Reiseübelkeit: Wie sieht die Behandlung aus?

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei Reiseübelkeit bieten sich Ihnen verschiedene Möglichkeiten der Behandlung: Bestimmte Medikamente – sogenannte Antiemetika/Antivertiginosa – drosseln die am Gleichgewichtsorgan ankommenden Reize und hemmen zugleich deren Verarbeitung. Die Folge: Symptome wie Übelkeit oder Erbrechen verringern sich oder verschwinden vollständig.

Einige der gegen Reiseübelkeit angebotenen Wirkstoffe können auch prophylaktisch angewendet werden. Sie müssen dann je nach Wirkstoff am Abend vor Reisebeginn (z. B. Scopolamin) angewendet werden, können aber auch erst kurz vor Reisebeginn oder bei Auftreten von Symptomen als Kaugummi, Sirup oder Tablette eingenommen werden.

Als pflanzliche Alternative bieten sich bei Reiseübelkeit für die Behandlung auch Ingwer oder bestimmte Ingwer-Präparate an. Der Wurzelstock der Ingwer-Pflanze blickt auf eine lange Tradition als Mittel gegen Seekrankheit zurück und galt unter Seeleuten als wirksames Mittel gegen Reiseübelkeit. Frischer Ingwer lässt sich in kleinen Stücken kauen (Vorsicht: relativ scharf!) oder als Tee zubereiten. Es gibt ihn auch in Pulver- oder Tablettenform. Allerdings gibt es bis heute keine wissenschaftlichen Daten, die seine Wirkung eindeutig bestätigen.

Wichtig bei Reiseübelkeit sind für die erfolgreiche Behandlung der Symptome verschiedene Verhaltens-Regeln und Tipps, mit deren Hilfe Sie auftretende Beschwerden deutlich lindern können:

  • Fahren Sie nach Möglichkeit selbst. Das ist der sicherste Schutz gegen Reiseübelkeit.
  • Falls Sie aus dem Fenster sehen, fixieren Sie einen unbewegten Punkt am Horizont.
  • Lenken Sie sich durch anregende Gespräche mit Ihren Mitreisenden ab.
  • Essen Sie fettarme und kohlenhydratreiche Lebensmittel und sorgen Sie dafür, dass Ihr Magen weder zu voll noch zu leer ist.
  • Trinken Sie regelmäßig und in kleinen Portionen, am besten Wasser oder ungesüßte Tees.
  • Verzichten Sie auf Alkohol, Zigaretten und nach Möglichkeit auch auf Kaffee.
  • Sorgen Sie durch spezielle Techniken (z. B. Progressive Muskelentspannung) für Entspannung.
  • Legen Sie sich nach Möglichkeit flach hin, schließen Sie die Augen und halten Sie den Kopf ruhig.
  • Schlafen Sie während der Reise/Fahrt so viel wie möglich, da der Gleichgewichtssinn ebenso ausgeschaltet ist wie die Augen.
  • Vermeiden Sie laute Geräusche, beispielsweise indem Sie Ohrstöpsel verwenden.
  • Gehen Sie schlechten Gerüchen aus dem Weg, z. B. Fäkalien, Benzin.
  • Verzichten Sie auf das Lesen von Büchern oder Zeitschriften. Denn das sorgt für zusätzliche Irritationen.
  • Bewegen Sie sich regelmäßig und sei es nur, indem Sie den Gang im Zug hin- und hergehen.
  • Sorgen Sie für Frischluftzufuhr. Machen Sie beispielsweise während einer Autofahrt regelmäßig Pausen, um frische Luft zu schnappen.
Vorbeugung
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