffee, Alkohol und Softdrinks. Diese Getränke greifen die Magenschleimhaut an und fördern bei einem Reizmagen die Beschwerden. Stilles Mineralwasser, Kräutertees und Fruchtsaftschorlen sind besser geeignet.
  • Nehmen Sie anstelle von großen und üppigen Hauptmahlzeiten lieber über den Tag verteilt fünf bis sieben kleine Mahlzeiten zu sich. Verzichten Sie vor allem auf fettreiche und schwer verdauliche Fleischgerichte; besser geeignet sind Obstsalate, belegte Brote und andere leichte Speisen.
  • Wenn Sie Raucher sind, versuchen Sie so bald wie möglich mit dem Rauchen aufzuhören. Dabei können Ihr Arzt und/oder eine professionelle Raucherberatung Sie unterstützen.
  • Reduzieren Sie Stress und sorgen Sie für Entspannung. Sport und Entspannungsübungen können dabei helfen. Ideal sind zum Beispiel Yoga, Autogenes Training, Qi Gong und Progressive Muskelentspannung (PMR).
  • Achten Sie auch sonst auf Ihr seelisches Gleichgewicht. Sprechen Sie Probleme an, statt sie „herunterzuschlucken“. Wenn Sie das Gefühl haben, Hilfe zu benötigen, scheuen Sie sich nicht, einen Psychotherapeuten aufzusuchen.
Entspannung gegen Reizmagen
Die beste Therapie bei einem Reizmagen ist Entspannung: Dadurch verbessert sich auch die Tätigkeit der Darm-Muskulatur© Fotolia
 

Medikamente zur Reizmagen-Behandlung

Unterstützend eignen sich zur Reizmagen-Behandlung verschiedene Medikamente, um die Beschwerden in den Griff zu bekommen. Diese richten sich ganz nach den individuellen Symptomen: Überwiegen die Magenschmerzen im nüchternen Zustand („Ulkustyp“), können sogennate H2-Rezeptor-Blocker oder Protonenpumpen-Inhibitoren (PPI) hilfreich sein – diese Medikamente verhindern, dass zu viel Magensäure gebildet wird. Stehen beim Reizmagen die Verdauungssymptome im Vordergrund („Dysmotilitätstyp“), kann eine Reizmagen-Behandlung mit Medikamenten helfen, welche die Magenbewegungen fördern, sogenannte Gastroprokinetika (z.B. Domperidon). Gerade bei einem Reizmagen sind häufig auch pflanzliche Präparate hilfreich, zum Beispiel mit der Wirkstoffkombination aus Pfefferminzöl und Kümmelöl in Form von Kapseln. Diese Kombination ist sowohl gut verträglich, wie auch wirksam bei Druck- und Völlegefühl, aber auch bei Schmerzen und Krämpfen im Bauch.

 

Hilfe bei Helicobacter pylori

Ist die Magenschleimhaut mit dem Bakterium Helicobacter pylori infiziert, kann eine sogenannte Eradikation sinnvoll sein. Hierbei nimmt der Betroffene über etwa eine Woche hinweg eine Kombination aus Protonenpumpen-Inhibitoren und Antibiotika ein – mit dem Ziel, den Erreger komplett zu vernichten.

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