Prostatavergrößerung sanft heilen

Redaktion PraxisVITA

Die meisten Männer verdrängen Probleme wie nachlassende Potenz und Beschwerden beim Wasserlassen, anstatt sich professionelle Hilfe zu suchen – so das Fazit des kürzlich veröffentlichten Männergesundheitsberichts „Sexualität von Männern“ der Stiftung Männergesundheit.

Betroffene schämen sich oder erhoffen sich von einer Behandlung keine Besserung der Beschwerden. Umso wichtiger, die Möglichkeiten der Selbstbehandlung einer gutartigen Prostatavergrößerung mit pflanzlichen Wirkstoffen aufzuzeigen. 

Grafik von Blase, Harnwegen und gutartige Prostatavergrößerung
Probleme beim Wasserlassen – das Thema ist den meisten Männern unangenehm. Hinter dem Problem kann eine gutartige Prostatavergrößerung stecken © iStock/decade3d
Inhalt
  1. Was ist eine gutartige Prostatavergrößerung?
  2. Mögliche Folgen einer Prostatavergrößerung
  3. Prostatavergrößerung behandeln – operativ, chemisch-synthetisch oder pflanzlich?
  4. Kraftvolles Pflanzenduo hemmt Nykturie und Begleitentzündung
  5. Pflanzliches Präparat ohne Beeinträchtigung der Sexualfunktion
  6. Blase, Prostata & Co – 10 interessante Fakten
  7. Vorsorgeuntersuchungen: Das zahlen die Gesetzlichen Krankenkassen
 

Was ist eine gutartige Prostatavergrößerung?

Die Prostata (auch Vorsteherdrüse genannt) liegt unterhalb der Harnblase und legt sich ringförmig um die Harnröhre. Sie ist etwa so groß wie eine Kastanie und wiegt ungefähr 20 Gramm. Sie produziert den größten Anteil des Ejakulats. Ab dem mittleren Lebensalter nimmt die Größe der Prostata bei den meisten Männern allmählich zu. Das dabei entstehende Gewebe ist gutartig und das Wachstum der Drüse bleibt meist lange Zeit unbemerkt. 

 

Mögliche Folgen einer Prostatavergrößerung

Erst, wenn die vergrößerte Prostata die Harnröhre einengt und die Entleerung der Harnblase behindert, treten Beschwerden auf. Dazu gehören erschwertes Wasserlassen, ein schwacher Harnstrahl und eine verzögerte Urinabgabe (Miktionsbeschwerden = Probleme beim Wasserlassen). 

Außerdem kann die gutartige Vergrößerung der Drüse negative Auswirkungen auf die Potenz haben, was jedoch viele Männer nicht wissen. Ebenso unbekannt ist, dass die gutartige Prostatavergrößerung häufig von einer chronischen Entzündung begleitet ist, die den Verlauf der Erkrankung beschleunigen kann. Die Summe der Beschwerden, die eine gutartige Prostatavergrößerung hervorruft, wird unter dem Begriff Benignes Prostatasyndrom (BPS) zusammengefasst.

Die immer häufigeren Schlafunterbrechungen aufgrund nächtlicher Toilettengänge sowie ständiger Harndrang am Tag können die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen. Bei der Wahl der Behandlungsmöglichkeiten sind viele betroffene Männer unsicher, welche Methode sich am besten für sie eignet.

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Die 9 besten Tipps gegen gutartige Prostatavergrößerung

 

Prostatavergrößerung behandeln – operativ, chemisch-synthetisch oder pflanzlich?

Die Anwendung chemisch-synthetischer BPS-Präparate und operative Eingriffe an der Prostata können negative Auswirkungen auf die Sexualfunktion haben. Dazu gehören Erektionsprobleme. Deshalb entscheiden sich viele Männer dazu, ihre Beschwerden mithilfe besser verträglicher pflanzlicher Wirkstoffe in den Griff zu bekommen. Aber Vorsicht: Auch wenn im Handel eine Vielzahl pflanzlicher Produkte frei verkäuflich sind, wurden die wenigsten von ihnen in klinischen Studien auf Wirksamkeit und Verträglichkeit geprüft.

 

Kraftvolles Pflanzenduo hemmt Nykturie und Begleitentzündung

Eine Lösung für Männer mit moderaten bis mittelgradigen BPS-Beschwerden und Phytotherapie-Wunsch bietet das in klinischen Studien geprüfte Pflanzenduo aus Sägepalmenfrüchten- (Sabal) und Brennnesselwurzel- (Urtica) -Spezialextrakt (enthalten in Prostagutt® forte, rezeptfrei erhältlich in der Apotheke).

In dem Fachmagazin „World Journal of Urology“ wurden klinische Studiendaten  veröffentlicht, die ergeben, dass die Häufigkeit von nächtlichem Wasserlassen (Nykturie) bei Männern mit BPS durch die Phytokombination verringert werden kann. Die Wirkung ist den Studien nach vergleichbar mit der von gängigen synthetischen BPS-Präparaten (Alpha-Rezeptoren-blocker, 5-Alpha-Reduktasehemmer).


