Plötzlicher Kindstod – kein erhöhtes Risiko durch Impfen

Ein Baby schläft
Als Schutzmaßnahme gegen den plötzlichen Kindstod sollten Eltern Dinge aus dem Bett verbannen, an denen das Baby ersticken könnte – beispielsweise Kuscheltiere und weiche Kissen und Decken © Fotolia

Der Albtraum aller Eltern: der plötzliche Kindstod. Viele haben Angst, dass Schutzimpfungen das Risiko dafür erhöhen – doch die ist unbegründet, zeigt eine neue Studie.

Impfungen erhöhen nicht das Risiko des plötzlichen Kindstodes – zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie von Wissenschaftlern der Berlin School of Public Health.

Von einem plötzlichen Kindstod (SIDS für Sudden Infant Death Syndrom) sprechen Mediziner, wenn ein Säugling oder Kleinkind ohne erkennbare Ursache (meist im Schlaf) stirbt. Er ereignet sich meist im ersten Lebensjahr – in demselben Zeitraum, in dem auch viele Impfungen durchgeführt werden, etwa gegen Keuchhusten, Polio und Diphterie. So kam es in der Vergangenheit vor, dass beide Ereignisse zeitlich nah beieinander auftraten – einige Experten vermuteten darum einen Zusammenhang zwischen Impfungen und dem plötzlichen Kindstod.

Ein Baby wird geimpft
Impfungen bieten einen wichtigen Schutz für Kinder – ihr Risiko, dem plötzlichen Kindstod zu erliegen, erhöhen sie nicht, das zeigt eine Studie© Shutterstock
 

Bei hoher Impfquote ging SIDS-Rate zurück

Die Berliner Forscher verglichen die Raten der Dreifachimpfung gegen Tetanus, Diphterie und Keuchhusten in den USA zwischen 1968 und 2001 mit dem Auftreten von SIDS im selben Zeitraum. Der Grund für die Wahl dieser Zeitspanne war ein Rückgang der Keuchhusten-Impfquoten in den USA in den 1970er-Jahren aufgrund von vermuteten neurologischen Komplikationen.

Der Gedanke der Wissenschaftler: Gäbe es einen Zusammenhang zwischen Impfungen und dem plötzlichen Kindstod, hätten die Zahlen von SIDS zurückgehen müssen, als die Impfquote einbrach. Das Gegenteil war jedoch der Fall: Zwischen 1968 und 1971 stiegen die SIDS-Fälle um 27 Prozent an, von 1971 bis 1974 sogar um 47 Prozent und zwischen 1974 und 1979 noch einmal um drei Prozent. Die Wissenschaftler stellten eine umgekehrt proportionale Beziehung zwischen Impfquote und Sterberate fest – das heißt, je höher die Impfquote, desto niedriger die Zahl der SIDS-Fälle. Erst mit dem erneuten Anstieg der Impfquote sank die Zahl der SIDS-Fälle wieder.

Ob allerdings ein kausaler Zusammenhang zwischen diesen beiden Entwicklungen besteht, ist nicht geklärt, denn in der Zwischenzeit wurden auch die Vorbeugemaßnahmen gegen SIDS verbessert. Die Studie widerlegt jedoch die Vermutung, Impfungen könnten den Plötzlichen Kindstod begünstigen.

Hier erfahren Sie, wie Sie Ihr Kind vor dem plötzlichen Kindstod schützen können.

Hamburg, 30. März 2015

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