Potenzmittel: Wie funktionieren Viagra und Co.?

Viagra
Anders als häufig angenommen steigern Potenzmittel wie Viagra nicht die Lust © Fotolia

Erektionsstörungen sind bis heute ein Thema, über das man nicht gerne spricht. Dabei ist das Problem dank Potenzmitteln wie Viagra inzwischen recht leicht in den Griff zu bekommen. Praxisvita erklärt, wie Potenzmittel wirken.

Auch wenn es wohl kaum ein Mann freiwillig zugeben wird: Jeder fünfte hat im Laufe seines Lebens einmal mit Erektionsstörungen zu kämpfen. Für die sogenannte erektile Dysfunktion kann es verschiedene Ursachen geben. Zu den häufigsten zählen krankhafte Veränderungen der Blutgefäße und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes. Neben körperlichen Gründen können aber auch seelische Leiden für Erektionsprobleme verantwortlich sein. Das Gute: Dank  Potenzmitteln wie Viagra oder auch Cialis lässt sich die erektile Dysfunktion heute recht leicht in den Griff kriegen.

 

Potenzmittel: Wie wirken sie?

Die heute gängigen Potenzmittel sind als PDE-5-Hemmer bekannt. Ihre Aufgabe: Sie sorgen dafür, dass ein bestimmtes Enzym im Schwellkörper gehemmt wird. Dadurch kann mehr Blut in den Schwellkörper strömen und bleibt auch dort, wodurch eine anhaltende Erektion entsteht. Unterschiede gibt es in erster Linie bei Wirkung und Dauer der Erektion. Viagra und Cialis wirken nach etwa 20 bis 30 Minuten und dann bis zu zwölf Stunden lang. Cialis braucht zwar ungefähr genauso lang, bis es wirkt, aber es sorgt bis zu 36 Stunden für eine gesteigerte Potenz. Welches Potenzmittel man verwenden will, sollte also auch nach den eigenen Interessen entschieden werden – letztendlich könnte es durch die lange Wirkdauer auch in unangemessenen Situationen zur Erektion kommen.

 

Steigern Potenzmittel die Lust?

Bei einer Marktforschungsumfrage gaben 44 Prozent der Männer und 50 Prozent der Frauen an, dass sie glauben, Potenzmittel würden die sexuelle Lust steigern. Doch das ist ein Irrtum: Damit die Pillen wirken können, muss die Lust bereits vorhanden sein. Um das eigene Verlangen anzukurbeln, können pflanzliche Wirkstoffe wie beispielsweise Muira Puama helfen. Die Pflanze aus Brasilien kann laut Studien für ein höheres Verlangen bei Frauen sorgen. Ähnlich gut wirkt bei Männern Ginseng: Das Kraut soll die Libido steigern und die Erektionsfähigkeit verbessern. Noch mehr natürliche Aphrodisiaken haben wir in dieser Bildergalerie für Sie zusammengestellt.

 

Welche Nebenwirkungen gibt es?

Schwere Nebenwirkungen treten mittlerweile kaum noch auf, sofern das jeweilige Potenzmittel richtig angewandt wird. Dauererektionen durch zu hohe oder falsche Dosierungen können aber nicht nur schmerzhaft und unangenehm sein – nach sechs Stunden kann dadurch Gewebe im Penis zerstört werden. Das kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass nie wieder eine Erektion möglich ist. Zum Glück sind diese Fälle aber die absolute Ausnahme – typischere Nebenwirkungen von Potenzmitteln sind eher Kopfschmerzen oder Rötungen im Gesicht. Da Viagra verschreibungspflichtig ist, kann der Arzt klären, ob eventuelle Vorerkrankungen hinderlich sein könnten. Das gilt besonders für herzkranke Menschen: Bei ihnen könnten Potenzmittel ein erhöhtes Risiko darstellen. Nicht wegen der Pille an sich, sondern durch eine eventuelle Überbelastung beim Geschlechtsverkehr. In diesem Fall sollte die Belastungsfähigkeit des Herzens ärztlich abgeklärt werden. Ebenfalls wichtig: Der in Viagra enthaltene Wirkstoff Sildenafil wurde ursprünglich bei der Forschung zur Bekämpfung von Herzleiden und Bluthochdruck entdeckt. Deshalb sollten auch eventuelle Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten abgeklärt werden.

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.