Prostatakrebs–Diagnose: Die wichtige Rolle der Früherkennung

Kapitel
  1. 1. Übersicht
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
  7. 7. Das sagt der Experte

Eine besonders wichtige Rolle beim Kampf gegen Prostatakrebs spielt die Früherkennung. Mit der Früherkennung kann ein Prostatakarzinom zwar nicht verhindert werden, aber sie dient dazu, die Krankheit frühzeitig zu erkennen, noch bevor sie Beschwerden verursacht.

Stellt der Arzt bei Prostatakrebs frühzeitig die Diagnose, sind die Chancen höher, dass er behandelt und geheilt werden kann, bevor er lebensbedrohlich wird.  Da Prostatakrebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium Beschwerden verursacht, ist es umso wichtiger, regelmäßig zur Früherkennungs-Untersuchung zu gehen.

Bei der digitalen Untersuchung ertastet der Arzt die Prostata
Bei der digitalen rektalen Untersuchung ertastet der Arzt die Prostata durch den After mit dem Finger© Fotolia

Die gesetzlichen Krankenkassen bieten jedem Mann ab 45 Jahren einmal jährlich eine Untersuchung zur Prostatakrebs-Früherkennung an. Hierzu suchen Sie einen Urologen auf – einen Facharzt, der auf Krankheiten der Geschlechtsorgane des Manns spezialisiert ist. Zu Beginn steht dabei ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt über Ihre Krankheitsgeschichte (Anamnese). Themen sind dabei aktuelle Beschwerden, zurückliegende Krankheiten, ob Sie Medikamente einnehmen und im Fall von Prostatakrebs auch eventuelle Erkrankungen bei Verwandten. Danach folgt eine Tastuntersuchung der Prostata, die sogenannte digital-rektale Untersuchung (DRU). Bei dieser Untersuchung tastet der Urologe die Prostata vom Enddarm her ab. Diese Untersuchung dauert nicht lange und ist in der Regel schmerzfrei. Der Arzt beurteilt die Prostata hinsichtlich:

  • Größe
  • Form
  • Beschaffenheit (Konsistenz)
  • Verhärtungen
  • Druckschmerz
  • Flüssigkeitsbewegungen
Illustration: links eine gesunde Prostata, rechts Prostatakrebs
Links sehen Sie die gesunde Prostata, auf dem Bild rechts ist ein Prostatakarzinom dargestellt© Fotolia

Mit der Tastuntersuchung allein kann der Arzt noch keine endgültige Diagnose treffen. Besteht nach der Prostata-Untersuchung der Verdacht auf Prostatakrebs, kann der Urologe zur weiteren Diagnose den sogenannten PSA-Test durchführen. Dabei handelt es sich um eine Blutuntersuchung. PSA steht für prostataspezifisches Antigen, ein Eiweißstoff, den ausschließlich die Prostata bildet. Ein erhöhter PSA-Wert deutet auf eine veränderte Prostata hin. Im Krebsgewebe ist das PSA bis zu zehnmal höher konzentriert als in normalem, gesunden Gewebe. Ein erhöhter Wert kann allerdings auch bei einer gutartigen Vergrößerung der Prostata oder einer Entzündung der Prostata entstehen und muss nicht zwingend auf eine Krebserkrankung hindeuten. Die Konzentration von PSA im Blut ist in Nanogramm pro Milliliter (ng/ml) angegeben. Wichtig ist, wie sich die Werte mit der Zeit entwickeln, da eine einmalige Messung wenig aussagekräftig ist. Daher wird folgendes Vorgehen empfohlen:

  • Ein PSA–Wert von unter 2 ng/mg soll alle zwei Jahre kontrolliert werden.
  • Ein PSA–Wert zwischen 2 und 4 ng/ml sollte jährlich kontrolliert werden.

Liegt der PSA-Wert bei der ersten Früherkennung über 4 ng/ml und wird dieser durch eine erneute Messung bestätigt oder steigt der Wert über einen längeren Zeitraum hin an, kann der Arzt zu weiteren Diagnose eine Gewebeprobe entnehmen (Biopsie). Nur diese Methode kann eine endgültige Gewissheit liefern und die Diagnose Prostatakrebs bestätigen oder ausschließen. Bei der sogenannten Prostatastanzbiopsie entnimmt der Urologe mit einer Hohlnadel über den Darm mehrere – in der Regel mindestens zwölf – Gewebeproben aus der Prostata. Mittels Ultraschall kontrolliert der Arzt die richtige Position der Nadel. Diese Untersuchung ist ein ungefährliches Verfahren und findet in der Regel unter örtlicher Betäubung und Gabe von Antibiotika statt, um Infektionen durch Darmbakterien zu vermeiden. Im Labor wird dann untersucht, ob sich in den Gewebeproben Tumorzellen befinden. Lässt sich Tumorgewebe nachweisen, ist in der Medizin von einem „positiven“ Ergebnis die Rede. Mithilfe der sogenannten transrektalen Ultraschalluntersuchung (TRUS), die bei der Biopsie angewandt wird, kann Ihr Urologe die auch die Ausdehnung des Tumors über die Prostata hinaus feststellen.

Lautet danach die Diagnose Prostatakrebs, folgen weitere Untersuchungen, um zu bestimmen, wie weit sich der Tumor ausgebreitet hat und um eine nachfolgende Therapie besser planen zu können. Hier zählen folgende Untersuchungen:

  • Mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT), auch Kernspintomografie genannt, oder einer Computertomografie (CT) erstellt der untersuchende Arzt Schnittbilder des Körpers. Sie liefern eine detaillierte, räumliche Darstellung der untersuchten Körperregion. Die Ergebnisse sind nützlich für die Planung einer OP.
  • Bei der sogenannten Skelettszintigrafie spritzt der Arzt dem Patienten eine schwach radioaktive Substanz, die sich vor allem in krebsbefallenen Knochen anlagert. Mit diesem Verfahren stellt der Arzt dann fest, ob der Tumor bereits die Knochen befallen hat.

Bevor die Therapie von Prostatakrebs beginnt, wird der Tumor einem Erkrankungsstadium zugeordnet (Staging). Die Einteilung richtet sich nach unterschiedlichen Kriterien:

  • Der Ausdehnung des Tumors
  • Sind Lymphknoten befallen?
  • Hat der Tumor sich in anderen Organen angesiedelt?

Anschließend wird der Tumor in verschiedene Kategorien eingeteilt und Ihr Arzt kann dadurch Rückschlüsse auf die Aggressivität des Tumors ziehen,  zu welchem Zelltyp der Krebs gehört oder mit welchem Krankheitsverlauf zu rechnen ist. All diese Maßnahmen dienen einer optimalen Therapie von Prostatakrebs.

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