Puh, das stinkt! – Was der Stuhlgang vom Baby über seine Gesundheit verrät

Redaktion PraxisVITA

Braun, grün, gelb oder pechschwarz – der Stuhlgang von einem Baby kann allerhand Farben annehmen. Für viele Eltern scheint es nichts Spannenderes zu geben, als in Internetforen über den Inhalt der Windeln ihrer Kleinsten zu philosophieren. Viele glauben, auf die Gesundheit ihres Kindes rückschließen zu können. PraxisVITA erklärt, was die Konsistenz und Farbe des Stuhlgangs zu bedeuten hat.

Einem Baby werden die Windeln gewechselt
Was hinten rauskommt, verrät einiges über die Gesundheit des Kindes. Der Stuhlgang beim Baby verändert sich im Laufe der Monate© iStock

Schwarzer Stuhlgang

Kindspech oder auch Mekonium wird der erste Stuhlgang beim Baby genannt. Dieser ist schwarz, schmierig und geruchlos. Wie kommt diese auffällige Farbe zustande? Im Bauch der Mutter hat das Kind etwas vom Fruchtwasser getrunken, dessen Bestandteile nicht alle verdaulich sind, beispielsweise kleine Härchen, abgestorbene Hautzellen oder Käseschmiere. Hieraus und aus Darmschleim und Gallenflüssigkeit besteht das Kindspech. Das Baby scheidet es innerhalb der ersten 24 Stunden nach seiner Geburt aus, manchmal auch mehrmals.

Gelber Stuhlgang

Muttermilch ist für das Baby gesund, da es wertvolle Nährstoffe enthält. Die ersten fünf Monate sollte eine Frau daher ihr Kind ausschließlich stillen. Die Muttermilch macht den Stuhlgang vom Baby goldgelb und weich bis flüssig. Der Kot ähnelt Hüttenkäse, da er körnige Bestandteile erhält. Er riecht säuerlich-fruchtig, aber nicht unangenehm.

Grüner Stuhlgang

Nein, es war nicht der Spinat: Ist der Stuhlgang vom Baby grünlich, kann das am Stillverhalten liegen. Wahrscheinlich trinkt das Kind zu viel von der wässrigen Vordermilch, die einen geringeren Fettgehalt hat als die Hintermilch. Die Mutter kann versuchen, das Baby länger an einer Brust zu stillen und nicht vorschnell auf die andere Seite zu wechseln. Während des Stillens steigt nämlich der Fettgehalt der Milch.

Ein Vater füttert sein Kind
Der erste Brei: Die Nahrung verändert den Stuhlgang vom Baby© Mirko Pernjakovic/iStock

Braun bis dunkelbrauner Stuhlgang

Bekommt das Baby feste Nahrung, macht sich das sofort bemerkbar: Der Windelinhalt wird braun bis dunkelbraun, fest und er riecht zum ersten Mal streng. Viele Eltern erinnert der Stuhl an Erdnussbutter.

Häufig bleiben in der Windel unverdaute Stückchen zurück, zum Beispiel Brokkoli oder Möhrenstückchen. Das ist völlig normal, da der Darm stark ballaststoffhaltige Lebensmittel noch nicht verdauen kann. Er muss sich erst noch an seine neue Aufgabe gewöhnen.

In der Umstellungsphase (von Muttermilch auf Brei) kann es schneller zu Verstopfung kommen. Durch das Gemüse wird der Stuhlgang beim Baby fester, teilweise so fest, dass er weh tut. Der Kot sollte also schnell wieder weich werden. Kinderärzte raten zu einem einfachen Trick: Einen Apfel oder eine Birne mit der Reibe zu einer Mousse zerkleinern und diese entweder dem Kind direkt in den Mund geben oder in den Brei mischen.

Helle, glänzende Schlieren

Schleimiger Stuhlgang kann etwa ab dem fünften Monat vorkommen, wenn das Baby nicht nur gestillt wird, sondern zusätzlich auch noch Brei bekommt. In manchen Fällen ist der Schleim allerdings auch ein Warnsignal, nämlich dann, wenn das Kind an einer Infektion oder Lebensmittelallergie erkrankt ist. Ist der Kot für mehrere Tage schleimig, sollten sich Eltern an ihren Kinderarzt oder die Hebamme wenden.

Roter Stuhlgang

Rote Beete kann den Kot rot färben und ist damit nicht besorgniserregend. Ein Warnsignal kann aber unter Umständen Blut im Stuhl sein: In vielen Fällen ist er harmlos, dennoch sollte er ärztlich abgeklärt werden.

 

Stuhlgang beim Baby: Von oft bis selten ist alles normal

Wie oft die Windeln nach der Geburt eines Säuglings voll sind, ist von Kind zu Kind verschieden. Einige Kinder erledigen ihr Geschäft mehrmals am Tag, andere nur einmal in der Woche – beides ist vollkommen normal. Selbst wenn der Stuhl nur alle 14 Tage kommt, sollten Eltern nicht beunruhigt sein. Die Ursache hierfür ist ganz einfach: Die Muttermilch ist sehr ballaststoffarm. Somit gelangt nur wenig Inhalt in den Darm. Was sich allerdings darin ansammelt, brauch das Kind für sein Wachstum. Ein Säugling verdoppelt nämlich sein Geburtsgewicht innerhalb von nur fünf Monaten.

Falls Eltern sich unsicher fühlen, weil ihr Baby scheinbar merkwürdigen Stuhl ausscheidet, sollten sie bei der Hebamme oder dem Kinderarzt nachfragen. Manchmal kann es auch hilfreich sein, die Windel für das Gespräch aufzuheben. 

 
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