Prostata Massage: So bekommen Männer einen Super-Orgasmus

Viele Männer haben bei einer Prostata-Massage vor allem ein Ziel: einen Super-Orgasmus zu bekommen. Doch wie funktioniert die Prostata-Stimulation als Sexpraktik und ist das gesund? Nicht immer, denn bei einer Prostata-Massage kann es auch zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen.

Mann und Frau liegen auf dem Bett und schauen sich an
Durch eine Prostata-Massage können Männer besonders intensive Orgasmen erleben Foto: iStock/tool51

Prostata-Massage – eine Orgasmus-Technik, die immer mehr Menschen für sich entdecken. Schließlich soll die Massage der Prostata Männern einen unvergesslichen Höhepunkt bescheren. Dabei ist es jedoch wichtig, sich vorher eingehend darüber zu informieren, wie die Sexpraktik funktioniert und für wen sie geeignet ist, damit es nicht zu negativen gesundheitlichen Folgen kommt. Wie gesund die Prostata-Stimulation beim Sex wirklich ist und zu welchen medizinischen und therapeutischen Zwecken sie zum Einsatz kommt.

Prostata-Orgasmus: Durch Prostata-Massage zum Super-Orgasmus

Viele bezeichnen die Prostata als männlichen „G-Punkt“, denn durch eine Prostata-Massage können Männer besonders intensive Orgasmen erleben.

Die Prostata-Massage ist vor allem als sexuelles Tantra-Ritual bekannt. Damit sind Praktiken gemeint, die der tantrischen Lehre entstammen – eine aus dem Hinduismus und Buddhismus stammende Philosophie, bei der die Verbindung von Körper, Geist und Seele zu innerer Erkenntnis führen soll. Doch auch fernab der Tantra-Lehre nutzen viele die Prostata-Massage, um ihre sexuelle Lust zu steigern.

Wenn die Prostata massiert wird, ziehen sich ihre Muskeln zusammen, sodass ein sanftes Zusammenziehen der Beckenmuskulatur ausgelöst werden soll – mit dem Ziel, einen Orgasmus zu bekommen oder diesen bei der Ejakulation zu intensivieren.

Prostata-Massage beim Mann: Vorsicht bei diesen Beschwerden!

Wenn die Prostata vergrößert und zudem noch entzündet ist, empfiehlt es sich nicht, eine Prostata-Massage als Sexpraktik auszuüben. Wer Probleme oder Schmerzen bei der Erektion hat, einen geringen Samenerguss oder eine Veränderung des Spermas bemerkt, sollte die Symptome zeitnah ärztlich abklären lassen.

Auch Betroffene einer Nebenhodenentzündung (Epididymitis) sollten auf die Massage verzichten.

Prostata-Massage: Anleitung – so kommt der Mann zum Prostata-Orgasmus

Gerade für Anfänger:innen dieser Sexpraktik ist es wichtig, die Massage sanft zu beginnen und sich Schritt für Schritt an die ungewohnte Berührung heranzutasten. Die Prostata kann auf zwei Wegen massiert werden: äußerlich und innerlich. Bei beiden Methoden kann das männliche Lustzentrum entweder mithilfe eines Fingers oder eines speziellen Massagegeräts stimuliert werden.

Wichtig: Oberste Priorität sollte die Hygiene haben. Auch kurze Fingernägel und Gleitgel sind dringend zu empfehlen.

Prostata massieren von innen

Einen Finger auf den Anus legen und sanft drücken, um zu schauen, wie der Mann darauf reagiert. Anschließend den Finger langsam und sanft in den After einführen. Als Hilfsmittel kann ein Einmalhandschuh benutzt werden. Nach etwa fünf Zentimetern kann man die Prostata spüren und sanft (!) Druck ausüben.

Prostata-Massage von außen: Damm-Massage beim Mann

Bei der äußeren Prostatamassage kann Druck auf den Damm, den Bereich etwa auf halber Strecke zwischen Anus und Hodensack, ausgeübt werden. Auch durch sanftes Reiben des Bauches zwischen Schambein und Bauchnabel kann die Prostata äußerlich stimuliert werden.

Prostata-Massage: Diese Nebenwirkungen sind möglich

Wenn die Prostata-Massage von innen ohne Fingerspitzengefühl durchgeführt wird, kann dies zu unerwünschten Nebenwirkungen führen, wie zum Beispiel:

  • Blutungen um die Prostata herum

  • Verschlimmerung von Hämorrhoiden

  • Schädigung der Enddarmschleimhaut

Aufgrund dieser Nebenwirkungen raten Ärzt:innen in der Regel von einer selbst durchgeführten Prostata-Massage ab. Auch sehen Mediziner:innen die Verwendung von Prostatamassagegeräten kritisch, da diese Beschwerden verschlimmern oder zu Verletzungen führen können.