Die unterschiedlichen Wirkmechanismen der beiden pflanzlichen Wirkstoffe ergänzen sich:

•    Sabal-Extrakt hemmt bestimmte, für das Wachstum der Prostata verantwortliche Hormone und entspannt die Muskulatur der Prostata. 
•    Urtica-Extrakt, der zweite Bestandteil, wirkt hormonregulierend und entzündungshemmend – das gereizte Prostatagewebe beruhigt sich.

Das Ergebnis der Kombination von Sabal + Urtica-Extrakt: die Beschwerden beim Wasserlassen, insbesondere das häufige „Müssen müssen“ tagsüber und auch nachts nimmt ab.

Neue Untersuchungsergebnisse untermauern das breite Wirkprofil der Extraktkombination in der Entzündungshemmung: In einem Modell zur gutartigen Prostatavergrößerung wurden unter dem Einfluss der Sabal-/Urtica-Kombination im Vergleich zur Kontrollgruppe deutlich weniger Entzündungsbotenstoffe und Wachstumsfaktoren im Prostatagewebe nachgewiesen.

 

Pflanzliches Präparat ohne Beeinträchtigung der Sexualfunktion

Mann mit Erektionsproblemen sitzt frustriert auf dem Bett neben seiner Frau
Pflanzliche Mittel haben im Gegensatz zu vielen rezeptpflichtigen BPS-Mitteln keinen negativen Einfluss auf die Libido und die Erektionsfähigkeit © iStock/laflor

Im Vergleich mit rezeptpflichtigen chemischen Arzneimitteln gegen BPS verfügt die Phytokombination über eine bessere Verträglichkeit: Weder die Erektionsfähigkeit noch die Libido (sexuelles Lustempfinden) werden negativ beeinflusst. Auch sind keinerlei Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt.

Wie bei fast allen pflanzlichen Mitteln beginnt die positive Wirkung des Präparates nach etwa vier bis sechs Wochen, wenn die empfohlene Dosis (2 x täglich eine Kapsel) eingenommen wird. Eine Erstbehandlungsdauer von mindestens zwei Monaten ist daher sinnvoll. Die Phyto-Kombination ist für die Langzeitanwendung geeignet und vorgesehen.

 

Blase, Prostata & Co – 10 interessante Fakten

Welche Harnmenge ist normal?

Bei Frauen sind bei gefüllter Blase etwa 350 bis 550 ml, bei Männern bis zu 750 ml Urin enthalten. Die Harnmenge beträgt beim Erwachsenen normalerweise etwa 1,0 bis 1,5 Liter in 24 Stunden. Eine 24-Stunden-Menge von mehr als 40 ml pro kg Körpergewicht (70 kg Körpergewicht = 2,8 Liter) gilt als krankhaft und muss diagnostisch abgeklärt werden. Ursachen können z. B. Diabetes mellitus oder Nierenfunktionsstörungen sein.

Wie verteilt sich die Harnmenge über 24 Stunden?

Der größte Teil des über 24 Stunden produzierten Harns wird tagsüber ausgeschieden. Das „Antidiuretische Hormon“, kurz ADH, sorgt für die geringere nächtliche Harnausscheidung. Im Normalfall beträgt die nächtliche Harnmenge bei jungen Erwachsenen bis zu 20 Prozent, bei über 65-Jährigen etwa ein Drittel der 24-Stunden-Harnmenge. Bei Kleinkindern ist die Urinausscheidung aufgrund des noch nicht ausgereiften Großhirns hingegen noch gleichmäßig über 24 Stunden verteilt.

Nächtliches Wasserlassen – Unterschiede bei Männern und Frauen?

Älterer Mann sitzt nachts niedergeschlagen am Rand seines Bettes
Eine gutartige Prostatavergrößerung kann zu Schlafproblemen wegen nächtlichem Harndrang führen © iStock/monkeybusinessimages

Im zweiten bis dritten Lebensjahrzehnt sind Frauen häufiger von nächtlichem Wasserlassen (Nykturie) betroffen als Männer. Mit zunehmendem Alter kehrt sich dies um: im siebten bis achten Lebensjahrzehnt ist der Nachtschlaf wegen Nykturie mindestens einmal unterbrochen bei bis zu 77 Prozent der Frauen und 93 Prozent der Männer. Dieser hohe Anteil bei Männern steht in Zusammenhang mit der altersbedingten Zunahme einer gutartigen Prostatavergrößerung.

Was hat die Prostata mit dem Kinderwunsch zu tun?

Die Prostata produziert ein Sekret, welches der Lebensfähigkeit der Spermien dient und damit für die Befruchtungsfähigkeit sorgt. Neben Drüsengewebe besteht sie aus glatten Muskelzellen, die durch das Zusammenziehen den Ausstoß der Samenflüssigkeit unterstützen. Außerdem enthält das Sekret das Enzym „Prostata-spezifisches Antigen“, kurz PSA genannt, welches das Sperma gleitfähig hält. PSA kann im Blut nachgewiesen werden und spielt bei der Prostatakrebs-Vorsorge eine Rolle.

