Planetary health diet – diese Ernährung rettet die Welt

Verena Elson Medizinredakteurin

Im Jahr 2050 werden rund 10 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Diese Menschen zu ernähren wird nur möglich sein, wenn wir alle unsere Essensgewohnheiten ändern. US-Forscher haben einen Ernährungsplan entwickelt, der den Planeten schont und gleichzeitig sicherstellt, dass alle genug abbekommen.

Diese Ernährung rettet die Welt
Würden sich alle an den Ernährungsplan der Planetary health diet halten, könnten laut Berechnungen der Forscher jährlich 11 Millionen Menschenleben gerettet werden Foto:  iStock/filadendron
Inhalt
  1. Planetary health diet: der Ernährungsplan
  2. Ziele der Planetary health diet
  3. Umstellung könnte jährlich 11 Millionen Menschenleben retten

„Es ist Zeit, von einer guten Welt zu träumen“, sagt Line Gordon, Direktorin des Stockholm Resilience Centre. Eine gute Welt bedeutet für sie ein gesunder Planet, auf dem alle Menschen ausreichend ernährt sind. Was wie eine Heile-Welt-Fantasie klingt, hat in einer aktuellen Studie konkrete Gestalt angenommen.

Im Rahmen der sogenannten EAT-Lancet commission kamen 37 Wissenschaftler aus der ganzen Welt zusammen, um sich mit der Problematik auseinanderzusetzen. Die Kommission bestand aus Experten für verschiedene Fachbereiche, von Landwirtschaft über Klimawandel bis zu Ernährung. Das Ziel ihrer zwei Jahre andauernden Beratungen war kein geringeres, als den Planeten zu retten. Das Ergebnis: eine Formel für die ideale Ernährungsform der gesamten Weltbevölkerung.

 

Planetary health diet: der Ernährungsplan

 Nährstoffaufnahme pro TagKalorienaufnahme pro Tag
Vollkorn (Reis, Weizen, und andere Getreidesorten)232 g (etwa eine Portion Vollkornreis, 2 Scheiben Vollkornbrot, eine Portion Haferflocken pro Tag)811
Wurzelgemüse oder stärkehaltiges Gemüse50 g (etwa 4 Kartoffeln pro Woche)39
Gemüse (alle Sorten)300 g (etwa eine halbe Zucchini, eine halbe Paprika, 2 Tomaten pro Tag)78
Obst (alle Sorten)200 g (etwa 1 Apfel, 1 Banane pro Tag)126
Milchprodukte250 g (etwa 1 Becher Joghurt, ein halbes Glas Milch pro Tag)153
Rotes Fleisch14 g (etwa 2 Steaks pro Monat)30
Geflügel29 g (etwa 1 Portion Hähnchenbrust pro Woche)62
Eier13 g (etwa 1 1/2 Eier pro Woche)19
Fisch28 g (etwa 2 Portionen Forelle pro Woche)40
Hülsenfrüchte75 g (etwa 1 Portion Kichererbsen pro Tag)284
Nüsse50 g (etwa 2 Handvoll Nüsse pro Tag)291
Ungesättigte Fette40 g (in Nüssen, Avocado und Fisch)354
Gesättigte Fette11,8 g (etwa 100 ml Sonnenblumenöl pro Tag)96
Zucker (zugesetzt)31 g (etwa fünf Stück Schokolade)120
 

Ziele der Planetary health diet

Die Forscher verfolgen konkrete Ziele mit ihrem Ernährungsplan: 

  • Verringerung des weltweiten Treibhausgasausstoßes
  • Erhaltung der Artenvielfalt
  • Kein weiterer Ausbau von Ackerland
  • Wasserknappheit bekämpfen

Um die angestrebten Ziele zu erreichen, müssten Menschen überall auf der Welt ihre Essensgewohnheiten verändern: So dürften Europäer und Nordamerikaner deutlich weniger rotes Fleisch konsumieren, Ostasiaten weniger Fisch. Als konkrete „Motivationsmaßnahme“ schlagen die Autoren unter anderem vor, Steuern auf rotes Fleisch einzuführen.

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Umstellung könnte jährlich 11 Millionen Menschenleben retten

Würden sich alle an den Ernährungsplan der Planetary health diet halten, könnten laut Berechnungen der Forscher jährlich 11 Millionen Menschenleben gerettet werden. Der Grund: Millionen Menschen würden sich gesünder ernähren und nicht an den Folgen von Erkrankungen wie Herzinfarkt, Schlaganfall oder Diabetes sterben.

Quellen: Willett, W. et al. (2019): Food in the Anthropocene: the EAT–Lancet Commission on healthy diets from sustainable food systems, in: The Lancet.

Summary Report of the EAT-Lancet Commission: Healthy diets from sustainable food systems.

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