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Neuer Podcast: Heuschnupfen – nicht nur bei „Sensibelchen“

Ines Fedder Medizinredakteurin

Endlich, der Frühling ist da. Die Sonne scheint, die Tage werden länger und alles könnte so schön sein – wäre da nicht das lästige Kribbeln in der Nase und die tränenden und juckenden Augen, die einem das schönste Wetter vermiesen können. 

Frau niest in Taschentuch
Mehr als 86 Prozent aller Allergiker leiden unter einer Pollenallergie Foto:  bluecinema/iStock
Inhalt
  1. Behandlung bei Heuschnupfen
  2. Homöopathie: Sanfte Hilfe aus der Natur
  3. So kommen Sie gut durch die Heuschnupfen-Saison
  4. Podcast VITATALK zum Thema Heuschnupfen

„Achtung, Achtung, Pollen im Anflug!“ Allergiker kennen dieses Problem. Wenn der Frühling beginnt und die Pollen in der Luft schwirren, haben es Menschen mit Heuschnupfen besonders schwer. In Deutschland leidet jeder vierte bis fünfte Einwohner an einer allergischen Erkrankung, mehr als 86 Prozent aller Allergiker an einer Pollenallergie. Aber warum eigentlich? Was geschieht in unserem Körper, dass wir auf so harmlose Reize in besonderem Maße reagieren?
„Bei Kontakt mit den sogenannten Allergen reagiert das Immunsystem über“, erklärt Allgemeinmediziner und Facharzt für Naturheilverfahren Dr. med. Markus Wiesenauer. Die Überreaktion kann man oft auf bestimmte Auslöser zurückführen wie Pollen, Insektenstiche oder Tierhaare. „Warum allerdings manche Menschen auf diese Reize besonders reagieren und manche nicht, das bleibt ein Geheimnis der Natur“, erklärt der Allgemeinmediziner.

Erklärungsansätze für eine allergische Überreaktion gibt es viele: Die Gene, bestimmte Ernährungsgewohnheiten, Umwelteinflüsse oder Hygienevorlieben werden in diesem Zusammenhang häufig genannt. Ob eine allergische Reaktion hervorgerufen wird, kann dabei von ganz unterschiedlichen Faktoren abhängen. Ein vielversprechender Forschungsansatz bietet die Psychoneuroimmunologie. Sie untersucht im Hinblick auf Allergien die Wechselwirkung der Psyche, des Nervensystems und des Immunsystems.

Wichtig ist bei der Behandlung, das jeweilige Allergen zu finden und zuzuordnen, weiß Dr. med. Markus Wiesenauer. Je nachdem, wie stark die Symptome wie Atemnot, allergisches Asthma, juckende, brennende Augen oder Fließschnupfen sind, können dann verschiedene Behandlungsmethoden eingeleitet werden.

Prick-Test auf Unterarm
Krankheiten & Behandlung Heuschnupfen: Wie stellt der Mediziner die Diagnose?

 

Akutbehandlung und vor-saisonale Behandlung bei Heuschnupfen

Bei der Akutbehandlung werden die vorherrschenden Beschwerden sofort behandelt, im Gegensatz zur vor-saisonalen Behandlung. Sie beginnt vor der akuten Heuschnupfen-Saison zum Beispiel in Form von einer sogenannten Desensibilisierung. Dabei werden dem Patienten winzige Mengen der Substanz verabreicht, auf die er allergisch reagiert. Durch die geringe Dosierung des Allergens soll das Immunsystem lernen, den Allergieauslöser zu tolerieren.

 

Homöopathische Behandlung bei Heuschnupfen und Allergien

Ein natürlicher und sanfter Weg, die Beschwerden zu lindern, ist die Einnahme von homöopathischen Mitteln, sagt Dr. med. Markus Wiesenauer. „Die Homöopathie reguliert unsere Selbstheilungskräfte, also das Immunsystem, und wirkt so effektiv bei Allergien.“ Der Vorteil: Die homöopathischen Mittel haben so gut wie keine Nebenwirkungen, wie zum Beispiel Müdigkeit (eine häufige Nebenwirkung von Antihistaminika). „Bei akuten Beschwerden kann man zudem zusätzlich zur Homöopathie auch Antiallergika, die sogenannten Antihistaminika einsetzen." Das sind chemisch-synthetische Arzneimittel, die die Symptome lindern.
Natürlich kann man auch selbst ein paar Dinge beachten, um Heuschnupfen besser in den Griff zu bekommen:

 

So kommen Sie gut durch die Heuschnupfen-Saison

  • Lüften der Wohnung möglichst nur in den frühen Morgenstunden.
  • Bekleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen, da Pollen an der Kleidung haften können.
  • Pollenschutzgitter an den Fenstern verhindern, dass Pollen in die Wohnung gelangen.
  • Es empfiehlt sich, abends zu duschen und die Haare zu waschen, damit die Pollen an Haut und Haar entfernt werden.
  • Nasendusche: Entweder Spülsalz oder alternativ einen Teelöffel gewöhnliches Kochsalz mit warmem Wasser mischen und die Lösung in der Nase hochziehen.
  • Ein feuchtes Tuch bei angeschwollenen und roten Augen hilft, den Juckreiz zu lindern. Besonders gut eignet sich die Verwendung von Augentrost (Apotheke). Dafür je zwei Teelöffel der getrockneten Pflanzenteile mit einer Tasse Wasser aufkochen, fünf Minuten ziehen lassen, ein Tuch eintränken und es auf die geschlossenen Augenlieder legen.
 

Tipps und Hilfe bei Heuschnupfen zum Hören hier im Podcast VITATALK

Wie man sich bei Heuschnupfen am besten verhält? Alles zur Diagnose, Therapie und hilfreiche Alltagstipps hören Sie in unserer aktuellen VITATALK-Folge hier bei uns auf PraxisVita, auf ITunes und TuneIn, auf Soundcloud oder podcast.de.

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