Polizei warnt: Erpresser droht mit Gift in Lebensmitteln

Verena Elson
Supermarktregale
Die Polizei warnt: Verbraucher sollten in den nächsten Tagen besonders aufmerksam sein und eventuell manipulierte Lebensmittel-Verpackungen umgehend melden. Ein Erpresser droht damit, Lebensmittel in verschiedenen Märkten zu vergiften © iStock
Ein Erpresser fordert einen zweistelligen Millionenbetrag von verschiedenen Lebensmittelhändlern und droht damit, zum Verkauf angebotene Lebensmittel zu vergiften. Dass er es mit seiner Drohung ernst meint, hat er bereits gezeigt.

Ein Erpresser fordert einen zweistelligen Millionenbetrag von verschiedenen Lebensmittelhändlern und droht damit, zum Verkauf angebotene Lebensmittel zu vergiften. Dass er es mit seiner Drohung ernst meint, hat er bereits gezeigt.

Auf einer Pressekonferenz warnte die Polizei Konstanz vor eventuell vergifteten Lebensmitteln, die sich im Handel befinden könnten. Ein Erpresser forderte einen zweistelligen Millionenbetrag und drohte damit, bundes- und europaweit Gift in im Handel angebotene Nahrungsmittel zu mischen.

Die Ermittler nehmen den Fall sehr ernst. Bereits am 16. September war ein Erpresserschreiben bei verschiedenen Lebensmittelhändlern und Drogerien eingegangen. Und tatsächlich hatte die Polizei bei einer umgehend gestarteten Aktion fünf vergiftete Packungen mit Babynahrung sichergestellt – mit Giftkonzentrationen, die Babys und Kleinkinder schwer verletzen oder auch töten könnten. Die vergiftete Babynahrung war bei einem Händler in Friedrichshafen sichergestellt worden.

„Es handelt sich um einen herausragenden Erpressungsfall und wir müssen davon ausgehen, dass wir einen sehr skrupellosen Täter verfolgen, der sehr ernsthafte Gesundheitsgefahren bis hin zum Tod von Menschen billigend in Kauf nimmt“, so Polizeivizepräsident Uwe Stürmer vom Polizeipräsidium Konstanz.

 

Unklar, nach welchem Gift gesucht wird

Der Täter kündigte an, weitere Lebensmittel zu vergiften – darum wendete sich die Polizei Konstanz jetzt mit dem Fall an die Öffentlichkeit. Die Schwierigkeit: Die Polizei weiß weder, um welches Gift es sich handelt, noch, welche konkreten Lebensmittel und welche Märkte betroffen sein könnten. In der vergifteten Babynahrung hatten die Ermittler einen Stoff aus der Gruppe der Glykole sichergestellt. Diese Alkohole werden zur Herstellung von Frostschutzmitteln verwendet und wirken in hoher Konzentration tödlich.

Petra Mock vom Ministerium für ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg riet auf der Pressekonferenz darum zu erhöhter Aufmerksamkeit. Verbraucher sollten beim Einkaufen, aber auch zu Hause auf manipulierte Verpackungen achten – also Verpackungen, die den Anschein machen, bereits einmal geöffnet oder beschädigt worden zu sein. Bei Nahrung in Gläsern beispielsweise kann ein Hinweis auf eine Manipulation sein, dass das typische Klacken beim Öffnen ausbleibt. Verdächtige Verpackungen sollten umgehend der Marktleitung gemeldet werden. Verbraucher sollten nichts verzehren, was in solchen manipulierten Verpackungen verkauft wurde.

 

Der Giftnotruf

Doch woran erkenne ich, ob mein Kind vergiftet ist? Erste Symptome sind beispielsweise ein unsicherer Gang und Balanceschwierigkeiten. Kommt es zu Erbrechen oder Durchfall, melden Sie sich beim Giftnotruf, den Sie beispielsweise unter diesen Nummern erreichen können:

Hamburg, Giftinformationszentrum Nord: 055119240

Berlin, Institut für Toxikologie: 03019240

Bayern, Toxikologische Abteilung TU München: 08919240

Was Sie sonst noch über Vergiftung bei Kindern wissen sollten, erklärt Kinderärztin Dr. Nadine Hess im Artikel „Erste Hilfe für Kinder: Vergiftung.“

Bei aller Vorsicht bestehe dennoch kein Anlass zu Panik oder Hysterie, so Polizeivizepräsident Uwe Stürmer. Die Polizei bittet die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Suche nach dem Täter – das Bild einer Überwachungskamera soll dabei helfen. Hier finden Sie das Fahndungsbild.

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