Q 10 – Die nächste Anti-Aging-Lüge

Coenzym Q 10 kann keine Falten reduzieren
Eine neue Studie legt nahe, dass das Coenzym Q 10 nicht imstande ist, Falten zu reduzieren © Fotolia

Ubichinon – auch bekannt als Coenzym Q 10 – ist ein von vielen Frauen genutztes Ergänzungsmittel, um die Auswirkungen des Alterns zu reduzieren. Eine neue Studie von Forschern der McGill University in Kanada lässt jedoch vermuten, dass der Gebrauch des Anti-Faltenmittels keinen Nutzen bringt. Zu den Hintergründen.

Vorangegangene Studien haben ergeben, dass Ubichinon Q 10 starke antioxidative Eigenschaften besitze und auf diese Weise schädliche freie Radikale abfangen könne. Q 10 galt daher bislang als das Anti-Aging Mittel schlechthin. Die kürzlich in der Fachzeitschrift Nature Communications veröffentlichten Ergebnisse widerlegen diese Theorie nun.

Was ist Ubichinon?

Ubichion ist eine fettlösliche, in allen Körperzellen vorhandene Substanz und ein wichtiger Bestandteil der Atmungskette. Ohne Ubichinon Q10 könnten die Mitochondrien in unseren Zellen keine Energie aus der Sauerstoffverbrennung herstellen.

 

Q 10 ist unwirksam

In einem Versuch mit Mäusen konnte das Team rund um Studienleiter Prof. Hekimi beweisen, dass ein Mangel an Q 10 dazu führte, dass sie früh starben. Als Grund gaben die Forscher an, dass die Mitochondrien in den Zellen – die Hauptaufgabe der Mitochondrien ist die Produktion von Energie in Form von ATP – aufgrund des fehlenden Ubichinons keine Energie herstellen konnten. Erhöhte Zellschäden infolge freier Radikale stellten die Forscher hingegen nicht fest. Die Wissenschaftler sind sich daher einig, dass die Substanz keine antioxidativen Eigenschaften besitzt und damit auch keine Rolle im Alterungsprozess spielt.

Der Professor ist sich sicher, dass „eines der wichtigsten Anti-Aging-Mittel nicht hält, was es verspricht.“ Und er betont: „Solche Nahrungsergänzungsmittel kosten eine Menge Geld – Geld, das besser in gesunde Lebensmittel investiert werden sollte.“

 

Mitochondriale Erkrankungen – Fehler in den Kraftwerken

Die Studie ist nicht nur ein Mythencheck, sondern soll gleichzeitig auch ein besseres Verständnis dafür liefern, wie wichtig die Substanz für die Funktion der Mitochondrien ist. Auch wenn mitochondriale Erkrankungen (z.B. Muskelerkrankungen) selten und ausgesprochen variabel in der Ausprägung sind, könnte diese Erkenntnis dabei helfen, neue Therapien zu erforschen.

Hamburg, 9. März 2015

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