Reizdarm-Behandlung erfolgt durch Ernährung und Medikamente

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Die Reizdarm-Behandlung erfolgt in der Regel nach den Symptomen. Auch leichte Ernährungsumstellungen können helfen. Praxisvita erklärt, was bei einem Reizdarm noch hilft.

Eine ursächliche Reizdarm-Behandlung ist meist nicht möglich. Die Reizdarm-Behandlung richtet sich im Allgemeinen nach den schwerwiegensten Symptomen. In der Hälfte der Fälle entwickeln sich die Symptome langfristig von alleine wieder zurück. Dennoch gibt es einige Möglichkeiten, den Reizdarm durch eine gezielte Behandlung mit Medikamenten und leicht veränderte Lebensgewohnheiten weitgehend in den Griff zu bekommen.

 

Wie sich die Ernährung auf den Reizdarm auswirkt

Zum Thema Reizdarm und Ernährung lassen sich nur begrenzt allgemeine Empfehlungen aussprechen. Wichtig ist vor allem, dass Sie herausfinden, welche Lebensmittel bei Ihnen ganz individuell die Darmbeschwerden provozieren. Viele Betroffene reagieren zum Beispiel auf sehr fettreiche Speisen (vor allem Sahnesaucen) mit Bauchschmerzen und Durchfall. Rohe Zwiebeln, Hülsenfrüchte und Kohlgemüse lösen dagegen oft Blähungen aus. Führen Sie für die Reizdarm-Behandlung am besten ein Symptomtagebuch, in dem Sie genau dokumentieren, was Sie gegessen haben und welche Beschwerden aufgetreten sind.

 

Reizdarm-Behandlung: Ernährungstipps

Vollkornprodukte für für die Reizdarm-Behandlung
Bei der Reizdarm-Behandlung kann es hilfreich sein, mehr Ballaststoffe – etwa in Form von Vollkornbrot, Haferflocken, Leinsamen oder Obst – zu sich zu nehmen© Fotolia
  • Nehmen Sie statt zwei oder drei üppigen Hauptmahlzeiten lieber über den Tag verteilt fünf bis sieben kleine Portionen zu sich.
  • Nehmen Sie sich Zeit für Ihre Mahlzeiten und kauen Sie gründlich. Essen Sie möglichst nicht im Stehen oder Gehen und schlingen Sie Ihr Essen nicht herunter – gerade wenn Sie es eilig haben.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter am Tag, an heißen Tagen und bei sportlicher Betätigung entsprechend mehr. Das beugt Verstopfung vor und füllt bei Durchfall die Flüssigkeitsspeicher wieder auf.
  • Genießen Sie Kaffee und Alkohol nur in Maßen – zu viel davon belastet schnell die Verdauung, provoziert Bauchschmerzen und Durchfall.
  • Sowohl bei Durchfall als auch bei Verstopfung kann es hilfreich sein, mehr Ballaststoffe – etwa in Form von Vollkornbrot, Haferflocken, Leinsamen oder Obst – zu sich zu nehmen. Gehen Sie die Umstellung jedoch schrittweise an, sonst können Blähungen und Verstopfung sich noch verstärken.
  • Probieren Sie nach und nach aus, welche Nahrungsmittel Ihnen gut tun und welche Sie besser weglassen. Achten Sie zum Beispiel darauf, wie Sie auf Milchprodukte, Weizenprodukte und Süßstoffe reagieren – dies ist im Einzelfall sehr unterschiedlich.
 

Medikamente unterstützen die Reizdarm-Behandlung

In den Phasen, in denen Ihr Reizdarm längere Zeit Probleme bereitet, können verschiedene Medikamente hilfreich sein. Dabei ist im Einzelfall wichtig, ob Sie eher zu Verstopfung, Durchfall oder Bauchschmerzen neigen. Grundsätzlich richten sich bei der Reizdarm-Behandlung die Medikamente immer nach den konkreten Symptomen.

Pfefferminzöl
Pfefferminzöl ist ein effektives Mittel bei der Reizdarm-Behandlung© Fotolia
 

Wirkstoff-Gruppen bei Reizdarm-Medikamenten

  • pflanzliche Arzneimittel, zum Beispiel mit einer Wirkstoffkombination aus Pfefferminzöl und Kümmelöl. Mehr Informationen zu pflanzlichen Arzneimitteln finden Sie im Bereich "Natürlich gesund." Die beiden Wirkstoffe Pfefferminzöl und Kümmelöl ergänzen sich in ihrer Wirkung. Die Kombination wirkt schmerzlindernd und entkrampfend, entbläht und beruhigt den gereizten Darm. Aufgrund der guten Verträglichkeit punkten pflanzliche Arzneimittel bei der Reizdarm-Behandlung
  • Antidiarrhoika (Mittel gegen Durchfall), zum Beispiel Loperamid, Cholestyramin
  • Laxanzien (Abführmittel), zum Beispiel Macrogol, Laktulose
  • Probiotika (Bakterien zur Unterstützung der Darmflora)
  • schmerz- und krampflösende Mittel, gegebenenfalls in Form von Antidepressiva

Auch wenn viele dieser Arzneimittel frei verkäuflich sind, sollten Sie generell mit Ihrem Arzt darüber sprechen, wenn Sie wegen Ihres Reizdarms wiederholt Medikamente einnehmen. Wenn Sie es schaffen, die Symptome durch leichte Änderungen in Ihren Lebens- und Ernährungsgewohnheiten in den Griff zu bekommen, ist dies die beste Reizdarm-Behandlung. Dazu gehört es auch, psychische Probleme zu bewältigen, bevor sie sich in körperlichen Symptomen äußern.

Vorbeugung
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