Radontherapie gegen Rheumaschmerzen

Gasteiner Heilstollen
Der Gasteiner Heilstollen in Österreich: Die Radontherapie lindert chronische Schmerzen © Gasteiner Heilstollen

Eine Radontherapie unter der Erde kann die starken Rücken- und Gelenkschmerzen bei Morbus Bechterew lindern. Die Geschichte einer Betroffenen.

„Schon seit Jahren litt ich unter starken Schmerzen und Unbeweglichkeit der Gelenke", erinnert sich Luisa K. Doch die Ärzte konnten der 46-Jährigen nicht helfen. Vom Brustwirbel über die Lenden bis hin zu den Knöcheln – ihr ganzer Körper wurde von der Krankheit in Mitleidenschaft gezogen. Der Hals war besonders betroffen. Den Kopf zu drehen war für die Hausfrau zeitweise unmöglich. An Autofahren war gar nicht zu denken. Sie schlief kaum eine Nacht durch und musste sich morgens von ihrem Mann anziehen lassen. Selbst das Atmen fiel ihr schwer. „Als wir meinen Hausarzt dann mitten in der Nacht aus dem Bett holten, weil ich mich nicht mehr bewegen konnte, kam erstmals der Verdacht auf Morbus Bechterew auf", sagt sie. Unter Morbus Bechterew verstehen Mediziner eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, die mit unerträglichen Schmerzen in der Lendenwirbelsäule, im Gesäß und in den Oberschenkeln einhergeht.

 

Radontherapie in Gastein

Doch mit der Diagnose traf Luisa K. der nächste Schlag: Denn Morbus Bechterew gilt als unheilbar. Ein Kuraufenthalt und die verordneten Tabletten machten alles nur noch schlimmer. Der Entzündungshemmer Cortison half nur sehr kurzfristig, Antirheumatika riefen eine Medikamentenallergie mit heftigen Hautreaktionen hervor. Jeder Tag wurde zur Qual. Auf Empfehlung eines Bekannten machte die Mutter zweier Kinder schließlich eine Radontherapie im Gasteiner Heilstollen. Mit Erfolg: Die Schmerzen ließen merklich nach, sie fand erstmals wieder Ruhe im Schlaf und brauchte keine Tabletten mehr.

Kontakt Radontherapie

Gasteiner Kur-, Reha- und Heilstollen Gesundheitszentrum der Radon-Therapie Böckstein, Tel.: (0043) 64 34/3 75 30, www.gasteiner-heilstollen.com

Deutscher Heilstollenverband Aalen, Tel.: 0 73 61/52 23 62, www.deutscher-heilstollenverband.de

 

Radontherapie: Erfolg in neun von zehn Fällen

„Gerade bei Morbus Bechterew zeigt die Radontherapie sehr gute Ergebnisse. Wissenschaftliche Studien bestätigen der Methode sogar Erfolgsquoten zwischen 80 und 90 Prozent", erklärt Dr. Bertram Hölzl, Radon-Experte und ärztlicher Leiter des Gasteiner Heilstollens. „Patienten berichten von einem deutlichen Rückgang der Schmerzen und der funktionellen Einschränkungen – und das über viele Monate."

Die Erfolge der Therapie beruhen auf einer Kombination von drei Faktoren: leichte Überwärmung, hohe Luftfeuchtigkeit und Aufnahme von Radon über Haut und Lunge. Radon ist ein radioaktives Edelgas und ein natürlicher Bestandteil der Luft. Es entsteht in bestimmten Gesteinen und ist deshalb in einigen Stollen in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz so hoch konzentriert, dass es medizinisch genutzt werden kann.

 

Muskelentspannung bei der Radontherapie

„Bei Temperaturen über 37,5 Grad und über 70 Prozent Luftfeuchtigkeit im Gasteiner Heilstollen kommt es zu einem Anstieg der Körperkerntemperatur", erklärt Dr. Hölzl. „Allein dieser sogenannte Hyperthermie-Effekt führt zu einer besseren Durchblutung und Entspannung der Muskeln." Zudem verbessert sich so die Aufnahmefähigkeit des Körpers für das Radon. Die Patienten fahren mit einem Zug auf die verschiedenen Therapiestationen im Berg und verbringen dort einige Zeit. Eine Einheit dauert etwa 90 Minuten. Je nach Krankheitsbild empfehlen Mediziner eine Radontherapie über zwei bis vier Wochen. Pro Woche nehmen die Patienten dabei Einheiten mit jeweils einem Tag Pause in Anspruch. In der Regel übernehmen die Krankenkassen 90 Prozent der Kosten. Dank regelmäßiger Radonwärmetherapie fühlt sich Luisa K. wieder richtig wohl. „Heute kann ich mühelos sogar die Berge besteigen, die ich früher nur aus der Ferne bestaunte."

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