Kurz erklärt: Was ist die Prostata?

Zu den Geschlechtsorganen des Mannes zählt neben Penis, Hoden und Nebenhoden auch die Prostata, auch als Vorsteherdrüse bezeichnet. Das wallnussförmige Organ wird vom Hormon Testosteron gesteuert und spielt eine wesentliche Rolle für die männlichen Fruchtbarkeit, da sie einen Teil der Samenflüssigkeit produziert. Dieses Sekret transportiert die Spermien und ermöglicht es ihnen, sich zu bewegen. Zudem dient die Prostata dazu, die Blasenentleerung und den Samenerguss (Ejakulation) zu regulieren – zum Beispiel, indem sich ihre Muskeln zusammenziehen und dadurch der Samenerguss in die Harnröhre geleitet wird.

Die Prostata sitzt unter der Harnblase und umschließt den Anfang der Harnröhre. Rückseitig grenzt sie an den Enddarm. Die sich in der Prostata befindlichen Drüsen, Bindegewebe und Muskelfasern sind umhüllt von einer festen Kapsel (Capsula prostatica).

Prostatamassage bei Prostatitis

Auch Männer, die eine akute Prostataentzündung (Prostata) haben, sollten auf eine Prostata-Stimulation beim Sex verzichten, da die Massage die Beschwerden verschlimmern kann. Auch ist eine Blutvergiftung möglich, da sich durch die Berührung der entzündeten Prostata die Erreger weiter ausbreiten können.

Anders sieht es im medizinischen Kontext aus: Eine Prostata-Massage führt der Urologe in der Regel durch, wenn bei Verdacht auf eine Prostatitis besteht. Üblich ist neben der Tast-Diagnostik die Untersuchung des Urins mithilfe der sogenannten „Viergläserprobe“. Hierbei muss der Patient vier Urinproben abgeben – in der dritten Probe wird das Prostatasekret mithilfe einer Massage aufgefangen und anschließend im Labor auf Entzündungswerte untersucht.

Sollte der Betroffene jedoch hohes Fieber oder starke Unterleibsschmerzen haben, verzichtet der Arzt in der Regel auf die medizinische Prostata-Massage. Denn bei einer Prostatitis ist das Organ angeschwollen und kann durch eine äußere Stimulation weiter gereizt werden.

Prostata-Massage gegen Krebs: Was soll das bringen?

Ein weiteres medizinisches Einsatzgebiet der Prostatamassage hat mit der Krebsfrüherkennung zu tun. Prostatakarzinome gehören zu den häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Deshalb besteht ab dem 45. Lebensjahr die Möglichkeit, einmal im Jahr Termin zur Früherkennung von Prostatakrebs in Anspruch zu nehmen, bei dem der Arzt über den Enddarm die Prostata abtastet.

Zudem besteht für Männer seit 2007 die Möglichkeit, einen genetischen Urin-Test zur Prostatakrebs-Früherkennung durchführen zu lassen. Diese Untersuchung zählt allerdings nicht zum Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen und muss selbst bezahlt werden. Bei diesem Urin-Test wird die Prostata zunächst massiert und anschließend werden die ersten 20 bis 30 Milliliter Urin in einem Behältnis aufgefangen. Die vorherige Massage ist wichtig, da der aufgefangene Urin danach Prostatazellen enthält – und diese können Anhaltspunkte für eine bösartige Veränderung der Prostata liefern.

Prostata-Massage für therapeutische Zwecke: Ist das gesund?

Krankheiten vorbeugen und die Prostata stärken – das Versprechen einiger Heilpraktiker:innen ist groß. Viele bieten daher die Prostata-Massage für therapeutische Zwecke an. Auch ist die Massage im asiatischen Raum eine beliebte Methode, um Prostatitis-Symptome zu lindern.

Therapeutische Anwendungsgebiete der Prostata-Massage sind zudem:

  • Erschwertes Wasserlassen bei vergrößerter Prostata

  • Schmerzen beim Samenerguss

  • Erektionsstörungen

Aus wissenschaftlicher Sicht lässt sich diese Wirkung allerdings nicht abschließend beurteilen, da die Studienlage nicht ausreichend ist.

Männer sollten bei Prostatabeschwerden immer erst einen Arzt aufsuchen – und sich nicht selbst an der Prostata massieren oder eine Massagetherapie in Anspruch nehmen. Für diejenigen, die ihre sexuelle Lust mithilfe einer Prostata-Massage steigern möchten, empfiehlt sich eine äußere Damm-Massage, bei der das Verletzungsrisiko gering ist.