Rasierpickel: Was hilft gegen die lästigen Entzündungen?

Michelle Kröger

Frauen, die sich rasieren, werden sicherlich schon einmal Bekanntschaft mit ihnen gemacht haben: Rasierpickel. Die unschönen, lästigen roten Pusteln können sich von kleinen Rasierpickeln zu größeren Entzündungen entwickeln. Brennen, Jucken und Nässen können die Folge sein. Besonders häufig treten sie im sensiblen Intimbereich auf. Wie entstehen Rasierpickel und wie kann man sie vermeiden? Hautexpertin Dr. med. Eveline Urselmann aus der Praxis für Ästhetische Medizin in Hamburg beantwortet die wichtigsten Fragen. 

Eine Frau rasiert sich die Achsel unter der Dusche
Mit einigen Vorsorgemaßnahmen lassen sich Rasierpickel vermeiden Foto:  iStock/bymuratdeniz
Inhalt
  1. Was sind Rasierpickeln und wie entstehen sie?
  2. Welche Faktoren können Rasurbrand fördern?
  3. Rasierpickel im Gesicht: Was kann Mann dagegen tun?
  4.  Pickel im Intimbereich – wie kann man sie vermeiden?
  5. Was sind Gegenmaßnahmen bei Rasurbrand unter der Achsel?
  6. Allgemeine Tipps gegen Rasierpickel
  7. Was tun, wenn sich Rasierpickel entzünden?
 

Was sind Rasierpickeln und wie entstehen sie?

„Rasierpickel sind Entzündungen, welche durch Bakterien verursacht werden. Durch winzige Hautverletzungen durchdringen diese die Hautbarriere und lassen kleine Pickel und auch größere Entzündungen entstehen”, sagt Eveline Urselmann.

Ob im Gesicht, unter den Achseln, an den Beinen oder im Intimbereich: Rasierpickel oder Rasurbrand können theoretisch an jeder Stelle des Körpers auftreten, an der man sich rasiert. Besonders schnell kommt es im feucht-warmen Intimbereich zu Rasierpickeln: ein idealer Nährboden für Bakterien.

 

Welche Faktoren können Rasurbrand fördern?

  • Eingewachsene Haare: Wenn Haare mit der Haut verwachsen, können eitrige Entzündungen entstehen.
  • Trockene Hauttypen: Wer zu trockenen Hautstellen neigt, ist meist auch anfälliger für Rasierpickel. Trockene Haut neigt zu kleinen Rissen. 
  • Deodorants: Deodorants, die direkt nach der Rasur verwendet werden, können die Haut unter den Achseln zusätzlich reizen und die Entstehung von Rasierpickeln fördern. Selbiges kann auch bei Alkoholhaltigen After-Shave-Produkten passieren.
  • Sportliche Aktivitäten: Unmittelbar nach der Rasur kann Sport (durch den Schweiß und die darin enthaltenen Salze) zu Irritationen und/oder Rasierpickeln führen.
  • Nassrasur: Wer sich nass rasiert, sollte immer einen Rasierschaum oder ein Rasiergel verwenden. Ansonsten schabt die Klinge reizend über die Haut. Das Verletzungsrisiko erhöht sich.
  • Stumpfe Klingen: Sie schneiden die Haare nicht richtig ab, sie reißen sie eher aus. Die Haut wird verletzt.

Generell gilt: „Eine gute Hautvor- und Nachbereitung ist wichtig, da jede Hautreizung zum Beispiel durch Schweiß und auch Produktreste von Cremes und Deodorants Entzündungen begünstigt”, sagt die Hautexpertin Eveline Urselmann. Darum sollten Rückstände von Pflegeprodukten vor der Rasur stets gründlich entfernt werden.

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Rasierpickel im Gesicht: Was kann Mann dagegen tun?

