Quallenstich: Wissenswertes über giftige Quallen

Gaby Scheib

Kommt es zu einem Quallenstich, hat der Bade-Spaß schnell ein Ende: Die Haut reagiert mit starkem Juckreiz, Ausschlag und Schmerzen, wenn sie mit den Fangfäden giftiger Quallen in Kontakt kommt. Nicht nur in fernern Regionen, sondern auch an der Nord- und Ostsee tummeln sich viele Quallen. Daher sollte man am Meer einige Vorsichtsmaßnahmen beachten.

Inhalt
  1. Was ist ein Quallenbiss – und warum ist eine Qualle giftig?
  2. Welche gefährlichen Quallen gibt es?
  3. Was hilft nach einem Quallenstich? 
 

Was ist ein Quallenbiss – und warum ist eine Qualle giftig?

Quallen gehören zu den Nesseltieren. Einige Arten besitzen giftige Nesselzellen an ihren Tentakel, mit denen sie ihre Beute lähmen und fangen. Kommt man mit den Tentakeln in Berührung, „verschießen“ die gefährlichen Quallen ihr Gift über mikroskopisch kleine Nesselkapseln, was wie ein Stich oder Biss wirkt. Man spricht dann von „nesseln“.

Schwach oder gar nicht nesselnde Quallen sind für den Menschen ungefährlich, während der Kontakt mit stark nesselnden Quallen schmerzhaft bis lebensbedrohlich werden kann. Die feinen Tentakel können ihr Gift auch noch verteilen, wenn sie von der Qualle abgetrennt sind oder wenn die Qualle tot ist.

Mädchen am Meer mit Apfel, schlägt nach Wespe
Service Wespen-Attacke: Warum fliegen Wespen immer ins Gesicht?

 

Welche gefährlichen Quallen gibt es?

Die meisten Quallen in Nord- und Ostsee sind harmlos, wie zum Beispiel die Ohrenqualle: Sie ist flach, durchsichtig, etwa tellergroß und hat viele kurze Randtentakel.

Unangenehm wird hingegen der Kontakt mit der häufig vorkommenden Gelben Nesselqualle oder auch Haarqualle, die umgangssprachlich Feuerqualle genannt wird. Sie ist gelbbraun gefärbt und kann tellergroß, aber auch größer werden. Viele Exemplare besitzen extrem lange Fadententakel, 20 Meter und länger, die bei Kontakt mit der Haut ein starkes Brennen auslösen. 

Normalerweise ist das ungefährlich, bei empfindlichen Menschen kann es allerdings zu starken Hautrötungen und Schwellungen wie bei einer Brandverletzung kommen. Manche reagieren auch allergisch auf das Gift, dann ist Vorsicht geboten.

Eine Feuerqualle unter Wasser
Service Achtung! Das sind die 11 giftigsten Tiere in Deutschland

Neben der Feuerqualle, aber weniger häufig, gibt es in Nord- und Ostsee auch die Blaue Nesselqualle und die Kompassqualle, beide zählen ebenfalls zu den giftigen Quallen.

Wer am Mittelmeer Urlaub macht, kann beim Baden eine unschöne Begegnung mit der Leuchtqualle oder „Malle-Qualle“ haben: Eine Berührung löst starke Hautreizungen aus. Die Wunden heilen nur langsam und es können Narben bleiben.

Zu den gefährlichsten Quallen gehört die Portugiesische Galeere, die im Atlantik bei Portugal und den Kanaren, im Pazifik und in der Karibik vorkommt. Vereinzelt sorgte sie aber auch schon im Mittelmeer für Unruhe. Sie sieht aus wie eine kleine, bläuliche Blase und erscheint im Waser unauffällig. Das Gift ihrer langen Tentakel tötet Fische jedoch in Sekundenschnelle – und auch für den Menschen hat der Kontakt sehr unangenehme Folgen wie Übelkeit, Erbrechen oder offene Wunden. Es kann sogar zu Lähmungserscheinungen, Atemstillstand oder Herz-Kreislauf-Versagen kommen.

Schlangengifttherapie
Übersicht Schlangengifttherapie kann Schuppenflechte stoppen!

 

Was hilft nach einem Quallenstich? 

Quallen bewegen sich nur mit schwachen Schwimmbewegungen und werden durch die Meeresströmungen getrieben. Manchmal führt das zu Massenansammlungen an den Stränden. Treiben viele nesselnde Quallen vor der Küste, sollte man besser auf das Baden verzichten. Schwimmt eine giftige Qualle im Wasser, ist vorsichtiges Wegschwimmen ratsam, um die Qualle nicht durch einen Sog anzuziehen.

Kommt es aber doch zu einem Quallenbiss, sollte man auf diese Punkte achten:
• Schnell das Wasser verlassen und betroffene Stellen nicht berühren
• Die Haut mit Meerwasser abspülen 
• Tentakel entfernen: falls zur Hand, die Haut mit Rasierschaum einsprühen, trocknen lassen und abschaben, zum Beispiel mit einer Kreditkarte 
• Alternativ die Haut mit Sand bestreuen, trocknen lassen und abschaben oder die Tentakel mit einer Pinzette abzupfen 
• NICHT mit den Hand oder einem Handtuch abreiben
• KEIN Süßwasser oder Alkohol verwenden
• Betroffene Stellen kühlen
• Eine Brand- oder Juckreiz mildernde Salbe auftragen

Bei schwereren Verletzungen oder Anzeichen von allergischen Symptomen sollte sofort einen Arzt gerufen werden. Doch auch wer nach einem Quallenbiss unsicher ist, kann einen Arzt aufsuchen, der die Wunden desinfiziert und zum Beispiel ein leichtes antiallergisches Mittel verschreibt.

Quellen:
Feuerquallen  in: erste-hilfe-zentrum-kiel.de
Quallen in Nord- und Ostsee in: schleswig-holstein.de
Reisemedizin: Was bei Kontakt mit Quallen zu beachten ist in: aerzteblatt.de

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.