Reizhusten nachts: Das müssen Sie wissen

Redaktion PraxisVITA

Reizhusten nachts ist vor allem sehr quälend, denn durch den ununterbrochenen Hustenreiz ist an Schlaf nicht mehr zu denken. Mit den richtigen Tipps gehört unangenehmer Reizhusten bald der Vergangenheit an.

Frau mit Reizhusten nachts liegt auf dem Sofa und hustet in ein Taschentuch
Reizhusten nachts ist nicht nur besonders lästig, sondern kann durch die gereizten Schleimhäute auch sehr schmerzhaft werden Foto:  iStock/LittleBee80
Inhalt
  1. Was ist Reizhusten?
  2. Was hilft wirklich gegen Reizhusten nachts?
  3. Warum ist der Reizhusten nachts am schlimmsten?
  4. Woher kommt der Reizhusten nachts?
 

Was ist Reizhusten?

Reizhusten ist keine Krankheit, sondern ein Symptom, dass begleitend bei vielen Krankheiten, z.B. Allergien, Asthma aber vor allem bei Erkältungen auftreten kann. Bei Reizhusten handelt es sich um einen sogenannten trockenen Husten ohne Auswurf, das bedeutet, es wird kein Schleim gebildet, der abgehustet werden kann. Mediziner bezeichnen Reizhusten daher auch als unproduktiven Husten.

Ein Reizhusten kann nachts besonders quälend sein. Warum? Der Betroffene kommt nicht zur Ruhe, der ununterbrochene Hustenreiz zwingt ihn dazu, ständig zu Husten. Besonders charakteristisch für den Reizhusten in der Nacht sind die laute, fast bellenden Geräusche. Ein nächtlicher Reizhusten sollte nicht einfach ausgesessen werden, denn dadurch, dass kein Schleim produziert und abgehustet wird, schlagen die Schleimhäute beim Husten ungebremst aufeinander. So kann ein unbehandelter Reizhusten die empfindlichen Atemwegsschleimhäute nachhaltig schädigen.

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Was hilft wirklich gegen Reizhusten nachts?

Wenn Sie wegen Reizhusten nachts nicht schlafen können, ist es sinnvoll, vor dem Schlafengehen viel zu trinken, um die Schleimhäute feucht zu halten. Greifen Sie am besten zu Wasser oder Tee. Salbei- und Malventee unterstützen die Bildung einer Schutzschicht auf den Schleimhäuten, die neuerliche Hustenanfälle verhindert und die gereizten Atemwege beruhigt.

Raumluft anfeuchten und Reizhusten lindern

Heizungswärme kann die Atemwege zusätzlich reizen. Drehen Sie die Heizung zum Schlafen runter: 18 Grad genügen laut Experten, um gut und erholsam zu schlafen. Zusätzlich sollten Sie vor dem Schlafengehen noch einmal durchlüften. Angefeuchtete Raumluft kann ebenfalls dabei helfen, Reizhusten nachts zu verhindern. Dazu können Luftbefeuchter an dem Heizkörper befestigt werden oder ein feuchtes Handtuch aufgehängt werden. Auch eine Schale mit Wasser auf dem Heizkörper hilft dabei, die Luft im Schlafzimmer feuchtzuhalten. Denn so werden die Schleimhäute befeuchtet und Sie können besser durchatmen. Im Idealfall sollte die Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Messen können Sie diese mit einem sogenannten Hygrometer (Baumarkt und Onlinehandel).

Richtige schlafposition bei Reizhusten

Schlafen Sie mit erhöhtem Kopf – so fällt das Atmen leichter. Stellen Sie das Kopfende nach Möglichkeit also etwas höher ein. Ist das nicht möglich, hilft auch ein gut gepolstertes Kissen.

Hustenstiller für eine bessere Nachtruhe

Ist der Reizhusten nachts so schlimm, dass Sie kein Auge mehr zu bekommen, hilft meist nur noch ein Hustenstiller. Falsch ist, ihn bei produktivem Husten einzunehmen. Denn er verhindert, dass der Schleim aus den Bronchien abgehustet wird. Greifen Sie in solchen Fällen zum Schleimlöser.

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Warum ist der Reizhusten nachts am schlimmsten?

Eine Erkältung ist eine der häufigsten Ursachen für Reizhusten nachts. Die Erkältungsviren legen sich auf die Schleimhäute im Mund- und Rachenbereich und rufen dort eine Entzündung hervor. Die Hustenrezeptoren, die sich in der Mund- und Rachenschleimhaut befinden, reagieren überempfindlich und lösen so den für den Reizhusten typischen trockenen Hustenreiz aus.

Anders als bei produktivem Husten, bei dem Schleim produziert und abgehustet wird, gibt es beim Reizhusten keinen Schleim, der aus den Bronchien befördert werden könnte, sodass die Atemwege trocken, aber gereizt sind. Kommt nun noch Schnupfen hinzu, der die Nase verstopft und zu schwellen lässt, atmet der Betroffene vor allem nachts verstärkt durch den Mund, wodurch die Schleimhäute noch mehr austrocknen. Regelrechte Hustenanfälle sind nun die Folge.

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Woher kommt der Reizhusten nachts?

Meistens ist eine Erkältung, ausgelöst durch Viren, die Ursache für Reizhusten. Mit Abklingen der Erkältung, verschwindet der Reizhusten innerhalb von zwei bis drei Wochen wieder. Bessert sich der nächtliche Reizhusten aber nicht und hält bis zu acht Wochen an, sollte ein Arzt aufgesucht werden, denn in diesem Fall kann auch eine andere Erkrankung die Ursache für Reizhusten sein:

Asthma bronchiale

Betroffene dieser chronisch entzündlichen Erkrankung der Atemwege leiden oftmals unter Reizhusten oder Atemnot.

Postnasal-Drip-Syndrom (PND)

Ausgelöst durch eine chronische Nasennebenhöhlenentzündung oder eine Allergie, läuft bei dieser Erkrankung Sekret aus der Nase in den Rachen und löst so Reizhusten nachts aus.

Reflux

Fließt Magensäure zurück in die Speiseröhre, kann dies zu Reizhusten nachts führen, denn die Magensäure kann, wenn sie in den Rachenbereich gelangt, dort die Schleimhäute angreifen und so einen ununterbrochenen Hustenreiz auslösen.

Quellen:

Europäische Lungen-Stiftung (ELF – European Lung Foundation): www.europeanlung.org/de (Abrufdatum: 04.07.2019)

Reiß, Michael (2009): Facharztwissen HNO-Heilkunde: Differenzierte Diagnostik und Therapie, Berlin, Springer Verlag

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