Raucherhusten: So helfen Sie Ihrer Lunge

Raucherhusten ist oft ein erstes Zeichen einer beginnenden COPD
Raucherhusten ist oft ein erstes Symptom einer beginnenden COPD © Fotolia

Raucherhusten ist nicht nur störend, er kündigt meist eine schwere Krankheit an: Die COPD. Mehr als 6 Millionen Menschen sind in Deutschland davon betroffen. Lesen Sie hier, auf welche Symptome sie achten müssen und was ihre Lunge schützt.

 

Raucherhusten – Hauptsymptom der COPD

Wenn es einfach wäre, würden die meisten Raucher mit dem Qualmen aufhören. Doch Rauchen ist eine Sucht und als solche nur sehr schwer zu besiegen. Und so kommt es, dass eine der Folgekrankheiten der Nikotinsucht immer weiter auf dem Vormarsch ist: die COPD.

COPD ist die Abkürzung für den englischen Begriff chronic obstructive pulmonary disease – also chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Im Volksmund wird diese Krankheit auch "Raucherlunge" genannt, denn ein typisches Symptom ist der laute Raucherhusten. Und: Vier von fünf Betroffenen rauchen.

Insgesamt sind in Deutschland etwa sechs Millionen Menschen von COPD betroffen. Und der Anteil der erkrankten Frauen ist in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen. Die meisten von ihnen beachten die ersten Symptome nicht, deshalb wird die Krankheit oft erst zu spät entdeckt.

Dabei sollten Symptome wie Raucherhusten, häufige akute Bronchitis und Luftnot deutliche Warnungen sein. Wer unter diesen Anzeichen leidet, sollte dringend einen Facharzt (Pneumologen) aufsuchen. Der kann die Funktionsfähigkeit der Lunge messen. Außerdem wird er den Patienten auf Asthma untersuchen, das ähnliche Symptome hervorrufen kann wie eine COPD.

 

Raucherhusten stoppen: Der Arzt hilft beim Aufhören

Doch was tun, wenn man tatsächlich diese chronische Lungenerkrankung hat? Als erstes natürlich aufhören zu rauchen. Ihr Hausarzt kann Ihnen Programme empfehlen, die dabei helfen. Wer es nicht allein schafft, kann auch zu Nikotinersatz-Präparaten oder zu Medikamenten greifen, die zwar kein Nikotin enthalten, im Gehirn aber genauso wirken. Fragen Sie Ihren Arzt danach.

 

Trotz Raucherhusten aktiv bleiben

Der Arzt wird außerdem ein Medikament verschreiben, das akute Schübe der Krankheit verhindern soll. Nur darauf sollten sich die Betroffenen aber nicht verlassen. Gewöhnen Sie sich einen aktiven Lebensstil an – mit regelmäßigen Spaziergängen an der frischen Luft. Auch wenn es schwerfällt und Ihnen schon nach kurzer Strecke die Luft wegbleibt. Das wird sich schnell bessern.

Die Symptome des Raucherhustens lassen sich außerdem mit Hustenlösern (Wirkstoff Ambroxol) lindern. Sie schützen die Atemwege auch davor, sich schnell wieder neu zu entzünden. Ziel der Therapie ist es, die verengten Bronchien wieder zu weiten. Und genau das können Medikamente gegen Asthma. Es gibt sie als Inhalatoren, aber auch als Tabletten, Tropfen oder Trinklösung. Fragen Sie Ihren Arzt auch nach dieser Möglichkeit.

 

Rauchstopp: Neue Studien

Israelische Forscher setzten Raucher während des Schlafes abwechselnd dem Geruch von faulen Eiern und Zigarettenrauch aus. So entstand ein wiederholter Wahrnehmungsreiz, das Gehirn verknüpfte die beiden Reize. Die Folge: Die Raucher verbanden Zigarettenrauch mit dem Geruch fauler Eier. Nach nur einer einzigen Nacht im Schlaflabor hatten die Studienteilnehmer ihren Zigarettenkonsum im Laufe einer Woche durchschnittlich um 30 Prozent veringert. Mehr über die "assoziative Konditionierung", die hier angewandt wurde, erfahren Sie in unserem Artikel "Kann man im Schlaf mit dem Rauchen aufhören?"

Eine Frau zerbricht eine Zigarette
Ein Rauchstopp ist genauso wirksam gegen Depressionen wie Antidepressiva, zeigen aktuelle britische Studien© Shutterstock

Britische Studien belegten kürzlich: Mit dem Rauchen aufzuhören, ist genauso wirksam gegen Depressionen wie ein Antidepressivum. Außerdem: Raucher haben ein um 70 Prozent höheres Risiko, an Depressionen und Ängsten zu leiden als Nichtraucher. Wer mit dem Rauchen aufhört, verringert dieses Risiko aber so, dass es fast wieder genauso niedrig ist wie bei Nichtrauchern. Mehr zur Studie können Sie hier nachlesen: "Rauchstopp – das beste Antidepressivum?"

Eine weitere Studie aus der Schweiz zeigt: Die Angst von Rauchern zuzunehmen, wenn sie mit dem Rauchen aufhören, ist tatsächlich berechtigt. Das liegt allerdings an einer veränderten Darmflora und nicht daran, dass man als Ersatzbeschäftigung zum Essen greift. Mehr zur Studie und wie Sie eine Gewichtszunahme trotz Rauchstopp vermeiden, lesen Sie hier: "Nicht mehr rauchen, trotzdem schlank bleiben"

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