Quallenstich: Wie gefährlich er ist und was man tun kann

Gaby Scheib

Kommt es zu einem Quallenstich, hat der Badespaß schnell ein Ende: Die Haut reagiert mit starkem Juckreiz, Ausschlag und Schmerzen, wenn sie mit den Fangfäden giftiger Quallen in Kontakt kommt. Nicht nur in fernen Regionen, sondern auch an der Nord- und Ostsee tummeln sich viele Quallen. Wie gefährlich ein Quallenstich ist und wie man ihn behandeln kann.

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Inhalt
  1. Wie sticht eine Qualle?
  2. Ist ein Quallenstich gefährlich?
  3. Welche Quallen sind gefährlich?
  4. Quallenstich: Welche Symptome treten auf?
  5. Wie kann man einen Quallenstich behandeln?
  6. Hilft bei einem Quallenstich wirklich Urin?
  7. Quallenstich: Wie ist der Verlauf?
 

Wie sticht eine Qualle?

Quallen gehören zu den Nesseltieren. Einige Arten besitzen giftige Nesselzellen an ihren Tentakeln, mit denen sie ihre Beute lähmen und fangen. Kommt man mit den Tentakeln in Berührung, „verschießen“ Quallen ihr Gift über mikroskopisch kleine Nesselkapseln. Man spricht dann von „Nesseln“. Ein Quallenstich ist daher steng genommen kein richtiger Stich.

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Ist ein Quallenstich gefährlich?

Schwach oder gar nicht nesselnde Quallen sind für den Menschen ungefährlich, während der Kontakt mit stark nesselnden Quallen schmerzhaft bis lebensbedrohlich werden kann. Die feinen Tentakel können ihr Gift auch noch verteilen, wenn sie von der Qualle abgetrennt sind oder wenn die Qualle tot ist.

 

Welche Quallen sind gefährlich?

Die meisten Quallen in Nord- und Ostsee sind harmlos, wie zum Beispiel die Ohrenqualle: Sie ist flach, durchsichtig, etwa tellergroß und hat viele kurze Randtentakel.

Unangenehm wird hingegen der Kontakt mit der häufig vorkommenden Gelben Nesselqualle oder auch Haarqualle, die umgangssprachlich Feuerqualle genannt wird. Sie ist gelbbraun gefärbt und kann tellergroß, aber auch größer werden. Viele Exemplare besitzen extrem lange Fadententakel, 20 Meter und länger, die auf der Haut ein starkes Brennen auslösen. 

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Neben der Feuerqualle, aber weniger häufig, gibt es in Nord- und Ostsee auch die Blaue Nesselqualle und die Kompassqualle, beide zählen ebenfalls zu den giftigen Quallen.

Wer am Mittelmeer Urlaub macht, kann beim Baden eine unschöne Begegnung mit der Leuchtqualle oder „Malle-Qualle“ haben: Eine Berührung löst starke Hautreizungen aus. Die Wunden heilen nur langsam und es können Narben zurückbleiben.

Zu den gefährlichsten Quallen gehört die Portugiesische Galeere, die im Atlantik bei Portugal und den Kanaren, im Pazifik und in der Karibik vorkommt. Vereinzelt sorgte sie aber auch schon im Mittelmeer für Unruhe. Sie sieht aus wie eine kleine, bläuliche Blase und erscheint im Wasser unauffällig. Das Gift ihrer langen Tentakel tötet Fische jedoch in Sekundenschnelle – und auch für den Menschen hat der Kontakt sehr unangenehme Folgen wie Übelkeit, Erbrechen oder offene Wunden. Es kann sogar zu Lähmungserscheinungen, Atemstillstand oder Herz-Kreislauf-Versagen kommen.

 

Quallenstich: Welche Symptome treten auf?

Normalerweise ist ein Quallenstich ungefährlich, allerdings verursacht er starke Hautrötungen und Schwellungen wie bei einer Brandverletzung. Darüber hinaus sind weitere Hautreaktionen möglich, wie Quaddelbildung, Schwellungen und Juckreiz. Außerdem können sich Schwindel, Kopfschmerzen und Unwohlsein entwickeln.

Manche Menschen reagieren auch allergisch auf das Gift. Dann sollte unbedingt ein Arzt gerufen werden, da die Gefahr eines anaphylaktischen Schocks besteht, der ein Herz-Kreislauf-Versagen zur Folge haben kann.

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So vermeiden Sie einen Quallenstich

Quallen bewegen sich nur mit schwachen Schwimmbewegungen und werden durch die Meeresströmungen getrieben. Manchmal führt das zu Massenansammlungen an den Stränden. Treiben viele nesselnde Quallen vor der Küste, sollte man besser auf das Baden verzichten. Schwimmt eine giftige Qualle im Wasser, ist vorsichtiges Wegschwimmen ratsam, um die Qualle nicht durch einen Sog anzuziehen.

 

Wie kann man einen Quallenstich behandeln?

Kommt es doch zu einem Quallenstich, sollte man wissen, wie man richtig reagiert und die Akut-Beschwerden behandeln kann.

Was tun bei einem Quallenbiss? Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

  • Schnell das Wasser verlassen und betroffene Stellen nicht berühren
  • Ruhig bleiben – Bewegung führt dazu, dass sich das Gift weiter im Körper ausbreitet
  • Die Haut mit Meerwasser abspülen 
  • Tentakel entfernen: Falls zur Hand, die Haut mit Rasierschaum einsprühen, trocknen lassen und abschaben, zum Beispiel mit einer Kreditkarte 
  • Alternativ die Haut mit Sand bestreuen, trocknen lassen und abschaben oder die Tentakel mit einer Pinzette abzupfen 
  • NICHT mit der Hand oder einem Handtuch abreiben
  • KEIN Süßwasser oder Alkohol verwenden, da dies die Nesselzellen aktiviert
  • Eine Brand- oder juckreizmildernde Salbe auftragen

Bei schwereren Verletzungen oder Anzeichen von allergischen Symptomen sollte sofort ein Arzt gerufen werden. Doch auch wer nach einem Quallenstich unsicher ist, kann einen Arzt aufsuchen, der die Wunden desinfiziert und zum Beispiel ein leichtes antiallergisches Mittel verschreibt.

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Hilft bei einem Quallenstich wirklich Urin?

Man hört es immer wieder: Das beste Mittel gegen die Schmerzen nach einem Quallenstich ist es, Urin auf die betroffene Stelle aufzutragen. Dieser Mythos hält sich hartnäckig, jedoch wurde inzwischen die Wirkungslosigkeit von Urin zur Behandlung eines Quallenstichs belegt. Hilfreich ist hingegen ein anderes Hausmittel: Essig. Er kann die Schmerzen tatsächlich lindern, weil die Säure den Quallenstich neutralisiert.

 

Quallenstich: Wie ist der Verlauf?

Die Beschwerden, die durch einen Quallenstich hervorgerufen werden, klingen in der Regel nach etwa einer Woche ab. In manchen Fällen können sich aber auch über Monate anhaltender Juckreiz und Sensibilitätsstörungen als Spätfolge des Quallenstichs zeigen – diese können mit kortisonhaltigen Salben und Antihistaminika behandelt werden.

Quellen:
Feuerquallen  in: erste-hilfe-zentrum-kiel.de
Quallen in Nord- und Ostsee in: schleswig-holstein.de
Reisemedizin: Was bei Kontakt mit Quallen zu beachten ist in: aerzteblatt.de

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