Raus aus der Zuckerfalle!

Leberwurst enthält Zucker
Zuckerfallen verbergen sich häufig hinter deftigen Lebensmitteln wie z.B. Leberwurst © alamy

Macht Zucker abhängig? Welche Sorte ist besonders ungesund? Und wie reduziere ich meinen Zuckerkonsum? PraxisVITA klärt auf.

Ein starkes Immunsystem, mehr Energie und weniger Kilos. All das verspricht eine Zucker-Detox-Kur. Kein Wunder, dass das Thema gerade in aller Munde ist. Aber was ist wirklich dran am Trend, auf den süßen Klassiker zu verzichten? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Was ist alles Zucker?

Dazu zählen der typisch weiße Zucker und Fruchtzucker, aber auch Stärke in Brot, Nudeln und Kartoffeln. Außerdem versteckt er sich in vielen verarbeiteten Lebensmitteln unter einem anderen Namen. Faustregel: Alles, was auf -ose und -sirup endet, ist Zucker.

Macht er abhängig?

Zucker kann süchtig machen. Denn ein hoher Zuckerspiegel verursacht die Ausschüttung von Insulin. Dieses Hormon sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut entfernt und an sämtliche Körperzellen und Organe verteilt wird, die daraus Energie gewinnen. „Wenn Zucker- und Insulinspiegel ständig erhöht sind, entsteht eine Leptinresistenz. Das bedeutet: Wir verspüren kein Sättigungsgefühl mehr. Es droht echte Fress-Sucht“, erklärt Dr. Kurt Mosetter, Arzt. Tatsächlich belegen Studien: Zucker wirkt im Belohnungszentrum unseres Gehirns ähnlich wie Kokain!

Gefährdet er die Gesundheit?

Ja, Zucker ist der Dickmacher schlechthin. „So wie Gänse mit Getreide, Kartoffeln und Mais gemästet werden, werden auch beim Menschen durch Zucker Fettzellen aufgebläht und in Hormondrüsen umfunktioniert, die dann entzündliche Veränderungen, den Verlust eines natürlichen Sättigungsgefühls sowie Heißhunger auslösen“, sagt Dr. Mosetter. Ein gestörter Zucker- und Insulinstoffwechsel schwächt das Immunsystem und steht in Verbindung mit Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck, Schilddrüsenproblemen, Depressionen, Schlafstörungen und Krebs.

Welche Sorte ist besonders böse?

Allgemein gilt: Je mehr verarbeitet, desto ungesünder. Rohrohrzucker ist besser als weißer, weil er nur teilraffiniert ist. Das heißt, es sind noch Mineralien aus der Zuckerrübe oder dem Zuckerrohr enthalten.

Ist Fruchtzucker gesünder?

Leider auch nicht. „Der billigste Fruchtzucker aus Maisstärke, wie er in Süßgetränken und vielen Fastfood-Produkten steckt, wirkt sogar extrem schädlich“, so der Experte. In Obst steckt je nach Sorte mehr oder weniger Zucker. Es enthält aber auch lebenswichtige Mineralstoffe, Vitamine und Ballaststoffe. Zuckerbomben wie Bananen und Trauben sollte man trotzdem nur in kleinen Mengen zu sich nehmen – und auf keinen Fall in Form von abgepackten Fruchtsäften.

Honig enthält Fructose
Honig enthält Mineralstoffe, Enzyme und Spurenelemente. Aber er besteht zu gleichen Anteilen aus Glucose und Fructose© alamy

Gibt es süße Alternativen?

Einige, aber die meisten sind mit Vorsicht zu genießen: Süßstoff hat zwar weniger Kalorien als Zucker, führt aber zu Heißhunger-Attacken. Honig schmeckt lecker, wirkt antibakteriell und enthält Mineralstoffe, Enzyme und Spurenelemente. Aber er besteht zu gleichen Anteilen aus Glucose und Fructose – also darf man auch davon nicht zu viel essen. Stevia stellt im Prinzip eine gute Alternative dar. Ob die Pflanze jedoch tatsächlich ein gesunder Ersatz ist, müssen Langzeistudien erst noch belegen. „Der gesündeste Ersatzzucker ist der Zucker der Mistel und der Linsen: die Galactose.“ Die süßt, regt die Insulinproduktion nicht an, soll sogar entgiften und jung halten. In Reinform bekommt man Galactose in der Apotheke.

Wie reduziere ich Zucker?

Nicht von null auf hundert. Ein kalter Entzug wäre sogar schädlich: Heißhunger-Attacken, Schwäche, Unruhe, Reizbarkeit und Jo-Jo-Effekt sind nur ein paar mögliche Nebenwirkungen von plötzlichem Zuckermangel. Besser ist es, den Konsum schrittweise zu verringern: Erst Softdrinks, weißen Zucker und Süßigkeiten weglassen. Als Nächstes müssen Alkohol, Nudeln und Weißbrot dran glauben. Mit der Zeit wird Ihnen der Verzicht immer leichter fallen.

Papaya enthält wenig Fruchtzucker
Papaya enthalten wenig Fruchtzucker (100 Gramm enthalten im Schnitt nur 0,3 Gramm Fruchtzucker)© alamy

Avocado, Beeren, Papaya, Ananas, Aprikosen, Rhabarber und Grapefruit enthalten wenig Fruchtzucker. Hier können Sie ruhig öfter zuschlagen.

Schon gewusst? Zucker steckt (z. B. als Konservierungsmittel oder Geschmacksträger) auch in gar nicht süßen Lebensmitteln wie sauren Gurken, Leberwurst, Cornflakes, Rotkohl im Glas, Fertigpizza und Fleischsalat.

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