Plantarfasziitis: Ursachen und Behandlung von Fersenschmerz

Mona Eichler Health-Redakteurin

Von einer Plantarfasziitis spricht man, wenn die Sehnenplatte in der Fußsohle entzündet ist und in der Folge zu Schmerzen in der Ferse und der Fußsohle führt. Gezielte Übungen sowie eine Behandlung mit natürlich Arzneien helfen meist umgehend. 

Frau umfasst ihren schmerzenden Fuß
Eine Plantarfasziitis ist zwar schmerzhaft, aber gut behandelbar Foto:  iStock / bymuratdeniz
Inhalt
  1. Wie entsteht eine Plantarfasziitis?
  2. Symptome: Fersenschmerz richtig deuten
  3. Ursachen einer Plantarfasziitis
  4. Wie wird eine Plantarfasziitis behandelt? 
  5. Selbsthilfe: Drei Übungen gegen Fersenschmerz
  6. Kann man einer Plantarfasziitis vorbeugen?
 

Wie entsteht eine Plantarfasziitis?

Hauptauslöser ist eine Überreizung der Plantarfaszie. Diese Sehnenplatte läuft zwischen den Zehen und dem unteren Ansatz des Fersenbeins an der Fußsohle entlang.

Auf diesem Bild ist die Plantarfaszie als Plantar fascia zu sehen:

Der Fuß im Detail
Die Plantarfaszie zwischen Zehen und Fersenbein Foto:  iStock / medicalstocks

Wird die Plantarfaszie zum Beispiel durch eine Überlastung beim Sport oder auch durch einseitige Belastung im Alltag gereizt, entzündet sie sich und verursacht Schmerzen – die sogenannte Plantarfasziitis entsteht. Die Schmerzen treten vor allem im Bereich der Ferse auf, können allerdings auf die gesamte Fußsohle bis zu den Zehen und über die Achillessehne hoch in die Wade ausstrahlen. 

Laut Experten sind Fersenschmerzen in etwa 80 Prozent der Fälle auf eine Plantarfasziitis zurückzuführen.

 

Symptome: Fersenschmerz richtig deuten

Die Symptome der Plantarfasziitis ähneln stark jenen, die beim unteren Fersensporn und der Haglundferse auftreten. In allen drei Fällen beginnt der Überlastungs- und Entzündungsprozess schleichend, sodass die Fersenschmerzen zunächst nur sporadisch unter Belastung auftreten, später aber chronisch werden und auch im Ruhezustand zu spüren sind.

Zu den bekanntesten Symptomen einer Plantarfasziitis gehören:

  • Schmerzen bei (einseitiger) Belastung (Sport, langes Stehen, etc.)
  • Fersenschmerzen morgens nach dem Aufstehen, die nach einigen Schritten wieder abklingen (sogenannte Anlaufschmerzen)
  • Hauptschmerz in der Ferse, der in Richtung Zehen und/oder Wade ausstrahlt
 

Ursachen einer Plantarfasziitis

Wie eingangs erwähnt, kommt es häufig aufgrund von sportlicher Aktivität zu einer Reizung der Plantarfaszie. Zu den Risikosportarten zählen in dem Fall alle, bei denen die Füße stark belastet werden, zum Beispiel Laufen, Fußball, Basketball, Tennis und Tanzen. 

Doch nicht nur eine Überlastung reizt die Plantarfaszie. Auch durch falsches Schuhwerk können wir eine Entzündung begünstigen: Wer beispielsweise selten Sport treibt und meist in sehr festen oder sogar zu engen Schuhen läuft, reizt seinen Fuß stets auf die gleiche Weise und ruft so Entzündungen hervor. Die nahezu 30 Gelenke, 60 Muskeln, 100 Bänder und 200 Sehnen des Fußes bleiben am ehesten schmerzfrei und gesund, wenn sie in kleinen, aber häufig wiederkehrenden Dosen gefordert und gefördert werden.

Beauty Schluss mit Fußschmerzen

Auch mögliche Verschleißerscheinungen im Alter und Übergewicht können zu Schmerzen in der Plantarfaszie führen. Nicht zuletzt rufen verschiedene Fußfehlstellungen oftmals eine Plantarfasziitis hervor (Hohlfuß, Senkfuß, Spreizfuß oder Plattfuß), da sie ungünstige Fußhaltungen beim Laufen fördern.

 

Wie wird eine Plantarfasziitis behandelt? 

