Rauchen lässt Zähne früher ausfallen

Eine Hand hält eine Zigarette
Raucher haben ein erhöhtes Risiko, ihre Zähne frühzeitig zu verlieren – so das Ergebnis einer aktuellen Studie © Fotolia

Ein internationales Forscherteam hat in einer Langzeitstudie einen weiteren Nachteil des Rauchens für die Gesundheit aufgedeckt: Raucher haben ein erhöhtes Risiko, ihre Zähne frühzeitig zu verlieren.

Wirkt sich Rauchen auf die Zahngesundheit aus? Um diese Frage zu beantworten, werteten internationale Wissenschaftler am Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam Daten von mehr als 23.000 männlichen und weiblichen Probanden aus. Die Ergebnisse der Studie wurden in der Fachzeitschrift „Journal of Dental Research“ veröffentlicht.

Bereits frühere Untersuchungen hatten auf einen Zusammenhang zwischen Rauchen und vorzeitigem Zahnverlust hingewiesen, die Daten der aktuellen Studie untermauern nun diese Befunde.

Im Vergleich zu Menschen, die nie geraucht haben, haben demnach weibliche Raucher ein bis zu 2,5-fach erhöhtes Risiko, ihre Zähne vorzeitig zu verlieren, bei männlichen Rauchern steigt das Risiko sogar um das 3,6-Fache – und dies unabhängig von anderen Risikofaktoren wie beispielsweise Diabetes. Außerdem beobachteten die Wissenschaftler, dass das Risiko dosisabhängig ist. Starke Raucher, die mehr als 15 Zigaretten pro Tag konsumieren, haben demnach ein höheres Risiko, als diejenigen, die weniger rauchen.

 

Wie kommt es zum Zahnausfall durch Rauchen?

„Man verliert seine Zähne hauptsächlich als Folge von Karies oder Parodontitis. Wir wissen zudem, dass Rauchen einer der Hauptrisikofaktoren für Parodontitis ist. Daher ist der beobachtete Zusammenhang zwischen Rauchen und Zahnverlust sicherlich primär durch ein erhöhtes Auftreten der Parodontitis bei Rauchern zu erklären“, sagt Co-Autor Kolade Oluwagbemigun. „Zahnfleischentzündungen bei Rauchern lassen sich somit auch als erstes greifbares Warnsignal sehen, das darauf hinweist, dass die Gesundheit durch den Tabakkonsum bereits stark geschädigt ist. Unglücklicherweise maskiert Rauchen Zahnfleischbluten – eines der wenigen Symptome einer Parodontitis. Hierdurch kann das Zahnfleisch bei Rauchern gesünder erscheinen, als es tatsächlich ist. Dies sollten Raucher aber auch Zahnärzte berücksichtigen“, ergänzt Erstautor Thomas Dietrich.

 

Rauchstopp verringert das Risiko

Die gute Nachricht: Wer mit dem Rauchen aufhört, kann sein Zahnausfall-Risiko bereits nach kurzer Zeit verringern und schließlich auf das einer Person senken, die niemals geraucht hat – das kann laut der Studienleiter allerdings mehr als zehn Jahre dauern.

Hier finden Sie die besten Tipps, wie der Rauchstopp Schritt für Schritt gelingt.

Hamburg, 15. September 2015

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