Probiotische Lebensmittel: Gesundheit für den Darm

Silvia Pucyk
Probiotische Lebensmittel auf einem Tisch
Sauerkraut, Joghurt und Salzgurken gehören zu probiotischen Lebensmitteln © marekuliasz/iStock
Inhalt
  1. Was macht diese Lebensmittel so gesund?
  2. Wie viel Probiotika braucht der Körper?
  3. Probiotische Lebensmittel, Sport und wenig Fleisch

Kefir, Sauerkraut und Cheddar – was haben diese Nahrungsmittel gemeinsam? Sie gehören zu den probiotischen Lebensmitteln, die nicht nur unserem Darm, sondern dem gesamten Körper guttun. Erfahren Sie bei PraxisVITA, wie Probiotika wirken und wie viel davon Ernährungsexperten empfehlen.  

Leiden Sie nach dem Essen unter einem Blähbauch und Krämpfen? Haben Sie häufig Durchfall oder Verstopfung? In diesen Fällen kann es laut Medizinern hilfreich sein, die Darmflora zu unterstützen, um die Beschwerden zu lindern. Hierfür eignen sich probiotische Lebensmittel. Diese enthalten eine Vielzahl lebender Mikroorganismen, die in den Darm gelangen und von dort aus laut wissenschaftlicher Untersuchungen eine positive Wirkung auf den menschlichen Körper haben. 

 

Zu probiotischen Lebensmitteln gehören laut Ernährungsexperten unter anderem folgende:

Apfelessig

Aus Äpfeln wird unter anderem Essig hergestellt. Während der Gärung bilden sich Milchsäurebakterien, die Apfelessig zu einem probiotischen Lebensmittel machen. 

Gurke

Die Salzgurke wird ohne Essig eingelegt und durch Milchsäuregärung haltbar gemacht. Diese Form des Gurkeneinlegens macht die Salzgurke zu einem probiotischen Lebensmittel. 

Joghurt

Besteht aus Milch, die durch Milchsäurebakterien fermentiert wird. Joghurt verbessert nachweislich die Darmflora und kann bei Verstopfung und Durchfall helfen.

Käse

Cheddar, Gouda, Mozzarella und Parmesankäse – diese Käsesorten stecken voller Milchsäurebakterien. Unter Experten gilt im Übrigen die Regel: Je älter ein Käse, desto mehr probiotische Bakterien enthält er. 

Kefir

Das Milchprodukt enthält noch mehr Milchsäurebakterien als Joghurt, da beim Herstellungsprozess Hefen eingesetzt werden. 

Kimchi

Gehört ebenfalls zu den probiotischen Lebensmitteln. Es wird aus fermentiertem Chinakohl hergestellt und mit Knoblauch, Ingwer, Chili und Fischsauce gewürzt. 

Miso

Die würzige Paste wird traditionell in der japanischen Küche verwendet. Miso besteht aus Sojabohnen, Getreide, Reis und Gerste. Die Paste reift etwa ein Jahr, sodass sich über diesen langen Zeitraum viele Milchsäurekulturen ansiedeln können. 

Sauerkraut

Gibt es frisch in Reformhäusern im Kühlschrank. Bei der Herstellung wird Weiß- und Spitzkohl fermentiert, sodass dieser reich an vielen lebenden probiotischen Bakterienkulturen ist. 

Tempeh

Dieses probiotische Lebensmittel aus Indonesien wird über einen längeren Zeitraum fermentiert und ist dadurch reich an Milchsäurekulturen. 

 

Was macht diese Lebensmittel so gesund?

Probiotische Kulturen kommen direkt im Darm an, weil sie es schaffen, die Magensäure zu überleben. Im Darm vermehren sie sich und können dort schädliche Mikroorganismen verdrängen. 

Eine Frau isst Joghurt

Jeder Körper besitzt eine einzigartige Darmflora. Probiotika wirken sich demnach unterschiedlich auf den menschlichen Organismus aus © goodmoments/iStock

 

Wie viel Probiotika braucht der Körper?

Doch was bedeutet das konkret? Sollten wir jeden Tag zwei Salzgurken, einen Becher Joghurt und drei Scheiben Cheddar essen, um unseren Bedarf an Probiotika zu decken? Laut Ärzten ist das leider nicht so einfach. Denn jeder Mensch enthält eine spezifische Darmflora, die so individuell ist wie unser Fingerabdruck. Das bedeutet, dass jeder Mensch unterschiedlich gut von probiotischen Lebensmitteln profitiert. Für einige kann es laut Ernährungsexperten ausreichend sein, genügend Gemüse und Obst zu essen, um fit zu bleiben. Andere sollten sich eher einer monatelangen Darmkur unterziehen und dabei hochdosierte Probiotika in Kapselform einnehmen.

Eine Frau springt Springseil

Probiotische Lebensmittel sind ein Baustein für mehr Gesundheit. Wer fit bleiben möchte, sollte auch auf genügend Bewegung achten © lzf/iStock

 
 

Probiotische Lebensmittel, Sport und wenig Fleisch

Wer unter Blähungen, Durchfall oder Bauchkrämpfen leidet, sollte sich von einem Arzt beraten lassen, ob probiotische Lebensmittel die Beschwerden lindern können. Je nach Krankheitsgeschichte und Befund wird der Mediziner entscheiden, welche Bakterienkultur sich für seinen Patienten eignet. Jeder probiotische Stamm hat nämlich einen jeweils spezifischen Einfluss auf den Körper, der ihn von anderen Bakterienkulturen unterscheidet. Mittlerweile wird eine Behandlung mit Probiotika auch bei Akne, erhöhten Cholesterinwerten oder dem Reizdarmsyndrom eingesetzt. Wissenschaftliche Studien konnten bisher die genaue Wirkweise der Bakterienkulturen im menschlichen Körper nicht vollständig entschlüsseln.  Dieser Schritt ist jedoch nur ein Schlüssel für mehr Wohlbefinden. Genauso wichtig ist es laut Medizinern beispielsweise, nicht übermäßig viel rotes Fleisch zu verzehren (Erwachsene pro Woche nicht mehr als 600 Gramm). Ausreichend Bewegung (täglich mindestens 30 Minuten) und Stressabbau tragen ebenso zu mehr Gesundheit bei. 

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