Plastik im Körper – gesundheitsschädliche Fasern verunreinigen Bier

Bier ist mit Plastik verunreinigt
Wissenschaftler fanden in den meisten Biersorten gesundheitsschädliche Plastikfasern. In einer Studie warnen sie, dass sich so langfristig Kunststoffe im Körper ablagern können © Fotolia

In Deutschland sind die meisten verkauften Biersorten mit Plastikfasern verunreinigt. Das zeigt eine aktuelle Studie deutscher Wissenschaftler. Neben Bier wurden die gesundheitsschädlichen Mikropartikel auch in abgefülltem Wasser gefunden. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Nahezu alle in Deutschland verkauften Biersorten und Mineralwasser sind mit kleinen Plastikpartikeln belastet. Eine vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) in Auftrag gegebene Studie zeigt, dass vor allem namhafte Bierproduzenten davon betroffen sind.

Das in den Getränken festgestellte Mikroplastik stellt nach Aussagen der beteiligten Wissenschaftler für Menschen eine gesundheitliche Gefahr dar. Durch den Konsum des belasteten Biers und Wassers, lagern sich die Mikrofasern im menschlichen Gewebe ab. Dabei handelt es sich um einen ständig zunehmenden Effekt, da der Körper nicht in der Lage ist, Plastikteilchen abzubauen.

 

Plastik gelangt vom Abwasser in unser Bier

Nach Bekanntwerden der Studie haben weitere Untersuchungen gezeigt, dass die Plastikfasern höchstwahrscheinlich von Textilien – sogenanntem Fleece-Material – stammen. Demnach gelangen mikroskopisch kleine Textilfasern aus Kunststoff durch Waschen über das Abwasser in das Grundwasser. Auf diese Weise – das zumindest legt die Studie nahe – reichern sich die Kleinstpartikel bei der Produktion von Bier und Mineralwasser an und werden so an den Konsumenten weitergegeben.

Die gemessenen Plastikwerte im Bier übersteigen die von Flaschenwasser sehr deutlich. Konkret werden in der Studie namhafte Bierproduzenten wie Krombacher, Veltins, Warsteiner und Jever erwähnt. Belastetes Wasser fand sich vor allem in verschiedenen Flaschenabfüllungen für Discounter.

 

Die Plastikpartikel können tödlich sein

Unterdessen wurde bekannt, dass in Laborversuchen der Technischen Universität Berlin (TU Berlin) die gesundheitlichen Auswirkungen der kleinen Plastikpartikel auf die Gesundheit genauer untersucht wurden. Die Ergebnisse sind besorgniserregend. Nach Aussagen eines Ökotoxikologen an der TU Berlin würden diese Kunststoff-Ablagerungen für den Menschen „früher oder später eine Gefahr“ darstellen. Im Tierversuch hatte die erhöhte Anreicherung mit Plastikfasern zum Teil tödliche Effekte nach sich gezogen.

Hamburg, 4. Juni 2014

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