Podcast über Demenz: Was tun, wenn das Gedächtnis nachlässt?

Ines Fedder Medizinredakteurin

Eine Alzheimer-Erkrankung beginnt schleichend – lange bevor sich die ersten Symptome bemerkbar machen. In einer aktuellen Folge VITATALK sprechen Experten und Betroffene über Alzheimerprävention und darüber, wie man mit der Krankheit am besten umgeht.

Ältere Frau schaut traurig aus dem Fenster
Eine Alzheimer-Erkrankung macht sich schleichend bemerkbar Foto:  istock/cecilie_arcurs

Was kann man tun, wenn das Gedächtnis langsam nachlässt? Und: Merkt man das überhaupt rechtzeitig? Nein, erklärt Prof. Wolf Dieter Oswald, Professor für Psychologie an der Universität in Erlangen-Nürnberg und Leiter der Forschungsgruppe Prävention und Demenz. „Alzheimer beginnt lange, bevor sich die Symptome bemerkbar machen“, so der Experte. Diese Erfahrung mussten auch die Angehörigen des 81-jährigen Demenzerkrankten Ulli machen. Seine Tochter Nina berichtet: Eine Verkalkung im Hirn ihres Vaters sei bereits im vollen Gange gewesen, als ein Neurologe die Diagnose Alzheimer stellte. Prof. Dr. Hendrik-Johannes Pels erklärt im VITATALK: „Es gibt bestimmte Parameter im Nervenwasser, die eine frühzeitige Diagnose ermöglichen, die Behandlungsmöglichkeiten sind zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch sehr begrenzt.“

 

Alzheimer-Demenz und vaskuläre Demenz

Man unterscheide zwischen der sogenannten Alzheimer-Demenz und der vaskulären Demenz: „Über die Hälfte aller Demenzen gehen auf die Alzheimer-Demenz zurück, die berühmteste und bekannteste Form der Demenz. Dabei kommt es zu einem zunehmenden Verfall der Gedächtnisfunktion und der Persönlichkeit. Dann gibt es noch die vaskuläre Demenz, die auf Veränderungen im Gehirn beruht, bedingt durch Durchblutungsstörungen“, so der Experte.

 

Umgang mit Demenzkranken: Akzeptieren und verstehen

Die 31-jährige Nina aus Berlin muss seit nunmehr fast vier Jahren miterleben, wie ihr an Demenz erkrankter Vater Ulli sein altes Leben nach und nach vergisst. Ihr Vater wird seit einiger Zeit nun von der Tagespflege betreut. Sie erklärt: „Der Alltag gestaltet sich zunehmend schwerer. Vor allem meiner Mutter ist es anfangs sehr schwergefallen, sich mit dieser Diagnose abzufinden.“

Trauer und Wut sind in dieser Situation jedoch völlig normal. Die Alzheimer-Beratung kann dabei helfen, mit diesen Emotionen und der Krankheit umzugehen.

In einer neuen Folge VITATALK – Der Gesundheitspodcast von PraxisVITA erfahren Sie, wie Nina und ihre Familie damit umgehen, sich um ihren Vater zu kümmern, aber auch noch genügend Zeit für sich zu haben. Und was die größten Herausforderungen im Umgang mit Demenzerkrankten innerhalb der Familie sind. Zudem gibt es viele hilfreiche Tipps für Angehörige.

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Weitere Hilfreiche Tipps im Umgang mit Demenzerkrankten:

  • Sich gut über das Krankheitsbild informieren.
  • Wichtige Gewohnheiten beibehalten, um Sicherheit zu bieten.
  • Ein gleichbleibender Tagesrhythmus hilft dabei, die Betroffenen nicht weiter zu verunsichern.
  • Nicht streiten, da Demenzerkrankte einer anderen Logik folgen und für Argumente schwer zugänglich sind.
  • Gelassen bleiben. Nehmen Sie Gefühlsschwankungen und Aggressionen nicht persönlich.
  • Langsam und geduldig in kurzen Sätzen sprechen.
  • Wichtige Mitteilungen verschriftlichen.
  • Immer in Kontakt bleiben – zum Beispiel durch körperliche Nähe und Blickkontakt.
  • Schöne Erinnerungen aus der Vergangenheit aufleben lassen.
  • Sich selbst nicht vergessen. Die Betreuung ist nämlich eine große Belastung. Verteilen Sie die Last auf mehrere Schultern und nehmen Sie sich, wenn nötig, eine Auszeit. 
    Wie vergesslich ist normal?
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Unsere Experten:
- Prof. Wolf Dieter Oswald, Professor für Psychologie an der Universität in Erlangen-Nürnberg und Leiter der Forschungsgruppe Prävention und Demenz
- Prof. Dr. Hendrik-Johannes Pels vom Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg

 

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