Reizdarm-Diagnose erfolgt nach Ausschlussverfahren

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Um die Reizdarm-Diagnose stellen zu können, nimmt der Arzt verschiedene Untersuchungen vor. Dabei geht es vor allem darum, andere mögliche Ursachen für die Beschwerden auszuschließen. Praxisvita erklärt, welche das sind und wie der Arzt vorgeht.

Die Reizdarm-Diagnose stellt der Arzt, nachdem er sicher ist, dass keine anderen Ursachen wie eine Divertikulitis, eine Magen-Darm-Grippe oder eine Nahrungsmittelunverträglichkeit vorliegen. Da es kein Untersuchungsverfahren gibt, mit dem die Reizdarm-Diagnose eindeutig zu stellen ist, handelt es sich um eine sogenannte Ausschlussdiagnose.

Diagnose bei Reizdarm
Liegt ein Reizdarm-Syndrom vor? Zur Reizdarm-Diagnose tastet der Arzt unter anderem den Bauch ab© Fotolia

Im ersten Schritt führt der Arzt mit Ihnen ein ausführliches Gespräch (Anamnese), in dem er sich nach den genauen Symptomen erkundigt. Wichtig ist, seit wann die Beschwerden bestehen, wann genau sie auftreten und wann sie sich bessern. Besonders hilfreich ist es, wenn Sie ein Symptomtagebuch führen, in dem Sie die jeweiligen Beschwerden und die äußeren Umstände (Mahlzeiten, Stress, Besonderheiten) über einen Zeitraum von mehreren Wochen dokumentieren. Außerdem fragt der Arzt für die Reizdarm-Diagnose, ob eines Ihrer Familienmitglieder ähnliche Probleme hat, ob bei Ihnen selbst bestimmte Vorerkrankungen bestehen und ob Sie Medikamente einnehmen, die sich auf die Verdauung auswirken könnten.

 

Reizdarm-Diagnose: Untersuchungen nach dem Ausschlussverfahren

  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt tastet den Bauch ab, horcht mit einem Stethoskop die Darmgeräusche ab und tastet eventuell mit einem Finger den Enddarm ab (digital-rektale Untersuchung).
  • Ultraschall: Bei einer Ultraschalluntersuchung (Sonografie) des Bauchs kann der Arzt gegebenenfalls krankhafte Veränderungen des Darms erkennen.
  • Blutuntersuchung: Anhand einer Blutuntersuchung werden Anzeichen für Entzündungen, die Leber- und Nierenwerte und verschiedene andere Parameter überprüft.
  • Stuhluntersuchung: Besonders bei Durchfall ist oft eine Stuhlprobe sinnvoll, die im Labor zum Beispiel auf Keime und Parasiten untersucht wird.
  • Gynäkologische Untersuchung: Bei Frauen mit Verdacht auf Reizdarm steckt manchmal auch eine gynäkologische Diagnose (zum Beispiel Erkrankungen der Gebärmutter) hinter den Beschwerden. Daher ist auch eine Untersuchung beim Frauenarzt sinnvoll.
  • Darmspiegelung: Bei einer Darmspiegelung (Koloskopie) untersucht der Arzt den Darm von innen mithilfe einer kleinen Kamera an einem Schlauch. Mit diesem sogenannten Koloskop lassen sich gegebenenfalls auch Gewebeproben aus dem Darm nehmen. Ob eine Darmspiegelung bei der Reizdarm-Diagnose zum Ausschluss einer Darmkrankheit durchgeführt werden soll, wägt der Arzt gründlich ab.
Reizdarm-Diagnose
Die Reizdarm-Diagnose erfolgt mittels Ausschlussverfahren. Der Arzt stellt fest, ob die Beschwerden nicht beispielsweise auch von einer Laktoseintoleranz kommen könnten© Fotolia
 

Nahrungsmittelunverträglichkeit anstatt Reizdarm

Wasserstoff-Exhalationstest: Manchmal entpuppt sich bei einem vermeintlichen Reizdarm die Diagnose letztlich als Nahrungsmittelunverträglichkeit, häufig eine Laktose- oder Fruktoseintoleranz. Um dies zu testen, misst der Arzt die Wasserstoffkonzentration in der Atemluft, nachdem der Patient einen speziellen Michzucker- oder Fruchtzuckertrunk zu sich genommen hat.

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