  • Wenn Männer sich im Gesicht rasieren, kann es im Bereich des Bartes leicht zu Irritationen kommen. Damit keine Rasierpickel entstehen, sollte immer ein Rasierschaum oder ein Rasiergel verwendet werden. Außerdem sollte immer eine scharfe Klinge genommen werden, bei stumpfen und schmutzigen Rasierklingen sind Pickel vorprogrammiert. „Jeder Mann sollte auf eine maximale Anzahl an Klingen bei der Auswahl des Rasierkopfes achten”, sagt Urselmann. Denn durch mehrere Klingen wird der Druck des Rasierers auf die Haut besser verteilt, was vor Hautirritationen und Schnittverletzungen schützt. Unerlässlich: „Das regelmäßige Wechseln der Klinge, damit diese schön scharf bleibt”. Auch eine gute Reinigung des Rasierkopfes nach der Benutzung sei empfehlenswert. 
  • In Haarwuchsrichtung rasieren, in kurzen Strichen. Den Hals bis zum Schluss aufsparen, er ist am empfindsamsten. So kann das Rasiergel oder der -schaum länger einwirken.
  • Ein anderer Grund für Pickel nach der Rasur: die falschen Pflegeprodukte. Bedenklich sind etwa Inhaltsstoffe wie Alkohol, Duft- oder Farbstoffe. Sie können die Haut zusätzlich reizen. Besser eignen sich sanfte, pflegende und beruhigende Pflegeprodukte. „Eine sanfte Reinigung vor der Rasur und eine beruhigende, desinfizierende Lotion nach der Rasur auftragen. Und wenn eine starke Neigung zu Rasierpickeln oder eingewachsenen Haaren besteht, sollte die trockene Rasur mit einer Maschine bevorzugt werden“, sagt Urselmann.  
  • Extra-Tipp: Legen Sie vor der Rasur ein warm-feuchtes Handtuch auf das Gesicht, bis zu vier Minuten lang. Durch den warmen Wasserdampf öffnen sich die Poren und die Haut wird besonders weich. Insbesondere harte Barthaare neigen dazu, einzuwachsen und nach der Rasur Pickel hervorzurufen.
 

 
Pickel im Intimbereich – wie kann man sie vermeiden?

Für viele Menschen gehört eine Intimrasur heute selbstverständlich zur Hygieneroutine dazu. Um Rasurbrand im Intimbereich zu vermeiden, sollten Sie folgende Dinge beachten: 

  • Die Haut im Intimbereich vor der Rasur sanft reinigen, es gibt spezielle Produkte für diese sensible Zone.
  • Wer die Schamhaare längere Zeit nicht rasiert hat, sollte sie vor der Rasur mit der Schere kürzen. Sind die Haare bei der Rasur zu lang, können sie sich schnell im Rasierer verfangen und werden ausgerissen. Das kann wiederum zu Hautverletzungen und Pickeln führen.
  • „Es sollte nur eine saubere und sehr scharfe Klinge benutzt werden, damit die Haare nicht herausgerissen werden”, sagt Urselmann. 
  • Unbedingt Rasiergel oder -schaum verwenden. So wird die Reibung zwischen Haut und Klinge verringert. Für die Bikinizone eignen sich besonders unparfümierte Produkte für sensible Hauttypen. 
  • Rasieren Sie immer in Haarwuchsrichtung, also mit dem Strich: Die Haare im Intimbereich wachsen meist von oben nach unten.
  • Nach der Rasur den Intimbereich kurz mit lauwarmem Wasser abduschen, dann mit kaltem Wasser. So schließen sich die Poren – und der Entstehung von Rasierpickeln wird vorgebeugt.
  • Direkt nach der Intimrasur sollte vorzugsweise (nicht allzu eng anliegende) Baumwollunterwäsche getragen werden. So kommt ausreichend Luft an die Haut und sie wird nicht zusätzlich durch unangenehmes Scheuern gereizt. 
  • Die Haut nach der Intimrasur mit Aloe Vera- oder Panthenol-Salbe einreiben – eine dünne Schicht reicht aus. „So wird die Haut gut beruhigt. Auch speziell desinfizierende Lotionen ohne Alkohol eignen sich.”

Finden Sie den für Sie besten Rhythmus: Häufig muss sich die empfindliche Haut im Intimbereich erst an das Rasieren gewöhnen, doch irgendwann wird sie strapazierfähiger. Manche brauchen mehr, andere weniger Zeit zwischen den Rasuren, um sich zu erholen. 

