Prüfungsangst: Was steckt dahinter?

Alexander Scherb

Anspannung und Nervosität vor der nächsten anstehenden Klausur oder der Führerscheinprüfung kennt wohl jeder. Bei manchen Menschen nimmt diese Anspannung allerdings krankhafte Züge an. Man spricht von Prüfungsangst. PraxisVITA erklärt, was hinter der Prüfungsangst steckt und was man gegen sie tun kann.

Frau hält sich den Kopf
Wenn Anspannung und Nervosität in Prüfungssituationen überhandnehmen, spricht man von Prüfungsangst Foto:  Foto: fizkes/iStock
Inhalt
  1. Definition
  2. Tipps zur Selbsthilfe
  3. Schwere Prüfungsangst
  4. Therapie
 

Definition: Was ist Prüfungsangst und wie entsteht sie?

Prüfungsangst ist ein Leiden, welches in verschiedenen Stufen auftreten kann. In schwächerer Form kann Prüfungsangst sogar zu einer Leistungssteigerung führen. Der Betroffene ist fokussiert und konzentriert. Hierbei kann man auch von Lampenfieber sprechen. In stärkerer Form kann eine Prüfungsangst aber ernsthafte Probleme während einer Prüfungssituation auslösen. Der Leidtragende erstarrt und ist zu keiner Regung fähig oder vergisst plötzlich alles Gelernte. Oftmals sind Betroffene schon Tage im Voraus kaum ansprechbar, fahrig und unkonzentriert.

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Prüfungsangst ist ein rein psychisches Leiden. Oft hängt das Ausmaß der Prüfungsangst von der Selbsteinschätzung der jeweiligen Person ab. Je nachdem wie sie die Prüfung und ihre Kompetenzen beurteilen, kann sich ihre Gefühlslage verschlimmern. In den meisten Fällen ist es nicht die Situation, welche die Prüfungsangst auslöst, sondern die eigene Einstellung. Gegen eine Prüfungsangst kann also schon eine positive Grundeinstellung helfen.

 

Was tun bei Prüfungsangst? Tipps zur Selbsthilfe

In schweren Fällen braucht die betroffene Person aktive psychologische Hilfe. Eine Therapie ist dann anzuraten. Woran man eine schwere Prüfungsangst erkennt, können Sie weiter unten nachlesen, hier soll es jetzt erst einmal um die Prüfungsangst gehen, welche aktiv von der betroffenen Person angegangen werden kann. Es gibt nämlich mehrere Methoden, wie man Prüfungsangst umgehen kann.

1. Bereiten Sie sich auf die Prüfung vor

Tatsächlich ist eines der probatesten Mittel gegen Prüfungsangst eine gute Vorbereitung auf die Prüfung. Lernen Sie den nötigen Prüfungsstoff intensiv. Dazu gehört auch ein gutes Zeitmanagement. Machen Sie sich einen Lernplan, wann Sie was lernen wollen.

2. Die Angst überwinden mit rationalen Argumenten

Viele Betroffene malen sich während der Prüfung das schlimmste Szenario aus. Hier gilt es, mit Vernunft entgegenzuwirken. Beispielsweise ist es sehr unwahrscheinlich, dass der Prüfer eine persönliche Fehde gegen Sie austrägt. Zudem hilft es auch, sich an frühere, positive Prüfungssituationen zu erinnern. Warum sollte es diesmal anders verlaufen? Haben Sie Punkt eins beherzigt, machen Sie sich klar, dass Sie bestens vorbereitet sind. Zuletzt kann es auch helfen, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass eine nicht bestandene Prüfung kein Weltuntergang ist. In den meisten Fällen bekommt man noch eine zweite Chance.

3. Sorgen Sie für Entspannung

Es ist natürlich nicht ungewöhnlich, dass eine Prüfung Stress verursacht. Damit der Stress aber nicht überhandnimmt, helfen verschiedene Entspannungsmethoden. Beispielsweise ist Sport ein gutes Mittel. Man konzentriert sich schnell auf etwas anderes und Stresshormone werden abgebaut. Auch Yoga oder ähnliche Techniken können helfen, den Stress abzubauen. Ebenso kann entspannende Musik einen positiven Einfluss auf das Stresslevel haben.

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4. Pflegen Sie soziale Kontakte

Gegen Prüfungsangst hilft auch der Austausch mit Freunden und Bekannten. Reden Sie mit einer Vertrauensperson über Ihre Angst. Oftmals kann ein Blick von außen auch Ihren eigenen Blick schärfen oder einen Perspektivenwechsel hervorrufen. Erklärt sich ein Freund bereit, machen Sie ihn zu Ihrem Coach. Stellen Sie die Prüfungssituation immer wieder nach, so dass Sie quasi desensibilisiert werden.

 

Was passiert bei einer schweren Prüfungsangst?

Eine panische Prüfungsangst ist nicht so einfach zu behandeln. Sie wird dann als krankhaft betrachtet, wenn sie eine erhebliche Beeinträchtigung des Alltags darstellt. Sie kann Probleme im sozialen Umfeld auslösen und – gerade im Kindesalter – die normale Entwicklung einer Person stören. Wenn der normale Alltag schon lange vor der eigentlichen Prüfung nicht mehr problemlos möglich ist, macht eine Therapie Sinn.

 

Wie sieht eine Therapie bei Prüfungsangst aus?

Eine Therapie setzt sich gezielt mit der Prüfungsangst auseinander. So wird beispielsweise eine Regulierung des Angstlevels erlernt, aber auch Entspannungstechniken geübt. Zudem wird eine Verbesserung der Lerneffektivität angestrebt. In besonderen Fällen werden auch Therapieansätze verfolgt, welche bei anderen Formen der Angststörungen angewendet werden. Dies kann in einer medikamentösen Behandlung münden.

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