Kommen Männer in die Wechseljahre?

Bei Männern in den Wechseljahren findet keine vergleichbare hormonelle Umstellung wie bei Frauen im Klimakterium statt. Etwa ab dem 40. Lebensjahr setzt eine kontinuierliche Abnahme des Testosteronspiegels ein, die in ausgeprägten Fällen zu gesundheitlichen Beschwerden führen kann. Hierzu zählen z. B. depressive Verstimmung, körperliche Abgeschlagenheit, vermehrte Müdigkeit und nachlassende sexuelle Lust. 

Warum sind Erektionsstörungen ein ernstzunehmendes Warnsignal?

Zwar können auch jüngere Männer bereits Erektionsstörungen bekommen. Diese hängen häufig mit zu viel Stress, persönlichen Problemen oder auch übermäßigem Alkoholkonsum zusammen. Ab dem mittleren Alter sind Erektionsstörungen wichtige Frühsymptome für eine Grunderkrankung wie z. B. Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus und Prostataerkrankungen. Da die Probleme meist einige Jahre vor den Herzbeschwerden auftreten, ist eine frühzeitige diagnostische Abklärung sehr wichtig.

Warum sollen Männer das Fahrrad vor der Blutabnahme stehen lassen?

Der PSA-Wert kann durch Entzündungen, etwa eine Prostatitis, ebenso durch Druck auf die Prostata beeinflusst werden. Eine Tastuntersuchung der Prostata sollte daher erst nach der Blutabnahme für die PSA-Messung erfolgen. Bislang unklar ist, wie es mit dem Fahrradfahren aussieht. In einer neueren Untersuchung haben Wissenschaftler die bisher vorliegenden Daten aus mehreren Studien zusammengefasst.

Es ist nicht auszuschließen, dass bei einigen Männern der PSA-Wert durch das Sitzen auf dem Fahrradsattel ansteigt. Die Experten raten daher etwa 24 Stunden vor der geplanten Messung auf das Fahrradfahren zu verzichten. 

Gutartig vergrößerte Prostata – Impotenz vorprogrammiert?

Die gutartige Prostatavergrößerung wirkt sich im Anfangsstadium meist nicht negativ auf die Potenz aus. Mit zunehmender Größe der Drüse können allerdings Erektionsprobleme auftreten. 

BPS bei Großvater und Vater – ist das vererbbar?

Die gutartige BPS ist laut Ärzten keine vererbbare Krankheit. Die Empfehlung lautet, dass jeder Mann ab dem 45. Lebensjahr einmal jährlich die Möglichkeit einer Vorsorgeuntersuchung (Kosten übernimmt die Krankenkasse), in Anspruch nehmen sollte. 

 

Vorsorgeuntersuchungen: Das zahlen die Gesetzlichen Krankenkassen

Alle Untersuchungen beinhalten eine Befundmitteilung mit anschließender Beratung. Wer aufgrund familiärer Vorbelastungen ein höheres Risiko hat an Krankheiten wie Darmkrebs, Prostata- oder Hodenkrebs zu erkranken, sollte auch schon vor dem 45. Lebensjahr entsprechend der Empfehlungen zur Krebsvorsorge gehen.

AlterGeschlechtHäufigkeitArt der Untersuchung
Ab 20wjährlichGenitaluntersuchung: Tastuntersuchung, Krebsabstrich und zytologische Untersuchung
Ab 30wjährlichBrustuntersuchung: Abtasten der Brust und regionäre Lymphknoten, Anleitung zur Selbstuntersuchung
Ab 35w/malle zwei JahreGesundheits-Check-up: Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes mellitus, Nierenerkrankungen
Hautkrebs-Screening
Ab 45 mjährlichFrüherkennung von Prostatakrebs: Untersuchung der äußeren Geschlechtsorgane, Abtastung der Lymphknoten in der Leiste sowie der Prostata vom Enddarm aus
50-54w/mjährlichTest auf Blut im Stuhl
ab 55w/m2 x in 10 JahrenZwei Darmspiegelungen im Abstand von zehn Jahren oder Test auf Blut im Stuhl alle zwei Jahre


Quellen:

  • Sexualität von Männern, Dritter deutscher Männergesundheitsbericht, Stiftung Männergesundheit, Mai 2017 
  • Oelke M. et al. Nocturia: state of the art and critical analysis of current assessment and treatment strategies. World J Urolol 2014, 32, 1109-1117. DOI 10.1007/s00345-014-1396-0 . abstract: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25216925.
  • Experten-Workshop „Sabal-Urtica-Extrakt bei Benignem Prostatasyndrom. Mit rationaler Phytotherapie auch die Begleitentzündung hemmen.“,  MMW 13. Dezember 2016
  • Männergesundheitsportal der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Seitenaufruf 14.06.2017     
  • Zusammenfassung aller Vorsorge- und Früherkennungsangebote in Deutschland: Bundesministerium für Gesundheit unter www.bmg.bund.de, Stichwort: Früherkennung und Vorsorge, Seitenaufruf 14.06.2017

 

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