 

Was sind Gegenmaßnahmen bei Rasurbrand unter der Achsel?

Um Rasurbrand unter den Achseln vorzubeugen ist es vor allem wichtig, dass nach der Rasur ein sensitives Deo benutzt wird. „Keine zu aggressiven Deos verwenden”, so die Expertin. Stattdessen sollten Deos ohne Alkohol, Konservierungs- oder Duftstoffe und vorzugsweise auch ohne Aluminium eingesetzt werden – Letzteres steht im Verdacht, Brustkrebs auszulösen

Unter den Achseln sollte von oben nach unten sowie von unten nach oben rasiert werden. An dieser Stelle wachsen die Haare nämlich kreuz und quer. Beim Rasieren den Arm so gut es geht nach hinten strecken, um die Haut möglichst glattzuziehen. So gelingt die Rasur besser. 

Natürlich sollte auch für die Nassrasur der Achselhaare ein Rasierschaum oder -gel verwendet werden. Diese Produkte machen die Haare weich und pflegen die Haut.  „Nach der Rasur helfen kühlende und alkoholfreie Lotionen dabei, die Haut zu beruhigen. Auch weite Oberbekleidung kann zusätzliche Reibung vermeiden.”

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Allgemeine Tipps gegen Rasierpickel

  • Regelmäßiges Peelen: „Am besten ein- bis zweimal pro Woche. Das befreit die Haut von abgestorbenen Zellen und hilft, sie schön geschmeidig zu machen”, erklärt Urselmann. 
  • Die Haut vor der Rasur mit warmem Wasser und einer antibakteriellen Seife reinigen – dadurch öffnen sich die Poren und die Haut wird von entzündungsfördernden Bakterien befreit. 
  • Die Expertin rät: „Bei sehr empfindlicher Haut lieber in Richtung des Haarwuchses rasieren, um Irritationen zu vermeiden.”
  • Auf den Gebrauch von Einwegrasierern verzichten, auch sie fördern Rasurbrand. Außerdem: „Nie auf gereizter Haut rasieren.”
  • Niemals unmittelbar vor dem Sport oder trocken mit einem Nassrasierer rasieren. 
  • Schmutzige, stumpfe Klingen sollten niemals verwendet werden. 
  • Beim Rasieren keinen zu hohen Druck auf die Haut ausüben, sonst entstehen schnell kleine Unreinheiten.
  • „Nach der Rasur sollte man die Haut mit kaltem Wasser kühlen, sodass sich die Poren schließen und dann ein mildes, nicht alkoholisches Pflegeprodukt auftragen.”
 

Was tun, wenn sich Rasierpickel entzünden?

Ganz wichtig: Auch wenn die Rasierpickel jucken, auf keinen Fall daran kratzen oder herumdrücken. So wird die Entzündung verschlimmert. Stattdessen hilft es, eine Salbe mit Zink, Panthenol, Aloe Vera oder Hamamelis dünn aufzutragen. Diese wirkt beruhigend und gleichzeitig leicht desinfizierend. In den meisten Fällen beruhigt sich die Haut schon nach wenigen Tagen. Ist dies allerdings nicht der Fall und kommt es zu unangenehmen Schmerzen und Schwellungen, sollte ein Hautarzt aufgesucht werden. Es besteht die Möglichkeit, dass sich ein Abszess bildet.

Geeignete Sofortmaßnahmen bei Entzündungen sind laut der Expertin: 

  • Beruhigen, etwa mit Aloe Vera-Produkten
  • Desinfizieren mit alkoholfreier Wunddesinfektion
  • Weite Kleidung tragen, um zusätzliche Reibung zu vermeiden
  • Bei starken Entzündungen (Bildung eines schmerzenden, eitrigen Abszesses) einen Arzt aufsuchen.
Unsere Experten

Dr. med. Eveline Urselmann: Hautexpertin,
Praxis für Ästhetische Medizin Dr. med. Eveline Urselmann

 

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