Plötzlicher Herztod – So schützen Sie sich

„Bemerken Sie etwa ein Herz-Stolpern oder verminderte Leistungsfähigkeit, gehen Sie umgehend zum Arzt", rät Dr. Hanefeld
„Bemerken Sie etwa ein Herz-Stolpern oder verminderte Leistungsfähigkeit, gehen Sie umgehend zum Arzt", rät Dr. Hanefeld © Fotolia

Immer wieder schockieren uns Nachrichten von Menschen, die plötzlich tot umfallen. Wie man vorsorgt und welche Warnsignale jeder kennen sollte, um einen plötzlichen Herztod zu verhindern, verrät Praxisvita.

Er kommt ohne Vorankündigung: der plötzliche Herztod. Rund 100 000 Menschen sterben jährlich in Deutschland daran. Meist ereilt er die Patienten zu Hause, manchmal in der Bahn oder im Kaufhaus. Besonders häufig trifft er Männer, wie den 49-jährigen CDU-Bundestagsabgeordneten Jürgen Herrmann, der kürzlich bei einer Wanderung einen Herzstillstand erlitt und starb.

 

Ursachen einer Herzmuskelentzündung

Die Ursachen sind vielfältig. Oft liegt eine Erkrankung der Herzkranzgefäße oder eine Herzmuskelentzündung infolge einer Virus-Infektion vor. Der Verlauf ist aber immer gleich: „Zuerst treten Herzrhythmusstörungen auf, die zum Kammerflimmern führen, und schließlich bleibt das Herz stehen", erklärt Dr. Christoph Hanefeld, Direktor der medizinischen Klinik des St. Elisabeth-Hospitals im Katholischen Klinikum Bochum. Das alles passiert innerhalb weniger Sekunden. Das Leben des Betroffenen hängt dann von der unverzüglichen Reaktion anderer ab.

Weil der plötzliche Herztod so unvermittelt kommt, ist es lebenswichtig, bereits auf kleinste Anzeichen zu reagieren. „Bemerken Sie etwa ein Herz-Stolpern oder verminderte Leistungsfähigkeit, gehen Sie umgehend zum Arzt", rät Dr. Hanefeld. Ein EKG bringt schnell Klarheit. Haben Sie länger als 15 Minuten Brustschmerzen, rufen Sie sofort die Notrufnummer 112 an!

Wie Sie anderen im Notfall helfen können

Reagieren Sie sofort. Falsch machen können Sie nichts, aber Leben retten!

Telefon: 112

Wird jemand bewusstlos, sofort Notarzt rufen.

Neben Vererbung spielt auch die Lebensweise eine große Rolle. Dr. Hanefeld: „Die beste Vorbeugung ist regelmäßige Bewegung. Man sollte sich aber auf keinen Fall überanstrengen! Täglich 30 Minuten zügig spazieren zu gehen, bringt schon viel. Haben Sie lange nichts gemacht oder gerade eine Erkältung hinter sich, lassen Sie sich vorher unbedingt von Ihrem Hausarzt beraten." Auch bei der Einnahme bestimmter Medikamenten sollten Sie auf Anstrengung verzichten. Wer sein Herz schützen möchte, meidet außerdem Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck und Stress.

 

"Ich lebe jetzt viel bewusster und achtsamer"

Es traf sie ohne Vorwarnung: 2004 hörte das Herz von Annette Hoberg-Neogi beim Tanzen plötzlich auf zu schlagen. Dank schneller Reanimation durch Ersthelfer überlebte sie. Ein implantierter Defibrillator gibt ihr seitdem Sicherheit. Das Ereignis sieht die 46-Jährige als Wendepunkt ihres Lebens: "Ich lebe jetzt viel bewusster, achte mehr auf mich." Stress baut sie zum Beispiel durch chinesische Entspannungsübungen ab.

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