Placebo-Effekt: Was steckt dahinter?

Nadja Goldhammer

Beschwerden werden gelindert durch die Gabe vermeintlicher Wirkstoffe – genau das beschreibt den Placebo-Effekt. Aber wieso "wirken" Placebos eigentlich? Und wann werden sie verabreicht? Alle Infos!

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Inhalt
  1. Placeboeffekt: Wie genau funktioniert dieser und was ist dafür nötig?
  2. Placebos: Wann und wozu werden sie eingesetzt?
  3. Neue Studie zum Placebo-Effekt
 

Placeboeffekt: Wie genau funktioniert dieser und was ist dafür nötig?

Dank des Placebo-Effekts wird durch die Gabe eines Scheinmedikaments Schmerzen und Beschwerden verschiedenster Art scheinbar gelindert. Dabei enthalten Placebos keinen Wirkstoff. Die Tabletten sind stattdessen mit Stärke oder Milchzucker gefüllt. Doch wie ist es möglich, dass ein Placebo trotzdem eine spürbare Wirkung zeigt?

Zwei wichtige Faktoren bestimmen über den Placeboeffect:

  • Der Patient darf nicht wissen, dass er Placebos eingenommen hat, sondern muss an die Wirksamkeit glauben.
  • Die Kommunikation zwischen Arzt und Patient ist ausschlaggebend. Je stärker der Arzt auf die Beschwerden des Patienten eingeht, desto eher wirken die Placebos auf ihn.
 

Placebos: Wann und wozu werden sie eingesetzt?

Die sogenannte Scheinbehandlung ist vor allem in therapeutischen Bereichen, wie beispielsweise bei psychosomatischen Erkrankungen, die keinen körperlichen Ursprung haben, eine gängige Methode. In der Behandlung von Depressionen, Innerer Unruhe und Schlafstörungen werden häufig Placebos eingesetzt. Aber auch wenn ein neues Medikament auf den Markt kommt, werden Placebos eingesetzt, um Wirksamkeit und Sicherheits des Medikamentes zu überprüfen.

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Neue Studie zum Placebo-Effekt

Eine neue Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München im Bereich der Psychologischen Medizin hat den Placebo-Effekt bei Übelkeit erstmals auf molekulare Mechanismen untersucht. Die Testpersonen wurden gezielt einen visuellen Übelkeitsreiz ausgesetzt. Zudem wurden Symptome erfragt, die Magenaktivität gemessen und Blutproben entnommen.

In zwei Gruppen unterteilt wurden die Probanden dann behandelt. Die einen mit echten Medikamenten, die anderen mit Placebo. Die Ergebnisse waren überraschend: Man fand in den Untersuchungen spezifische Proteine wie Neurexin oder Reelin, die den Placeboeffekt verstärken können. Es handelt sich dabei um Bindungshormone, welche auch für empathisches Verhalten verantwortlich sind. Die Probanden mit einem höheren Anteil waren also empfänglicher für den Placeboeffekt.

Bei Frauen war der Placebo-Effekt stärker als bei Männern – auf die Gründe hierfür wurde nicht weiter eingegangen.

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Quellen:

Placebo-Effekt - Spuren im Körper, in: idw-online.de/

Placebo-Effekt sichtbar gemacht, in: gesundheitsforschung-bmbf.de

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