Pompoir: Was ist eigentlich ein Schamlippenkuss?

Rieke Heinze Medizinredakteurin

Heute schon geküsst? Ganz so einfach verhält es sich nicht mit dem Schamlippenkuss. Bei der ungewöhnlichen Sextechnik geht es auch nicht wirklich um eine wilde Knutscherei, sondern um ein langsames und intensives Liebesspiel.

Frau sitzt auf Mann im Bett
Foto:  iStock/RapidEye
Inhalt
  1. Was ist der Pompoir?
  2. Griff der Kleopatra – ein Muss für das Abendprogramm im Schlafzimmer?
  3. Wie kann ich den Schamlippenkuss üben?

Höher, schneller, weiter – ein Ansatz, den viele auch beim Sex vertreten. Je wilder der Akt, desto besser. Vielleicht nicht falsch, aber definitiv nicht die Grundlage, auf derer Sie sich mit dem Schamlippenkuss auseinandersetzen sollten. Beim sogenannten Griff der Kleopatra geht es nämlich um das langsame Genießen, um Intimität und die Umkehr von Macht: Denn hier hat die Frau die Kontrolle – über den Mann und über seine Lust.

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Was ist der Pompoir?

Die Idee? Der unbeschreiblichste Orgasmus, den Sie bzw. Mann sich vorstellen kann. Durch die extrem langsame Luststeigerung soll der Höhepunkt besonders ekstatisch sein. Die Frau übernimmt in dieser Sexposition die aktive Rolle, während der Mann sich entspannt zurücklehnen und genießen kann. Sie sitzt in Reiterstellung auf ihm, der Penis ist in die Vagina eingeführt und jetzt … passiert erstmal nicht viel. Denn der Trick des Schamlippenkusses ist die Ruhe. Keine gemeinsamen Bewegungen, die Hüften bleiben ruhig. Das einzige, dass sich bewegt, sind die Muskeln der Frau. Die Vaginalmuskeln um ganz genau zu sein.

Durch die Kontraktion der Beckenbodenmuskulatur massiert die Vagina den Penis und soll so langsam aber stetig den Orgasmus herbeiführen. Das Ent- und Anspannen der Muskeln übt Druck aus und für Mann entsteht das Gefühl einer dauerhaften Handmassage am besten Stück. Durch die langsame, aber stetige Reibung der Eichel kommt es schließlich zum Orgasmus - mit einer extrem langen Erregungsphase. Und die ist mit Sicherheit einer der Gründe, warum gerade die Männerwelt von einem Schamlippenkuss träumen kann.

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Griff der Kleopatra – ein Muss für das Abendprogramm im Schlafzimmer?

Ja, ein Superorgasmus ist verlockend. Für beide Seiten. Auch wenn es beim Griff der Kleopatra, wie der Schamlippenkuss auch genannt wird, mehr um den männlichen sexuellen Höhepunkt geht, kann es für die Frau ein neues und sehr befriedigendes Gefühl sein, der aktive Part zu sein und dem Gegenüber so zielgenau Lust zu verschaffen. Kleiner zusätzlicher Pluspunkt: Die Beckenbodenmuskulatur wird automatisch trainiert und damit wird Inkontinenz  vorgebeugt. Aber: Das Ganze klingt einfach, ist es aber leider nicht. Für einen erfolgreichen Schamlippenkuss benötigt man nämlich bereits einen sehr trainierten Beckenboden. Eine Stunde Training täglich ist das erforderliche Maß für eine ausreichend trainierte Muskulatur. Kein geringer Aufwand, vor allem, wenn auch der Pompoir selbst einiges an Übung erfordern wird und mich Sicherheit nicht von Anfang an gelingt.

 

Wie kann ich den Schamlippenkuss üben?

Wer sich dennoch an dieser Sextechnik erproben will, der sollte seine Beckenbodenmuskeln gezielt trainieren. Darüber hinaus gilt: Einfach zusammen mit dem Partner ausprobieren. Je entspannter Sie dabei sind, desto besser. Visualisieren Sie Ihr Vorhaben: Wenn der Penis eingeführt ist, hilft es, sich vorzustellen, wie Sie ihn mit Ihren Schamlippen umschließen. Spannen Sie nun die Beckenbodenmuskeln an und lassen Sie wieder los. Widerholen Sie diesen Vorgang. Ihr Partner wird Ihnen signalisieren, ob sich die Anstrengung lohnt – im besten Fall durch einen atemberaubenden Orgasmus.

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Übrigens: auch Beckenbodentraining für den Mann kann sinnvoll sein; unter anderem führt es zu einer längeren Standhaftigkeit beim Geschlechtsverkehr.

Quellen: Dr. med. Yael Adler (2018), darüber spricht man nicht, Droemer Verlag, München

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