Prostatatherapie: Neuer Wirkstoff entwickelt

Ein älteres Ehepaar spricht mit einer Ärztin
Im Frühstadium ist Prostatakrebs gut heilbar – darum sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen wichtig © Radium-223-dichlorid

Bei fortgeschrittenem Prostatakrebs kommt es häufig zur Bildung von Knochenmetastasen. Jetzt ist ein Medikament auf den deutschen Markt gekommen, das diese Metastasen bekämpfen soll. Was der neue Wirkstoff kann, erfahren Sie hier.

Prostatakrebs ist im frühen Stadium gut heilbar. Wenn der Tumor jedoch erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird oder nicht auf die Behandlung anspricht, kommt es zur Metastasenbildung. Am häufigsten – bei neun von zehn Patienten – sind davon Wirbelsäule, Becken- und Rippenknochen betroffen. Diese Knochenmetastasen beschleunigen den Krankheitsverlauf und beeinträchtigen die Lebensqualität der Patienten meist stark. Sie verursachen quälende Schmerzen und können zu Knochenbrüchen, zum Zusammenbruch von Wirbelkörpern und zu Lähmungen führen.

 

Medikament zur Bekämpfung von Knochenmetastasen

Hier setzt das neue Medikament Xofigo ein. Sein Wirkstoff, radioaktives Radium-223-dichlorid, bekämpft die Knochenmetastasen gezielt und verringert die Häufigkeit von Komplikationen wie Knochen- und Wirbelbrüchen deutlich. Das Medikament lindert außerdem die Schmerzen und verbessert die Lebenserwartung der Patienten.

Zur Verabreichung des Wirkstoffs bekommt der Patient sechs Spritzen im Abstand von je vier Wochen. Für die Behandlung ist kein Klinikaufenthalt notwendig, der Patient kann danach sofort nach Hause gehen. In Tests wurde eine gute Verträglichkeit des Medikaments nachgewiesen.

Die Entwickler rechnen damit, dass Xofigo bald auch in der Therapie weiterer Krebsarten wie Knochen- oder Brustkrebs eingesetzt wird.

Hamburg, 19. November 2014

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