Psoriasis – chronische Entzündung der Haut

Redaktion PraxisVITA
Psoriasis
Der Psoriasis liegt meistens eine Autoimmunreaktion zugrunde. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen Zellen des eigenen Körpers und es entsteht eine chronische Entzündung der Haut © istock

Juckreiz, Schuppen, trockene Haut: Millionen Menschen in Deutschland kennen diese Schuppenflechte-Symptome. Was gegen Psoriasis hilft, verrät Ihnen unser Experte.

Psoriasis – besser bekannt als Schuppenflechte – macht Betroffenen das Leben schwer. Eine komplette Heilung ist nicht möglich. Aber es gibt gute Ansätze, die Psoriasis im Zaum zu halten.

Ist Psoriasis altersabhängig?

„Etwa 70 Prozent der Psoriasis-Betroffenen leiden am Typ-I oder am Frühtyp der Erkrankung, der meist zwischen dem zehnten und 20. Lebensjahr beginnt. Der seltenere Spättyp wird in der Regel zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr auffällig“, sagt Prof. Dr. Michael Schön Direktor der Hautklinik Göttingen.

Schuppen als Psoriasis-Anzeichen
Starke Schuppen, die mehr als sechs Wochen anhalten, sind ein häufig übersehenes Anzeichen für Psoriasis© istock

Weshalb kommt es zum Ausbruch einer Psoriasis?

„Die Psoriasis-Ursachen kennt man noch nicht genau. Dem eigentlichen psoriatischen Prozess liegt wahrscheinlich eine Autoimmunreaktion zugrunde. Dabei richtet sich das Immunsystem gegen Zellen des eigenen Körpers, und es entsteht eine chronische Entzündung.

Als Reaktion läuft der Hauterneuerungsprozess bis zu siebenmal schneller ab als bei einem gesunden Menschen. Als Folge bilden sich scharf begrenzte, rot entzündete, von silbrigen Schuppen bedeckte und erhabene Plaques. Besonders häufig treten diese an Ellenbogen und Knien auf, aber auch andere Hautstellen können betroffen sein – oder der gesamte Körper.“

Ist nur die Haut von Psoriasis betroffen?

„Sehr viele Menschen leiden gleichzeitig unter Kopf-Psoriasis. Starke Schuppen über mehr als sechs Wochen sind ein oft übersehenes Anzeichen für Psoriasis. Bei einigen Patienten sind die Nägel betroffen. Bei 20 Prozent erkranken zudem die Gelenke, man spricht dann von einer Psoriasis-Arthritis. Außerdem erkennen wir zunehmend, dass Schuppenflechte mit Herz-Kreislauf-, oder chronischen Darmerkrankungen einhergehen kann.“

Entspannungstechniken bei Psoriasis
Spielt bei der Entstehung der Psoriasis die Psyche eine Rolle, sind Entspannungstechniken ratsam© istock

Wie lässt sich eine Psoriasis behandeln?

„Es gibt verschiedene Präparate und physikalische Therapieformen, die die Psoriasis-Beschwerden lindern und zu einer vorübergehenden Beschwerdefreiheit führen können. Die Auslöser für die Schübe müssen gefunden werden. Liegt es zum Beispiel an Medikamenten, sollten Alternativen gesucht werden. Spielt die Psyche bei der Entstehung der Psoriasis eine große Rolle, sind Entspannungstechniken hilfreich.

Die Basis der Psoriasis-Behandlung bildet die individuell abgestimmte Hautpflege und gezielte Lokaltherapie, zum Beispiel mit Kortison- und Vitamin-D-Präparaten. Auch für die Behandlung der Kopf-Psoriasis können Präparate aus Vitamin D und/oder Kortison aufgetragen werden, wenn die Schuppen vorher vorsichtig mit Salicylsäure gelöst worden sind. Sachgemäß angewendet, ist Kortison gut verträglich.“

Genügt das denn in jedem Fall?

„Nein. Bei schwereren Verläufen der Psoriasis kommt eine innerliche Behandlung mit Tabletten oder Spritzen oder eine dermatologisch kontrollierte Lichttherapie infrage.“

 

Bei Psoriasis ist auch die Kopfhaut betroffen

Etwa 50 bis 80 Prozent der Psoriatiker weisen eine Beteiligung der Kopfhaut auf.

Kaffee kann Psoriasis fördern
Bestimmte Lebensmittel können einen Psoriasis-Schub auslösen. Dazu gehören Kaffee, Alkohol und scharf gewürzte Speisen© istock
 

Richtig essen, um Psoriasis abzuschwächen

Die Haut lässt sich durch gute Ernährung länger gesund erhalten. „Gut“ bedeutet vitamin-, mineral- und ballaststoffreich. Manche Lebensmittel können einen Psoriasis-Schub auslösen. Als kritisch gelten Alkohol, scharf gewürzte Speisen und starker Kaffeegenuss.

Viele hilfreiche Informationen zur Krankheit und ihrer Therapie finden Sie unter www.psoriasiswissen.de

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