Reizdarmsyndrom: Dahinter steckt das Bauchhirn

Psychische Ursachen von Reizdarm
Seelische Probleme können sich auf die Verdauung auswirken und das Reizdarm-Syndrom begünstigen © Fotolia

Wenn der Bauch keine Ruhe gibt, kann das Reizdarm-Syndrom dahinterstecken. Betroffene sollten auf ihre Seele hören: Häufig stecken psychische Ursachen hinter den Beschwerden – dann schlägt das Bauchhirn Alarm.

Immer wiederkehrende Bauchschmerzen, Krämpfe, Durchfall oder Verstopfung – die Symptome eines Reizdarm-Syndroms können ein normales Leben nahezu unmöglich machen. Sie bestimmen den gesamten Alltag, und das bei etwa 15 Prozent aller Deutschen. Das Reizdarm-Syndrom ist zwar nicht lebensbedrohlich, wird von den meisten Betroffenen aber sogar noch schlimmer eingestuft als Migräne oder Asthma.

 

Verursacher Bauchhirn

Ärzte vermuten, dass unser Bauchhirn für die Symptome verantwortlich ist. Es reguliert die Darmbewegungen und steuert Verdauungsvorgänge. Wenn das Bauchhirn nicht mehr ausreichend Hormone herstellt, kann das zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit des Darms und damit zu einer übermäßigen Anspannung der Magen-Darm-Muskulatur führen. Weil vor allem Frauen von der Erkrankung betroffen sind, sehen Mediziner psychische Faktoren als eine mögliche Ursache. Ihre Theorie: Frauen reagieren meist sensibler auf seelische Belastungen und Stress und äußern das in körperlichen Symptomen.

 

Der Schmerz sitzt in der Körpermitte

Dass sich diese vor allem in der Körpermitte bemerkbar machen, hat einen guten Grund: Kopf- und Bauchhirn sind über das Nervensystem miteinander verbunden. Emotionen, die dann im Großhirn umgesetzt werden, können daher das Bauchhirn und somit die Darmfunktion direkt beeinflussen. Unser Bauch kann also sprichwörtlich gereizt auf seelische Belastungen reagieren. Deswegen setzen Ärzte in der Therapie heute neben der Behandlung der Symptome auch vermehrt auf die Stärkung der Psyche.

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