Rauchen und Stillen: Welche Folgen kann das haben?

Julia Klinkusch Medizin- und Wissenschaftsjournalistin

Rauchen und Stillen – das verträgt sich schlecht. Denn das Baby leidet unter dem Nikotin und weiteren Schadstoffen, die es über die Muttermilch zu sich nimmt.

Inhalt
  1. Rauchen und Stillen – welche Folgen hat das für das Baby?
  2. Wie lange dauert der Nikotin-Abbau vom Rauchen bis zum Stillen?  
  3. Ist die E-Zigarette beim Stillen besser?

Rauchen und Stillen sollte man nicht kombinieren. Das Nikotin verringert die Milchbildung, das Baby nimmt womöglich schlechter an Gewicht zu. Zudem werden die Schadstoffe aus der Zigarette mit der Muttermilch auf das Kind übertragen.

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Rauchen und Stillen – welche Folgen hat das für das Baby?

Vielen Raucherinnen fällt es nach der neunmonatigen Pause während der Schwangerschaft schwer, weiter auf Nikotin zu verzichten. Dennoch sollten sie den Konsum ihrem Kind zuliebe aussetzen. Denn das Rauchen in der Stillzeit kann weitreichende Folgen haben.

Es ist wissenschaftlich belegt, dass das Rauchen von Müttern, aber auch von Vätern, in der Gegenwart des Kindes Auswirkungen auf die Gesundheit des Babys hat. Frühes Passivrauchen bei Babys und Kindern sowie das Rauchen und Stillen ist mit dem sogenannten plötzlichen Kindstod assoziiert. Schon durch das Rauchen während der Schwangerschaft erhöht sich das Risiko.

Zudem kann der Einfluss von Tabakrauch bei Babys und Kleinkindern zu einer dauerhaften Beeinträchtigung der Lungenfunktion führen. Auch erhöht das Rauchen der Mutter in Gegenwart des Kindes das Risiko für Infektionen der Atemwege.

Neben dem Nikotin enthält die Muttermilch von Raucherinnen Schadstoffe wie Dioxine, Benzpyrene, Nitrosamine und Schwermetalle, die über den Stillvorgang in den Magen-Darm-Trakt des Babys gelangen. Je höher der Zigarettenkonsum ist, desto größer ist auch die Belastung mit Schadstoffen. Noch ist nicht geklärt, ob das Rauchen in der Stillzeit spätere Krebserkrankungen des Kindes begünstigen könnte.

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Rauchen und Stillen kann zudem indirekte Folgen wie Stillprobleme mit sich bringen. So setzt der Milcheinschuss bei Raucherinnen später ein und sie haben generell weniger Milch als nichtrauchende Mütter. Das Nikotin wirkt sich darüber hinaus auf den Geschmack der Milch aus. Das kann dazu führen, dass das Baby weniger trinkt und nicht ausreichend an Gewicht zunimmt.

 

Wie lange dauert der Nikotin-Abbau vom Rauchen bis zum Stillen?  

Können oder wollen Mütter nicht auf die Zigarette verzichten, sollte zwischen dem Rauchen und dem Stillen so viel Zeit wie möglich liegen, um den Abbau des Nikotins und weiterer Schadstoffe zu ermöglichen. Nikotin ist in der Muttermilch innerhalb einer Stunde abgebaut, die übrigen Schadstoffe aus der Zigarette bleiben unterschiedlich lange in der Muttermilch. Je größer der Abstand zwischen dem Rauchen und dem Stillen ist, umso besser. Nach dem Rauchen sollten sich die Mütter Hände und Gesicht waschen und im Idealfall auch die Kleidung wechseln.

 

Ist die E-Zigarette beim Stillen besser?

Die E-Zigarette hat den Ruf, eine ungefährliche Alternative zur klassischen Zigarette zu sein. Das stimmt so nicht. Zwar zeigen erste Untersuchungen, dass beispielsweise Herz und Gefäße durch eine E-Zigarette weniger belastet werden. Das bedeutet jedoch nicht, dass das Dampfen ungefährlich ist. Auch die sogenannten Liquids für E-Zigaretten enthalten Nikotin und andere gesundheitsschädigende Substanzen. Ob Inhaltsstoffe dieser Liquids in die Muttermilch übergehen können, ist noch nicht abschließend geklärt. Rauchen und Stillen kann somit auch im Falle von E-Zigaretten eine schädliche Kombination sein, vor allem für das Baby. 

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Quellen:

Stillen und Rauchen, in: Bundezentrale für gesundheitliche Aufklärung

Stillen und Rauchen – Empfehlungen für Mütter bzw. Eltern, in: Kinderärzte im Netz – Rauchen Ratgeber

Sollten Raucherinnen stillen?, in: Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

Wasserpfeife und E-Zigarette: keineswegs harmlos, in: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

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