Die Behandlung einer Plantarfasziitis ist langwierig – ganz einfach, weil es schwierig ist, seinen Fuß im Alltag dauerhaft zu entlasten. Trotzdem steht Entlastung zunächst an oberster Stelle im Heilungsprozess. 

Ratsam ist der Gang zur Physiotherapie. Dort kann die entzündete Plantarfaszie nicht nur mit Massagen und Übungen entspannt, sondern auch mit Tape entlastet werden. Schmerzstillende Salben können lokal helfen, wenn sie mehrmals täglich sanft einmassiert werden.  
Um eine zusätzliche Entlastung der Sehnenplatte im Fuß zu erreichen, sollten spezielle Einlagen getragen werden. Diese wirken dämpfend, was vor allem den Fersenschmerz schnell lindert. Auch eine Stoßwellentherapie und Röntgenentzündungsbestrahlungen werden häufig gegen eine Plantarfasziitis angewendet. 
Viele Patienten empfinden außerdem das Kühlen als schmerzlindernd. 

Setzt der Arzt Medikamente ein, können das beispielsweise sogenannte nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) oder eine Injektionstherapie mit Kortison sein. Nur in den hartnäckigsten Fällen einer Plantarfasziitis wird eine Operation nötig.

Gesunde Füße
Übersicht Schmerzen im Fuß? Diese Maßnahmen helfen wirklich!
 

 

Selbsthilfe: Drei Übungen gegen Fersenschmerz

In Absprache mit dem behandelnden Arzt bzw. Physiotherapeuten ist es wichtig, selbst etwas gegen die Plantarfasziitis zu tun. Neben der Verwendung von Einlagen und Salben können Patienten zuhause gezielte Übungen zur Entlastung der Plantarfaszie durchführen. 

Die einfachste Übung ist das langsame Vor- und Zurückrollen des Fußes über einen Tennisball oder einen speziellen Faszienball. Um nicht zu viel Druck auf die schmerzende Faszie auszuüben, sollte diese Übung im Sitzen und nicht im Stehen ausgeführt werden. 

Mit einem kleineren Ball können Patienten außerdem die Plantarfaszie massieren. Dazu setzt man sich einfach im Schneidersitz auf den Boden und rollt in kleinen kreisenden Bewegungen die schmerzhaften Bereiche der Fußsohle ab.

Entlastend für die Plantarfaszie wirkt es außerdem, wenn die Wadenmuskulatur gedehnt wird. Hierzu stellt man die Beine schrittweit auseinander und setzt eins nach vorne. Das hintere Bein bleibt gestreckt und wird so gedehnt, das vordere ist leicht gebeugt. Der Oberkörper ist aufrecht, die Hüfte gerade, der Blick geht geradeaus. Wichtig ist, die Hüfte aktiv nach vorne zu schieben, um die Dehnung im hinteren Bein zu intensivieren. Die Anfangsdehnung wird etwa 20 Sekunden gehalten, danach geht man schrittweise immer ein Stück tiefer in die Dehnung.

Fuß mit Peeling und Fußbad
Beauty Fußpeeling selber machen: 3 einfache Rezepte mit nur 2 Zutaten

Vulkan-Asche gegen Fersenschmerzen

Fersenschmerzen lassen sich auch mit natürlichen Mitteln wirksam behandeln. Hekla lava heißt der Wirkstoff, der aus der Asche des Hekla-Vulkans in Island gewonnen wird. Dieses homöopathische Mittel kann schon bei den ersten Anzeichen von Fersenschmerzen eingenommen werden. Es wird eingesetzt bei Entzündungen und Schwellungen am Fuß. Getreu dem homöopathischen Wirkprinzip werden durch den Arzneistoff die Selbstheilungskräfte des Körpers angeregt.

 

Kann man einer Plantarfasziitis vorbeugen?

Man kann das Risiko, an einer Plantarfasziitis zu erkranken, ganz gezielt minimieren, indem man darauf achtet, einseitige Belastungen zu vermeiden. Barfuß gehen, seine Füße mit unebenen Untergründen zu fordern und gezieltes Dehnen und Übungen zum Kräftigen helfen, die Plantarfaszie weich und geschmeidig zu halten.
Wer viel und gerne joggt oder andere lauflastige Sportarten betreibt, sollte darauf achten, sein Trainingspensum nicht plötzlich drastisch zu steigern, damit es zu keiner Überlastung kommt. 

Quellen:
Plantarer Fußschmerz, in: aerzteblatt.de
Plantarfasziitis  — welche Dehnungen helfen, wenn die Fußsohle wie Feuer brennt, in: liebscher-bracht.com

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2020 praxisvita.de. All rights reserved.